Tegut-Update: Früher zu, länger leer – und tschüss, Post

Tegut-Update: Früher zu, länger leer – und tschüss, Post

Inhalt:

Viele Tegut-Märkte sind schon vor dem offiziellen Termin zu, manche Gemeinde sucht ihren Nachfolger inzwischen selbst. In einigen Orten geht mit dem Wechsel mehr verloren als ein Logo.

Was sich in der vergangenen Woche bei der Abwicklung von Tegut getan hat – zusammengetragen aus der Supermarktblog-Liste aller Tegut-Standorte, aus Lokalmedien und aus euren Hinweisen.


Offiziell endet die Tegut-Ära in den meisten Regionen Ende Oktober, tatsächlich sind aber einige Märkte schon vorher zu.

In Hanau und Rodenbach war laut Supermarktblog-Leser Bananenbrot8342 bereits am 27. Oktober Schluss, zwei Tage vor dem angekündigten Ende: Die Regale waren leer. An der Tür des Markts in der Frankfurter Berger Straße (ehemals Basic) hat Supermarktblog-Leser Aufrechtgehn den Hinweis entdeckt, man sei „bereits komplett ausverkauft“ und bleibe bis Monatsende geschlossen.

In Bodenheim (bei Mainz) rechnete eine Mitarbeiterin schon vor einer Woche damit, dass die Ware nur bis Mittwoch reicht. In Mainz-Finthen ist es umgekehrt: Tegut führt den 28. Oktober als letzten Tag, laut Lokalpresse bleibt der Markt bis 17. November offen. Für Wandersleben in Thüringen kursieren gleich drei Daten – eines von Tegut, eines von Netto (ohne Hund), eines per Aushang. Ein ganz schönes Durcheinander also.

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Wie lange der Umbau danach dauert, scheint bei Edeka Südwest vor allem eine Frage des Adjektivs zu sein: Sieben Frankfurter Märkte kommen laut Pressemitteilung mit einer „kurzen“ Umbauphase aus, 15 Standorte brauchen eine „intensive“, Hünstetten nur eine „kleine“. Die Frankfurter Märkte sollen trotzdem alle am selben Tag wieder öffnen, am 6. November, nach gut einer Woche Umbau (für die Berger Straße nennt der Aushang allerdings den 9. November).

Wiesbaden, Mainz-Weisenau und Bodenheim folgen am 11. November, Schwäbisch Gmünd am 16. November. Wer den jeweiligen Markt künftig betreibt, steht nur in vier von 23 Fällen explizit dabei: Edeka Langanki in der Frankfurter Joachim-Biermann-Straße, Edeka Stenger in Niederdorfelden, Edeka Georg in Hünstetten und Edeka Mangold in Schwäbisch Gmünd. Ob die übrigen zunächst in Regie laufen, sagen die Mitteilungen nicht.

Netto (ohne Hund) lässt sich mehr Zeit: Die Frankfurter Märkte sollen zwischen 10. und 26. November öffnen, für Bad Hersfeld und Mainz-Finthen nennen Lokalmedien den 24. November.

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Quellen: Leser:innenhinweise, „Frankfurter Allgemeine“/„Rhein-Main-Zeitung“ (27.10., Abo-Text), „Allgemeine Zeitung Mainz“ (24.10., Abo-Text), „Thüringer Allgemeine“ (26.10., Abo-Text), Edeka Südwest (Pressemitteilungen vom 23.10. bis 26.10.), „Frankfurter Neue Presse“ (24.10.), „Hersfelder Zeitung“ (16.10.).


Wo kein Käufer in Sicht ist, suchen jetzt die Bürgermeister selbst.

In Schlüchtern, das Rewe vom Kartellamt aus nicht übernehmen darf, hat Bürgermeister Matthias Möller die Nachfolgersuche zur „Chefsache“ erklärt; nach dem Ende des Bieterverfahrens (das laut „Osthessen News“ bis „Anfang November“ laufe) will er erneut beim Kartellamt vorstellig werden. Und übt Kritik am Tegut-Noch-Eigentümer aus der Schweiz: „Die Art, wie Migros kommuniziert, ist beschämend.“

Im unterfränkischen Oberelsbach, wo Edeka nicht übernehmen darf, hat Bürgermeister Björn Denner direkt mit der zuständigen Beschlussabteilung des Kartellamts gesprochen. Überzeugt hat ihn das nicht: Eine „ländliche Gemeinde“ lasse sich nicht allein nach Einzugsgebieten und Fahrzeiten beurteilen, die Sperre sei für ihn „weiterhin nicht nachvollziehbar“. Inzwischen sucht er selbst nach Betreibern, eine Lösung hat er noch nicht.

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Migros bleibt derweil bei dem, was der Supermarktblog vergangene Woche zuerst berichtet hat: Die Märkte ohne Käufer sollen voraussichtlich bis 19. Dezember öffnen. Das bestätigt die Genossenschaft inzwischen auch Lokalmedien in Aalen und Bad Salzungen. In Bad Salzungen sind die Beschäftigten laut inSüdthüringen.de bereits informiert, dass sie freigestellt werden sollen; Fragen der lokalen Presse dazu ließ Migros unbeantwortet.

Quellen: „Osthessen News“ (25.10., Schlüchtern), „Main-Post“ (26.10., Oberelsbach, Abo-Text), „Schwäbische Post“ (28.10., Aalen), inSüdthüringen.de (27.10., Bad Salzungen, Abo-Text).


Mit dem Wechsel verschwindet an manchen Orten mehr als das Tegut-Logo – vor allem: die Post.

Wo Netto (ohne Hund) einzieht, wird es künftig wohl keine Post-Annahmestelle mehr geben: In Oberhof ist die Poststelle im Eingangsbereich seit Wochenbeginn zu, und bis zur Neueröffnung hat der Ort gar keinen Supermarkt. Auch in Wandersleben, Gotha-Siebleben und Bad Neustadt-Brendlorenzen führt Netto (ohne Hund) den Post-Service laut Medienberichten nicht weiter; für Siebleben spricht das Unternehmen immerhin von Gesprächen im Umfeld.

Bäcker und Metzger bleiben dagegen bislang: In Brendlorenzen backt Schmitts Backstube während des Umbaus einfach weiter, die Rhönmetzgerei Arnold öffnet mit Netto am 10. November wieder. In Wandersleben dürften Bäcker und Fleischer ebenfalls bleiben, weil sie ihre Mietverträge nicht mit Tegut geschlossen haben.

Und bei Edeka? In Gotha-Sundhausen bleiben Bäckerei und Post-Service vorerst, Fleisch und Wurst kommen künftig aus Edekas eigenem Werk. Am Würzburger Hubland bringt der neue Kaufmann eine eigene Bäckerei mit, bislang war dort ein externer Bäcker im Markt.

Offen ist, was aus den Bedientheken wird. Netto (ohne Hund) ist der einzige Discounter, der selbst Fleisch- und Wursttheken betreibt, bislang in gut 320 Filialen, vor allem in Bayern, künftig beliefert aus Edekas eigenem Fleischwerk. Ob es die Tegut-Theken an übernommenen Standorten weiterführt, wollte Netto (ohne Hund) auf Supermarktblog-Anfrage Mitte Oktober nicht sagen. Stattdessen hieß es, Netto festige mit den neuen Standorten „seine Rolle als verlässlicher Nahversorger vor Ort“. Also: außer, die Kundschaft will demnächst ein Einschreiben oder ein Paket verschicken.

Quellen: inSüdthüringen.de (28.10., Oberhof), „Thüringer Allgemeine“ (26.10., Gotha und Wandersleben, Abo-Text), „Main-Post“ (27.10., Bad Neustadt, Abo-Text), „Main-Post“ (22.10., Würzburg, Abo-Text), „LZ“ 36/2026, Supermarktblog-Anfrage bei Netto (12.10.).


Ihr wisst mehr – oder steht schon vor leeren Regalen? Schreibt es gern in die Kommentare! Fehler gefunden? Schreibt mir eine E-Mail.

ÜbersichtStand: 29. Oktober 2026

Tegut-Standorte: Wer übernimmt welchen Markt?

Alle Tegut-Märkte in einer Liste – und welche Händler sie übernehmen. Wird laufend aktualisiert.

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Alle Supermarktblog-Texte zur Tegut-Übernahme stehen hier.

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