Rewes Ikea-Strategie: He Kunde, komm bummeln!

Rewes Ikea-Strategie: He Kunde, komm bummeln!

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Es gehört zu den Eigenarten der deutschen Sprache, dass Menschen, wenn sie einmal lange genug miteinander zu tun hatten, sich irgendwann das Du anzubieten, um die erarbeitete Vertrautheit zu besiegeln.

Und es gehört zu den Marketing-Tricks schwedischer Möbelhauskonzerne, diesen Prozess zu überspringen, um sich durch Sofortduzung an die Kundschaft ranzuwanzen. Im Rhein-Main-Gebiet probiert Rewe seit kurzem, ob das auch beim Lebensmitteleinkauf funktioniert.

Toom heißt jetzt Rewe Center - bulliger Eingang inklusive

„Greif zu!“, steht am Obsttresen im neuen Rewe Center in Egelsbach bei Frankfurt. „Stell Dir den Salat Deiner Wahl zusammen“, heißt es nebenan an der Salatbar. Im Wochenprospekt werden Kochtipps geliefert: „Das zauberst Du mit unseren frischen Zutaten.“ Der ganze Laden ist eine, nein: „Deine Reise zum neuen Genuss“. Und an den Kassen verabschiedet sich der Kumpelladen mit einem freundlichen „Tschüß, bis bald in Deinem Rewe Center“.

Rewe hat tief in die Ikea-Trickkiste gegriffen, um den südhessischen Markt, an dem bis vor wenigen Monaten noch das Toom-Logo prangte, neu herzurichten. Nicht nur, was die Ansprache der Kunden angeht. Der ganze Laden ist nach dem Ikea-Prinzip gestaltet. Bloß dass die Leute nicht Billy, Lack und Pax zur Kasse tragen, sondern Illy, Lätta und Twix.

Seit der Neueröffnung Ende November läuft damit einer der interessantesten Versuche im deutschen Lebensmittelhandel. Einerseits soll das SB-Warenhaus – in dem wirklich gar nichts mehr an das Verkaufshallenkonzept von früher erinnert – die Lösung bringen, was sich mit den verbliebenen Tooms anstellen lässt, die jetzt erstmal umbenannt werden (siehe Supermarktblog). Andererseits testet Rewe in Egelsbach, ob die Deutschen sich vorstellen können, nicht bloß in den Supermarkt zu fahren, um dort Lebensmittel einzukaufen. Sondern quasi auch zur Freizeitbeschäftigung.

So weit wie der britische Marktführer Tesco, der seinen Extra-Store in Watford zu einer Art Vergnügungs-Treffpunkt inklusive Restaurant und Yoga-Fläche umgebaut hat, gehen die Kölner nicht. Aber sie sind schon ziemlich nah dran.

Die Inspiration könnte tatsächlich von Ikea stammen. Ähnlich wie die Möbelhäuser mit ihren Caféterien und dem Rundweg durch die Ausstellungim ersten Stock ist das Rewe Center nämlich für unterschiedliche Kundengruppen und deren Bedürfnisse angelegt.

1. Für Ästheten

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Kunden erwarten beim Einkaufen nicht mehr nur günstige Preise, sondern auch ein Ambiente, das sie scheuklappenfrei zur Kasse bringt. Deshalb haben die Discounter ihre Läden nachgerüstet (Aldi und Penny zum Beispiel). Jetzt sind wieder die Supermärkte am Zug. Es reicht nicht mehr, bloß schönere Läden zu bauen. Die Läden müssen sich noch grundlegender von der Billigkonkurrenz unterscheiden. So wie in Egelsbach.

Der offene Eingangsbereich, fast müsste man sagen: das Foyer, sieht nicht mal mehr nach Supermarkt aus. Die Besucher werden wie auf einer unsichtbaren Straße an hölzerne Marktstände mit Blumen, Obst und Gemüse herangeführt – von neonbeschienenen Gemüsekistenreihen keine Spur.

Die Bedientheken sind wie in einer Kurve angeordnet

Die Bedientheken für Käse und Fleisch sind links wie auf einem riesigen Tortenstück angeordnet, das über die Backstation zum Wein überleitet. Und ehe man sich versieht, steht man durch den kurvenartigen Aufbau schon tief im Laden drin.

Außer der Standard-Frischeware gibt’s einen „Landmarkt“, der verspricht, dass die Ernten „direkt vom Bauern“ aus der Region kommen. Zum Beweis hängen obendrüber Tafeln, auf denen glücklich in die Kamera lächelnde Lokal-Erzeuger mit ihrem Nachwuchs im eigenen Kohlfeld sitzen. (Ähnlich wie es auch Whole Foods in den USA und Großbritannien macht.) Am Eingang liefert das Center bereits eine Komplettübersicht der Regionalerzeuger.

Am Center-Eingang stellt Rewe seine regionalen Lieferanten vor

Nach der Frische, die konsequent als „Dein Marktplatz“ benannt ist, wird die Kundschaft einmal durch den kompletten Laden geführt. Es gibt einen klaren Hauptweg (wie bei Ikea) und in der Mitte eine Abkürzungsmöglichkeit für Eilige (wie bei Ikea). Abzweigungen und Quergänge fehlen.

Für Orientierung sorgen zwei verschiedene Hinweissysteme. Das erste ist die klassische Sortimentskennzeichnung, die in goldenen Großbuchstaben auf die dunklen Wände geschrieben ist – und zwar so unbeirrt auf die Verwendung bezogen, wie Real es in seinem Essener Modell-Laden verpennt hat: Molkereiprodukte gibt es unter der Bezeichnung „Löffeln“, Wurst und Käse unter „Belegen“, Müsli und Kaffee sind mit „Frühstücken“ benannt, es folgen „Kochen“, „Backen“, „Verfeinern“ (Gewürze und Maggi), „Pflegen“ (Drogerie), „Reinigen“ (Putzmittel), „Füttern“ (Haustierzeugs) und „Trinken“. Nur die Abteilung „Tiefkühlen“ vor den Kassen passt so mittelgut als Verwendungszweck ins Konzept.

Wozu sind Süßwaren da? Im Rewe Center steht's zur Erinnerung an der Wand

In manchen Abteilungen wachsen außerdem weiße Signalwürfel von der Decke, auf denen zwecks Feinjustierung des Einkaufswegs Symbolprodukte abgebildet sind: Pommes frites, Fleisch, Brokkoli, Pizza, Hähnchenschenkel.

Wo geht's hier zur TK-Pizza? Die Signalwürfel mit Symbolbildern sollen bei der Orientierung helfen

Das Design spiegelt sich auch im Wochenprospekt, der mit großen Fotos, modernen Schriften und direkter Kundenansprache arbeitet. Kein Vergleich zu den Vierfarblappen, die Rewe sonst wöchentlich unters Volk bringt. (Und sicher nicht ganz günstig, wenn das Standard bleiben soll.)

Von wegen "Schweinebauch"-Anzeigen: Die Center-Handzettel sind untypisch modern

2. Für Snacker

Wer sich vorm Einkaufen erstmal stärken muss, wird aus dem „Marktplatz“ direkt an die Bistrotheke geführt, wo sich ein eigenes „Menü“ zusammenstellen lässt, indem ähnlich wie bei Subway „in 4 Schritten“ die Kühltruhenanleitung für frisches Essen befolgt wird. (1. Brot, Pasta oder Salat? 2. Belag, Sauce, Dressing? 3. Getränk oder Nachtisch? 4. Mitnehmen oder gleich essen?) Richtig kochen lässt Rewe an der Bistrotheke auch.

Sofortesser können im kleinen Restaurant Platz nehmen. Wer bloß was für die Mittagspause mitnehmen will, bedient sich in der „Schnippelküche“, die mit „Eigener Herstellung“ wirbt. (Was in den meisten Fällen, wenn ich das richtig gesehen habe, aber nichts anderes heißt als: im Markt vorportioniert und in Plastik verpackt.)

An der Bistrotheke: Einmal "Pasta Kind (bis 10 Jahre)" bitte, das Kind bitte ohne Speck...

Ob der Bedarf für das Schnippel-Take-Away in Egelsbach wirklich groß ist, ist zweifelhaft: Das Rewe Center liegt in einem klassischen Industriegebiet, das ohne Auto eher unbequem zu erreichen wäre.

3. Für Bummler

Eine Besonderheit ist, dass das Rewe Center nicht bloß auf klassische Einkäufer und Hungrige zielt, sondern auch auf Zeitvertreibs-Shopper. Im Idealfall könnten die das in die Jahre gekommene SB-Warenhaus-Konzept retten. Dazu hat sich Rewe einen simplen, aber ziemlich effektiven Trick überlegt und dem ganzen Kram, der einem sonst beim Einkauf in den Riesenläden im Weg herumsteht oder sich vor den Kassen auftürmt, einen neuen Platz gegeben: in der Marktmitte!

Die Minishops in der Ladenmitte sind anders gestaltet als der übrioge Markt

Während die Kunden auf den festgelegten Rundgang durch den Markt geschickt werden und jeweils auf ihrer rechten Seite Lebensmittel aussuchen, sind die übrigen Sortimente in klar abgetrennten Bereichen mit dunklem Boden und abgehängter Decke auf der linken angeordnet. Sozusagen in Minishops. Auf der Marktübersicht ist das gut zu erkennen.

Für einen (von insgesamt sieben) hat sich Rewe Unterstützung von der Kramladenkette Butlers geholt, die ihre Produkte auf gedeckten Tischen und kleinen Produktinseln inszeniert. Mehr Möbelhausambiente im Supermarkt geht nicht. Davor hat Rewe seine eigenen Haushaltswaren platziert, im Weiteren folgen Spielsachen, Schreibwaren, Klamotten, Kleinelektronik und eine T-Punkt-Ecke – passend betitelt als „Auftischen“, „Spielen“, „Schreiben“ und – ähm: „Elektrisieren“.

Wer Käse braucht, braucht auch Teller: Butlers-Shop im Rewe Center

Das funktioniert in der Tat ganz gut – auch wenn es auf den ersten Blick ungewöhnlich sein mag, von der „Rustic Kerze, rubinrot“ rüber zum Emmentaler schielen zu können. Die Zusatzsortimente drängen sich aber nicht auf, blockieren gefühlt viel weniger Platz (obwohl die Fläche keine kleine ist), wirken nicht so dazu gekippt wie in anderen SB-Warenhäusern und können im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen werden können.

Mit der Apotheke, einer Poststelle, einem Friseur, einem EC-Automaten und der Lotto-Annahmestelle im Marktfoyer komplettiert Rewe sein Center in Egelsbach, ganz ähnlich wie Kaufland das schon erfolgreich praktiziert – nur viel schicker.

Post, Lotto, Apotheke: Im Foyer übt sich Rewe als Gesamtversorger

Schwachpunkte hat der Laden aber auch:

Die Drogerie ist nicht nur ziemlich ideenfrei zwischen Windeln und Tierfutter geklotzt, sondern wirkt wegen der knallpinken Farbgebung auch wie ein riesiger Barbie-Designunfall.

Wer zu lange hinsieht, wird blind: Verunfalltes Drogerie-Design in Knallpink

Um wegen der modernen Ladengestaltung nicht zu feinkostig zu wirken, sind überall Angebotsartikel mit knallroten Riesenpreisen in Schraffurschrift herausgestellt. Sobald es aber ans Regal und die regulären Preise geht, ist der schöne Schein dahin.

Und wie die Mitarbeiter den neuen Kurs umsetzen, nachdem Rewe ihnen vorher bei Toom jahrelang die kalte Schulter gezeigt hat, ist wohl erst in ein paar Monaten absehbar.

Sollte das Konzept aber erfolgreich sein und auf andere Ex-Toom-Standorte ausgedehnt werden, könnte so mancher Konkurrent dadurch in arge Bedrängnis kommen. Weil viele durchschnittliche Supermärkte, auch solche von Rewe, dagegen ziemlich blass aussehen. Vermutlich ist die Sorge der Mitbewerber deswegen aber noch nicht allzu groß: Laut „Lebensmittelzeitung“ hat Rewe für den Umbau in Egelsbach üppige 15 Millionen Euro investiert. Mal 55 genommen – so viele große Tooms gibt es laut „LZ“ noch – wäre das eine gewaltige Investitionssumme, die selbst Rewe nicht so einfach stemmen könnte.

Noch ist ja nicht einmal erwiesen, dass die Kunden bereit sind, den Lebensmitteleinkauf von ihrer Liste mit den lästigen Notwendigkeiten auf die mit den unterhaltsamen Zeitvertreiben zu übertragen. Und vor allem nicht, ob sie sich dabei tatsächlich ankumpeln lassen wollen.

Jetzt schreib schnell in die Kommentare, ob Du Dir vorstellen kannst, künftig auch so einzukaufen!

Fotos: Supermarktblog

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36 Kommentare
  • Ja Mensch, schade, dass der Drogeriebereich nicht auch so „verwendungsbezogen“ daherkommt wie der Lebensmittelbereich. Wäre bei den Hygieneartikeln sicher gut rübergekommen.

    • „Wickeln“ gibt’s in der Babyabteilung, „Pflegen“ in der Drogerie für die Hygieneartikel. Ich find das durchaus schlüssig.

  • Erinnert an die untergegangenen Lebensmittelabteilungen von Karstadt. Und eignet sich nur für Menschen, die vorher schon wissen, was sie nachher im Wagen haben wollen. Ich bin dafür zu sehr Hin-und-Herrenner. (Und deshalb auch eher Ikea ungeeignet.)

  • Das Problem könnte sein, das der Laden so einfach zu teuer aussieht.
    Selbst wenn dort die gleichen Discountpreise vorhanden sind wie anderswo.

    Dazu kommt mich überfordert so eine Riesenauswahl immer, wenn dann noch verwendungsbezogene Wegweiser dran sind komm ich gar nicht mehr klar.

    Woher soll ich wissen, dass „Verfeiern“ Gewürze und Maggi beinhaltet (Gewürze könnte ich mir ja noch denken aber Maggi?).
    Das heißt während meine Augen „Gewürze“ suchen, finden sie nix. Ungünstig.
    Und wenn ich dann über ne Stunde brauche zum einkaufen, weiß ich das ich den Laden vielleicht einmal im Jahr als „Event“ besuchen werden, ansonsten bleib ich doch lieber beim ALDI „um die Ecke“.

  • Klingt spannend! Frage mich aber, ob die Mitarbeiter bei der Umsetzung auch mitziehen, ob es fuer diese ein Motivationskonzept gibt. Hab selbst als Schueler einige Zeit bei toom (t) gearbeitet… die Lethargie, die man dort bei den Mitarbeitern allenthalben antrifft, auszutreiben, ist wohl eine Herkulesaufgabe.

    • Walmart hat es auch halbwegs geschafft, die vorhandenen Mitarbeiter umzupolen. Merkt man auch sonst manchmal nach Übernahmen, dass sich die meisten Leute erstaunlich flexibel an ein neues Umfeld anpassen können.

  • IKEA spielt seine schwedische Herkunft aus für die persönliche Ansprache, im skandinavischen gibt es nur „Du“ (formell und informell wird anders unterschieden).
    Wenn REWE das genauso macht kann man das natürlich befremdlich finden wenn man will, wenn ich mir den Text hier oben von der dänischen Grenze aus durchlese finde ich es eher brefremdlich dass es erwähnenswert ist wenn ein Laden nicht via Sprache zustäzliche Distanz schafft.
    Aber es ist mir auch schon schmerzhaft aufgefallen, dass es im grössten Teil des Landes nicht normal ist, dass man an der Kasse freundlich gegrüsst wird und zurückgrüsst. Egal ob bei Aldi oder Spezialitätenladen.

  • Klingt für mich nach einer sehr gelungenen Strategie um den Laden am Samstag voll zu kriegen. Um Einkäufe à la Dienstag Abend nach der Arbeit zu generieren, geht man allerdings zu großzügig mit der Zeit der Kundschaft um.

    Das gastronomische Angebot scheint mir etwas überdimensioniert zu sein; angemessener wäre wohl ein In-Store-Café.

  • Mhm. Mal, wenn ich grad sonst nix zu tun habe, würde ich sicherlich gerne durch einen solchen Laden schlendern. Das ist wie im Ausland einen Supermarkt anzuschauen – jeder einzelne Gang wird mitgenommen und auf beiden Seiten betrachtet, um auch ja kein unbekanntes und evtl. interessantes Produkt zu verpassen.
    Aber für meinen regelmäßigen Futterkauf? Himmel, wenn ich nur ’ne Tüte Mehl, ’ne Flasche Milch und fünf Pfund Kartoffeln brauche, was will ich denn da in ausufernden Schleifen erst durch den ganzen Laden hin und dann auf anderem Wege wieder durch den ganzen Laden zur Kasse gelotst werden? Gerade wenn ich wenig Zeit habe und genau weiß, was ich brauche, bin ich ein kleiner Effizienzhamster, der den Weg von Regal zu Regal so optimiert, daß zum einen nicht übermäßig unnötig Strecke gemacht wird und zum anderen die einzukaufenden Dinge in einer sinnvollen Reihenfolge im Einkaufswagen landen, so daß sie nachher in genauso sinnvoller Reihenfolge aufs Kassenband gelegt und eingepackt werden können, und nicht evtl noch dadurch Zeit verlorengeht, daß sich die Tomaten und Eier plötzlich zwischen Glasflaschen und Konservendosen wiederfinden. Ein „vorgefertigter Weg“ würde mich da vermutlich ausgesprochen nerven.

  • Also ich war neulich auch im Rewe-Center in Egelsbach und muss sagen, dass es mir eigentlich sehr gut gefallen hat und ich dem Eintrag zustimmen kann.
    Was ich insbesondere gut fand ist die Übersichtlichkeit des Ladens: Obwohl ich bisher nur einmal da war, würde ich alles was ich brauche sehr schnell wiederfinden und müsste nicht jedes mal wieder aufs neue suchen, da der Laden nicht – wie sonst meist üblich – nur aus langweiligen Regelreihen besteht. Ich denke, dass man dadurch seinen Einkauf deutlich schneller erledigen kann, wenn man will und bestimmte Sachen sucht. Ich würde zum Beispiel die Gewürze sofort wiederfinden (und erinnere mich auch noch daran, dass die Auswahl an Gewürzen deutlich größer war als in jedem anderen Supermarkt in dem ich bisher war).
    Ich fand auch insbesondere das „Schnippel-Take-Away“ gut, und sehe auch den Widerspruch zum eher mit dem Auto besuchten Markt nicht: Der Vorteil ist doch, dass man nicht selbst schnippeln muss.

  • Sehr schick, für mich aber eher zu schick und ich finde, dieses Konzept mit den dunklen Farben passt eher zu Kaiser’s/Tengelmann, die in ihrem neuen Konzept ganz ähnlich arbeiten, als zu REWE, den ich eher weiterhin mit dem fast sterilen rot-weißen Design verbinde. Und außerdem schießt sich die REWE-Gruppe hier mal wieder selbst ins Knie. Wenn man schon 2009 nach der Übernahme der extra-SB-Warenhäuser, für die extra-Märkte den eigentlich schon 2006 abgeschafften Namen „REWE Center“ rauskramen musste, wieso konnte man dann nicht damals schon auf einen Schlag extra und toom zu REWE Center mit einem einheitlichen Design umbasteln? Denn damals liefen die extra Märkte nach der Übernahme in der toom-SB-Warenhaus Sparte der REWE Gruppe und bekamen ein neues Design. toom aber nicht, die Märkte ließ man weiter vermodern. Jetzt haut man ohne mit der Wimper zu zucken eine weitere Traditionsmarke klein und tut so als wäre das ein tolles durchdachtes Konzept. Die ehemaligen extra Märkte haben heute ein anderes Filial-Design-Konzept als die bald ehemaligen toom Märkte es haben werden und andere Märkte, zum Bsp. kleinere REWE Märkte die auch auf REWE Center umgebaut wurden/ werden haben wiederum ein anderes Konzept. 2006 sollte alles einheitlicher werden, jetzt zerfasert sich die REWE Gruppe wieder selbst.

  • Sieht alles sehr schick aus – aber grauenhaft fehlgeleitet.

    Das allerletzte, was ich will, ist beim Lebensmitteleinkauf viel Zeit mit Stöbern und Entdecken verplempern. Bei einem Möbelhaus ist klar, dass ich auch zum Schauen da bin und viel Zeit mitbringe – bei einem Supermarkt nicht.

    Hier hat jemand Ikea kopiert, aber ohne zu kapieren, was warum bei Ikea funktioniert.

    z.B. Duzen kauft man Ikea ab, weil die Zielgruppe junge Leute sind, und man weiss, dass Skandinavier halt so sind. Bei Rewe wirkt das einfach nur anbiedernd. Und ein Bistro im Supermarkt, wo ich maximal 1 Stunde verbringe, brauch ich jetzt wirklich nicht.

    • Da muss ich mich leider anschließen. Im Westen gibt es in den zentral gesteuerten Edekazentren schon etwas länger diesen Linksdrall, bei dem die Haushaltswaren in dem Mittelstück verschwinden. Da die Läden kleiner sind, sind gewisse Dinge, auch die Drogerie, schon in die Vorraumläden ausgelagert.

      Es ist schon ein sehr netter Empfang, allerdings geht mir dann die Sucherei für einen normalen Einkauf zu deutlich auf die Nerven. Die Edekamitarbeiterinnen sind mir gegenüber zwar immer ausgewählt freundlich und hilfsbereit, dennoch kostet es Zeit, jedes zweite Mal nachfragen zu müssen, wenn man Produkte abseits des Hauptgangs braucht.

      Also lasse ich mich dort gerne blicken und beraten, wenn ich mal ein besonderes Essen vorbereite oder mit Hausgästen einkaufe, aber für meinen Wocheneinkauf ist es mir zu lästig. Und es beschleicht mich das Gefühl, dass das mit zunehmender Größe und unscharfen Verben statt Substantiven wohl noch schlimmer würde.

    • Korrektur
      Ich musste gerade feststellen, dass es sich vielleicht gar nicht um zentral gesteuerte Edekas handelt, zumindest tragen sie Zunamen. Ich hatte wohl fälschlich angenommen, da sie sich so ähnlich und auch ziemlich groß sind.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dort einzukaufen. Mir wirkt das zu aufgesetzt und sieht schon, ohne Preise gesehen zu haben teuer aus. Ich bevorzuge den no frills Einkauf bei Kaufland mit sehr günstigen Sonderangeboten.

  • Die Beschreibung erinnert mich sehr an die umgebauten E-Center läden in Wolfenbüttel. Dort trifft das meiste auch zu. Die hatten im Sommer Eröffnung.

  • Der Markt sieht auf den Bildern gut aus und wäre auch etwas für mich. Das Konzept wird aber nicht überall funktionieren, wie man vielleicht auch schon an den anderen Kommentaren erahnen kann (sieht teuer aus, zu viel Auswahl). Ich denke, dass REWE dieses Marktkonzept dort umsetzen wird, wo entsprechende Kaufkraft vorhanden ist. An einem Toom-Standort mit hauptsächlich Discount-Kunden wird das ganze nicht funktionieren. Aber da kann man eine andere Strategie fahren.

  • Klingt ja an sich nicht schlecht, das Konzept wäre sicher auch was für die großen Familas und Skys/Coops hier im Norden.
    (Gibt es zu denen eigentlich schon Artikel hier?)
    Ich mag den Gedanken, an vielem auch unbehelligt vorbeilaufen zu können. 😉

  • Wenn man sich die 3 (ehemaligen) Toom-Märkte im Darmstädter Raum ansieht (Griesheim, Darmstadt und eben Egelsbach) betrachtet, dann kann man nur hoffen, dass sich das neue Konzept durchsetzt. Selbst der Darmstädter Markt, der der „jüngste“ in der Reihe ist und durch die höheren Decken glücklicherweise nicht so höhlenmäßig daherkommt, ist seit seiner Eröffnung als Real und seiner Umfrimierung zum Toom nicht renoviert worden und sieht deutlich älter aus, als er tatsächlich ist. Griesheim wirkte schon alt und gammelig, als ich noch ein kleiner Stepke war (und das ist immerhin 30 Jahre her!). Egelsbach wirkt jetzt freundlich und aufgeräumt und nach kurzer Eingewöhnungszeit ist der Wocheneinkauf schnell erledigt. Das Argument, das es teuer AUSSIEHT ist doch albern – es zählt, was auf dem Preisschild steht. Und wenn mir das nicht mehr passt, wird mit den Füßen abgestimmt.

  • War eben bei Toom in Hamburg.
    Heißt ab nächsten Montag Rewe Center.
    REWE Flaggen hängen draußen schon.

    Es wird Eröffnungsangebote geben.

    • Aber keinen renovierten Markt – leider! Bis auf Egelsbach bleiben die neuen „Rewe Center“ wohl vorerst
      die alten „Toom“-Märkte – also also Stillstand unter neuem Namen. Dumme „Strategie“. Besser wäre es meiner Meinung nach, das Ergebnis des Experiments abzuwarten und dann Geld in die Hand zu nehmen und erst sanierte/umgestaltete Tooms auch umzubenennen…

  • nicht in Hamburg!
    da sind 60% o.k.
    der in Dorotheenstr. wurde vor 2J. aufwendig modernisiert
    Tonndorfer EKZ ist recht neu
    im Billstedt EKZ auch
    nur im bereits umgeflaggten am Bahnhof Altona tropft es von der Decke
    und Wandsbek ist vom alten Schlag

    ab 27.1. gibt es in allen 5 ganz viele Aktionen zum going Public

  • Mit REWE Center (neues Konzept), REWE Center (eigentlich noch Toom), hier und da lustigen REWE:XL Märkten von Kaufleuten, REWE und REWE City beginnt sich dann langsam ein nahezu edekatöses Namens-Wirrwarr herauszuarbeiten, das mehr verwirrt als Informationen gibt… (War Aktiv Markt oder Neukauf jetzt größer?)

    • Um das mal noch etwas mit einem Beispiel zu unterfüttern:

      In Bad Nauheim gibt es schon seit 2012 einen aufgemotzten Ex-Toom mit dem üblichen Sortiment unter der Flagge REWE Center (http://www.lebensmittelpraxis.de/handel/ladenreportagen/6854-im-kaufkraft-paradies.html).
      Im unmittelbar benachbarten Butzbach wurde ein Kaufmann-geführter REWE:XL zum REWE Center umbenannt. Dort gibt es zwar einen integrierten Döner-Grill und einen „Landmarkt“ (http://www.lebensmittelpraxis.de/handel/management/2166-ein-wichtiger-impulsgeber.html?start=4), aber einige Nonfood-Artikel wie Technikprodukte und Autozubehör gibt es dort nach meiner (nicht mehr ganz frischen) Erinnerung nicht.

      Vielleicht wäre eine weitere Unterscheidung zwischen REWE Center Daily (große Supermärkte) und REWE Center World (SB-Warenhäuser) sinnvoll 😉

    • Edeka ist aber nicht mehr edekatös, jedenfalls nicht mehr in allen Regionen. Hier in Südbayern wird das „Neukauf“ schon seit einiger Zeit weggelassen (ist auch allmählich ein blöder Name, weil gerade die oft überaltert waren). Aktivmärkte gibts wohl offiziell auch nicht mehr, aber ein paar einzelne haben es offenbar noch im Namen gelassen.

  • Rewe Center haben wir in Bremen auch, allerdings hat das nichts mit dem neuen Konzept zu tun. Es ist einfach nur ein besonderes großer Rewe mit zusätzlichen Angeboten, Rewe hat den Markt damalig von Extra übernommen, bei Extra lief der Markt unter ExtraMega. Seitdem wurden nach und nach Regale oder Kühlmöbel erneuert, mehr aber auch nicht. Da ich kein typischer Rewe Kunde bin, würde mich das neue Konzept aber nicht zum Einkauf dort locken.

  • Hmm, im PLZ-Bereich 58 scheinen die Mitarbeiter sehr überrumpelt zu sein. Ab Montag ist auch hier Rewe im Programm und in einem Markt soll wohl die Fleischtheke umgestaltet werden – angesichts der siffigen Märkte auch nicht so toll. Man merkt es im Markt aber, ein buntes Gewusel aus Rewe und Toom…

  • In Windeseile wurden nun nahezu alle Märkte umgestellt. Einige wenige verbleiben wohl gegenwärtig noch als Toom (siehe Internetauftritt toom.de), handelt sich dabei aber auch nur um eine vorübergehende Phase (so ist der Toom-Markt in Offenbach etwa noch nicht umgestellt, entsprechende Zeitungsartikel kündigen die Umstellung aber bereits an). Wie die Situation in anderen Städten aussieht, kann ich nicht sagen, zumindest für Darmstadt kann ich sagen, dass dort mal umgebaut wird. Der Bäcker im Eingang / hinter der Kassenzone (je nachdem von welcher Seite man es betrachtet) wurde modernisiert (und wenn mich nicht alles täuscht war ohnehin vorher eine andere Marke drin, nun ist es die Rewe-Glockenbäckerei). Auch die nebenstehenden Ladenlokale werden wohl sukzessive umgebaut (gegenwärtig der Friseur). Insgesamt tut sich also etwas, wobei der Darmstädter Markt ja oben weiter schon als eher positives Beispiel herausgehoben wurde (um im Gegensatz zum örtlichen Real stinkt es hier zumindest auch nicht). Dennoch erhofft man sich zumindest einen weiteren sukzessiven Umbau, wenngleich sicherlich nicht jede Filiale am Ende wie jene in Egelsbach aussieht (hängt vermutlich auch vom jeweiligen Zustand ab: kurz vor Einsturz, aber hochprofitabel geht sicherlich vor noch im guten Zustand, aber geringer Gewinn). Entsprechend kann man tatsächlich nur hoffen, dass Rewe nicht auf Dauer den Griesheimer Laden im jetzigen Zustand behalten möchte.

    Offen bleibt für mich die Frage, was aus den toom Getränkemärkten (blaues Logo, gibt es in Nähe zu Toom-Märkten aber auch mit rotem Logo) wird. Schlüssig wäre für mich ja durchaus ein Verkauf, weil ich die Marke „Rewe Getränkemarkt“ allenfalls direkt neben dem jeweiligen Markt vermute, meist aber eher direkt in einer Ecke des Marktes (den Unterschied zu Rewes ohne Getränkemarkt sucht man in diesen Fällen meist vergeblich). Worauf ich letztlich hinaus wollte: Gegenwärtig sind die toom Getränkemärkte zwar offen, mit Einstellung des Toom-Internetauftritts kann man aber – wie schlüssig – die Angebote auch nicht mehr finden (außer natürlich über dritte Seiten).

    Praktisch an der Umstellung am Ende: Demnächst kann ich dann zumindest immer und überall beim Einkaufen meine Payback-Karte einsetzen, egal ob nun im gammligen Real oder im halb-gammligen Toom.

    Wenngleich sich diese modernen Supermarkt-Konzepte in den letzten Jahren zunehmend weiterentwickelt haben, sei immer noch ein Blick in den Famila-Markt in Oldenburg (Wechloy) empfohlen. Meines Erachtens einer der Vorreiter auf diesem Gebiet.

  • Wer hat um Himmelswillen bloß diese furchtbaren Signalwürfel mit der Pizza und dem Hähnchenschenkel designt? Der übrige Laden sieht nach den hier vorgestellten Fotos ja wirklich schick aus, aber diese komische Pizza mit dem meterdicken Teigboden und dieser geschwürähnliche Schenkel verderben mir jeglichen Appetit. Solche freigestellten Produktfotos auf weißem Hintergrund in riesiger Größe halte ich für keine gute Idee.

  • Hi,
    Gruesse aus HH-Altona; hier wird das Rewe-Center auch gerade grossartig umgebaut/saniert. Die Ansaetze lassen erahnen, dass dies aehnlich toll wird wie in Egelsbach, Eroeffnung ist fuer November geplant.
    Im uebrigen an die Kritiker, ich bin Single und habe, da vollzeit berufstaetig auch nicht gerade viel Zeit. Aber es ist doch fuer einen selbst schoen, wenn man sich seine Lebensmittel in angenehmer und durchaus auch mit Anreizen versehenen Atmosphaere kaufen kann, ich jedenfalls freue mich dann anschliessend auch aufs Kochen und Geniessen

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