Kaiser’s Tengelmann stellt seine Discountmarke A&P endgültig ein

Kaiser’s Tengelmann stellt seine Discountmarke A&P endgültig ein

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„Attraktiv & preiswert“ wollte Kaiser’s Tengelmann sein, um den Kunden ein gleichwertiges Angebot wie die Discounter zu bieten. Jetzt ist endgültig Schluss mit der eigenen Billigmarke A&P.

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Der von Tengelmann geplante Verkauf seiner Supermärkte hat ein erstes prominentes Opfer gefunden: die Kaiser’s-Tengelmann-Discountmarke A&P. „Attraktiv & preiswert“ wollte die seit jeher sein, um den Läden ein Billig-Gegengewicht zu den starken Discountern zu liefern, und kurzzeitig war sie sogar mal Bestandteil des Supermarktnamens. Jetzt ist endgültig Schluss.

Seit einiger Zeit verschwinden die Produkte, deren Markenzeichen das rot-gelbe Logo und die weiße Verpackung waren, sukzessive aus den Regalen. (Supermarktblog-Leserin lene hat in den Kommentaren zu diesem Beitrag bereits darauf hingewiesen. Danke!)

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Vor zweieinhalb Jahren ersetzte Kaiser’s Tengelmann A&P bereits in der Drogerieabteilung durch gleichwertige Produkte der Billigmarke „Jeden Tag“, die kleinere Supermarktketten vom Einkaufsverbund Markant beziehen können (dessen Mitglied Kaiser’s Tengelmann weiterhin ist). Damals war ein Komplettaustausch noch kein Thema. Jetzt allerdings bestätigt eine Tengelmann-Sprecherin auf Supermarktblog-Anfrage:


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„Nach Auslaufen der A&P-Verpackungen werden die Produkte bei gleichem Inhalt auf ‚Jeden Tag‘ umgestellt.“

In vielen Regalen gibt’s nur noch einzelne weiße Verpackungen, die von „Jeden Tag“ in Knallrot umzingelt sind.

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Dazu machen sich komplett andere Billigmarken breit. Auf einigen Preisschildern ist das A&P-Logo zwar noch aufgedruckt. Die Bezeichnung daneben verrät aber schon, wer hier künftig Herrin im Schokoladenregal ist (eine gewisse „Karina“):

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A&P in einigen Kategorien weiterzuführen, ist nicht geplant. Auf die Frage, ob auch die Kaiser’s-Tengelmann-„Starmarke“ und das Bio-Sortiment „Naturkind“ mittelfristig ersetzt werden sollen, heißt es in der Unternehmenszentrale:

„Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es diese Pläne nicht.“

Kaiser’s Tengelmann muss gerade einen schwierigen Spagat bewältigen. Einerseits ist die Übernahme durch Edeka noch nicht ganz vom Tisch, weil die Beteiligten nach der Untersagung durchs Kartellamt theoretisch noch auf die beantragte Ministererlaubnis aus dem Wirtschaftsministerium hoffen können.

Praktisch schweben die Supermärkte damit aber ziemlich in der Luft, weil der Betrieb erstmal weiterlaufen und sichergestellt werden muss, dass das Angebot in den Läden stimmt. Ein neuer (anderer) Eigentümer ließe sich nur schwer finden, wenn die Kunden den Märkten längst enttäuscht den Rücken gekehrt haben. Deshalb hat Kaiser’s gerade sein im vergangenen Jahr getestetes Bonussystem Extrakarte (siehe Supermarktblog) in ganz Berlin eingeführt und wirbt mit dem Unterschied zur Konkurrenz. Auf Plakaten steht:

„Ich habe nichts zu verbergen. Außer meine Daten.“

(Weil die Extrakarte ohne persönliche Anmeldung funktioniert.)

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Auf der anderen Seite werden weiter Vorkehrungen für den beabsichtigten Verkauf getroffen, also z.B. Eigenmarken wie A&P eingestellt, die künftig nicht mehr benötigt werden, weil ein neuer Eigentümer ja seine eigenen Marken mitbrächte. („Starmarke“ und „Naturkind“ sind derzeit wohl nur schwerer zu ersetzen als A&P, weil es z.B. kein „Jeden Tag Bio“ gibt.)

Bis es soweit ist, wird Kaiser’s Tengelmann aber vermutlich noch eine Weile im Schwebezustand bleiben.

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Fotos: Supermarktblog

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