Frisch, aber teurer: Rewes Bringdienst macht die Kostenlos-Lieferung zur Ausnahme

Frisch, aber teurer: Rewes Bringdienst macht die Kostenlos-Lieferung zur Ausnahme

Inhalt:

Bislang bekamen Kunden des Rewe-Lieferdienst ihren Einkauf ab 100 Euro Warenwert kostenlos nachhause gebracht. In diesen Genuss kommen künftig nur noch wenige Online-Besteller. Ein kritischer Blick auf das neue Gebührenmodell des Diensts.

Partner und Sponsoren:

Seit einigen Wochen wirbt Rewe für seinen Bringdienst mit dem Spruch „Ich mag’s liefer frisch“ und will damit endlich auch Matschauberginen-Angsthaber vom Lebensmittel-Online-Einkauf überzeugen. „Sollte ein einzelnes Produkt nicht so frisch sein, wie Sie es erwarten, nimmt der Lieferfahrer es direkt wieder mit. Natürlich kostenfrei“, verspricht Rewe im Netz – „Bestellen ohne Risiko“. Mit der Aktion wolle man den Dienst „bei potenziellen Neukunden bekannter (…) machen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Dass Rewe gleichzeitig in Kauf nimmt, regelmäßige Kunden zu verärgern, steht da freilich nicht. Denn die Liefergebühren wurden zum Teil deutlich erhöht, und die Kostenlos-Lieferung ab 100 Euro gibt es in der bisherigen Form gar nicht mehr.

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Die Kunden werden erst im laufenden Bestellvorgang über die neue Kostenstruktur informiert. Der Mindestbestellwert von 40 Euro ist gleich geblieben, Bestellungen darüber kosten in der Lieferung „ab 3,90 €“; dazu kommt die neue Schwelle von 80 Euro, über der Einkäufe „ab 2,90 €“ zu haben sind; die 100-Euro-Grenze ist weggefallen und durch eine ab 120 Euro ersetzt worden, bei der die Bestellungen „ab 0,00 €“ geliefert werden.


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Auf Supermarktblog-Anfrage erklärt Rewe-Digital-Sprecherin Hannah Polmans, dass man die bislang in einzelnen Städten unterschiedlichen Gebühren vereinheitlichen wollte. Zudem werde nun ab 80 Euro Warenkorbwert ein Rabatt von einem Euro auf die Liefergebühr gewährt:

„Mit dieser Anpassung wollen wir auch die Kunden erreichen, deren Warenkorbwert nicht auf die 100 Euro kommt. Weil der Mindestbestellwert bei 40 Euro liegt, haben wir uns für 40-Euro-Schritte entschieden und entsprechend die Grenze für kostenlose Lieferungen auf 120 Euro angehoben.“

Für die Kunden ist diese angebliche „Vereinfachung“ jetzt allerdings sehr viel komplizierter, weil die Höhe der Lieferkosten sich nicht mehr – wie bisher – nur nach dem Zeitfenster der Lieferung richtet, sondern zusätzlich nach dem abgestuften Warenwert. In vielen Fällen bedeutet das, dass Lieferdienst-Kunden jetzt mehr bezahlen, zum Beispiel unterhalb der 80-Euro-Schwelle.

Mein Einkauf für rund 79 Euro aus dem Herbst vergangenen Jahres kostete damals 3,90 in der Morgen-Zustellung zwischen 8 und 10 Uhr. In den kommenden beiden Wochen müsste ich für denselben Einkauf im Lieferfenster zwischen 7 und 9 Uhr morgens mindestens 4,90 Euro zahlen, an manchen Tagen sogar die (aktuelle) Höchstgebühr von 5,90 Euro.

Kostenfrei nur für Sechseinhalb-Stunden-Warter

Vollständig kostenfreie Lieferungen sind künftig die Ausnahme. Bislang war die Regelung denkbar einfach: Wer für über 100 Euro online bestellte, musste nichts mehr für die Lieferung bezahlen. Das entsprach dem Wert, den Rewe-Chef Alain Caparros vor drei Jahren in einem Interview als Durchschnittsbetrag genannt hatte, ab dem man mit dem Lieferservice profitabel arbeiten könne.

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Diese Grenze scheint sich verschoben zu haben. Rewe Digital mag sich dazu nicht äußern. Sprecherin Polmans erklärt aber, dass die meisten Kunden, die bislang für über 100 Euro beim Lieferservice eingekauft hätten, auch über die neue 120-Euro-Grenze kämen.

Aber selbst dann werden sie künftig für die Lieferung zur Kasse gebeten, wenn auch nur zwischen 90 Cent und 1,90 Euro. Soviel kosten aktuell sämtliche Zwei-Stunden-Zeitfenster in Berlin für Kunden mit einem Einkaufskorb über 120 Euro. Nur wer zustimmt, in den maximal unpraktischen Zeitfenstern zwischen 7 und 13.30 Uhr bzw. zwischen 14.30 und 22 Uhr zuhause sein zu können, zahlt aktuell nix für die Lieferung.

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Faktisch hat Rewe die Kostenlos-Lieferung für Privathaushalte damit abgeschafft, weil der ganze Vorteil des Online-Einkaufs hin ist, wenn man dafür sechseinhalb bzw. siebeneinhalb Stunden zuhause sitzen muss. Profitieren dürften allenfalls Kitas oder Büros mit Sammelbestellungen, die Rewe damit bevorzugt.

Nun sind 90 Cent oder 1,90 Euro immer noch faire Beträge dafür, den Großeinkauf nachhause an die Tür geliefert zu bekommen. Aber als Signal an die bestehenden Kunden ist die Einführung der neuen Preisstruktur fatal: Weil sie nicht offen und transparent erfolgt ist, sondern erst im Laufe des Bestellprozesses sichtbar wird und Rewe die Aufmerksamkeit stattdessen auf seine Frische-Kampagne lenkt, die auch zahlreiche Branchenmagazine artig kommuniziert haben.

Amazon Fresh steht in den Startlöchern

Anfang 2015 war – ähnlich stillschweigend – bereits das „Preise wie im Laden“-Versprechen wieder einkassiert worden. Aktionen aus den Wochenprospekten sind seitdem nicht mehr gültig. Zudem kosten manche Artikel im Online-Shop inzwischen deutlich mehr als im Markt (z.B. alkoholische Getränke).

Rewe scheint sich mit seinem Lieferservice massiv verkalkuliert zu haben, denn der Eingriff in die Gebührenstruktur kommt ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Amazon in deutschen Großstädten seinen Prime-Now-Lieferdienst zu etablieren beginnt, der auch Lebensmittel schnell (und für Prime-Kunden innerhalb von zwei Stunden kostenfrei) nachhause bringt.

Dazu steht Amazons Lebensmittel-Lieferdienst Fresh kurz vor dem Deutschland-Start. Im 1. Quartal des kommenden Jahres könnte es soweit sein. Gespräche mit Lieferanten laufen. (Interessant wird freilich, welche Gebühren Amazon von den deutschen Kunden zu verlangen gedenkt. Im Ausland sind durchaus happige Jahresbeiträge fällig.)

In Großbritannien hat Lieferdienst-Marktführer Tesco derweil auf dieselbe Amazon-Initiative mit einer schnelleren Abholmöglichkeit für Online-Einkäufe in 300 seiner Läden reagiert: Wer bis 13 Uhr im Netz bestellt, kann seine Lebensmittel ab 16 Uhr im Markt um die Ecke einsammeln und zahlt für die Zeitersparnis, nicht Schlange stehen zu müssen, 2 Pfund (3 Pfund an stärker frequentierten Freitagen und Samstagen). Wenn Rewe den Kampf gegen Amazon in Deutschland gewinnen will, bräuchte es ähnliche Initiativen.

„Wenn die mit ‚Amazon fresh‘ richtig durchstarten, wird uns das sehr weh tun“,

hat Caparros gerade dem „Spiegel“ gesagt. Das gilt umso mehr, wenn Rewe treue Online-Kunden mit intransparenten Gebührenerhöhungen verärgert.


Nachtrag: Rewe erklärt: „Unsere Kunden haben die Änderungen gut angenommen und bei den wenigen Rückfragen, die uns erreicht haben, konnten wir den Kunden telefonisch, per E-Mail und über Social Media zur Seite stehen.“

Vielen Dank an Supermarktblog-Leser Stefan B. für den Hinweis!

Titelfoto: Supermarktblog, Screenshots: rewe.de

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37 Kommentare
  • Um die grundsätzlich zutreffende Einschätzung des Vorposters noch weiter argumentativ zu untermauern: Zusammen mit der Zeit, die man immer für das fummelige Zusammenklicken des Einkaufs braucht – vor allem, um bisher über die 100 Euro zu kommen – ist das Carsharingauto zu 1,90/Stunde irgendwie wieder etwas attraktiver geworden.

    • Korrekt. Muss denn wirklich alles schnell und noch schneller werden?
      Demnächst Lebensmittellieferung in 15 Minuten nach Hause?
      Ich sehe dies durchaus als gefährlich an, denn nur ausgeklügelte Logistiksysteme können dies leisten, was wiederum auf Kosten der „Kleinen“ geht

  • Das wird so nichts. Auch Amazon muss sich etwas neues einfallen lassen, um die spezielle Preissensibilität in D zu überlisten. Es mag in den Großstädten (davon haben wir bei wohlwollender Definition gerade mal 3 Stück im Land) noch mit Zusatzgebühren funktionieren, aber auf dem Land (inkl. aller Klein- und Mittelstädte) werden die Deutschen weiterhin einen ihrer beiden PKW nehmen und damit einkaufen fahren. Denn die kosten ja nichts. Sind nur Ehdakosten. Um als Anbieter einen Fuß in die Tür zu bekommen, braucht es eine geniale Idee.

  • Mh. Lebensmittel bei Nichtgefallen an der Tür zurückgeben konnte ich bislang ja auch schon, das ist also eigentlich nix Neues, was Rewe da bewirbt. Und ich kann’s nur immer wieder sagen: ich hatte noch nie Matsch-Obst beim Rewe Lieferdienst (allerdings, das muss ich zugeben, auch noch nie eine Aubergine bestellt).

    In der Praxis wird das mit dem Überprüfen der Frische-Artikel an der Tür allerdings schwierig, wenn man sich zwecks Erreichens des günstigeren / kostenlosen Liefergebühren-Bestellwerts eine Großlieferung ankarren lässt und der bereits verspätete, gehetzte (aber, wie ich bemerken muss, stets freundliche) Fahrer schnell weiter möchte. Mir ist es letztens passiert, dass der Lieferfahrer eine ganze Tüte vergessen hatte und mir das erst später beim Einräumen der Ware in den Kühlschrank aufgefallen ist.

    Die Anhebung der Bestellwerte für die Kostenlos-Lieferung ist da natürlich ärgerlich, auf der anderen Seite sind die Liefergebühren für den gebotenen Service ja nun wirklich nicht überzogen. Letztlich nimmt es vielleicht sogar ein bisschen denn Stress raus, denn bislang kam ich mit meiner Ein-Personen-Haushalt-Bestellung meist so auf knapp 80 Euro, hab dann aber, weil mich das System ja schon mit „nur noch 20 Euro bis zur kostenlosen Lieferung“ hämisch anstachelte, noch mühsam ein paar Flaschen Wein und anderen hochpreisigen Kram zusammengesucht oder hier und da die Artikelanzahl erhöht, um irgendwie die 100 zu schaffen. Was einfach unglaublich viel Zeit gekostet hat und anstrengend war. Andererseits wäre ich mir – gerade wegen des System-Hinweises – wie ein absoluter Vollidiot vorgekommen, wenn ich das nicht gemacht hätte. Bei 40 Euro Differenz zum Umsonst-Lieferung kann ich aber ganz entspannt auch für 2,90 bestellen, ohne mich zu ärgern.

    Ich nutze übrigens meistens die „maximal unpraktischen“ Zeitfenster am Samstag, weil ich da in der Regel eh den ganzen Tag zuhause bin (und dank des Rewe-Lieferdienstes ja auch nicht mehr aus dem Haus muss).

    Dass Amazon Fresh eine echte Konkurrenz werden könnte, sehe ich übrigens eher nicht. Denn wenn ich es richtig verstehe, müsste man da ja Premium-Kunde werden, um mit Lebensmitteln beliefert zu werden, also ein sich selbst verlängerndes teures Jahresabo abschließen. Das ist für mich ein absoluter Dealbreaker.

    • Du schreibst: „Dass Amazon Fresh eine echte Konkurrenz werden könnte, sehe ich übrigens eher nicht. Denn wenn ich es richtig verstehe, müsste man da ja Premium-Kunde werden, um mit Lebensmitteln beliefert zu werden, also ein sich selbst verlängerndes teures Jahresabo abschließen. Das ist für mich ein absoluter Dealbreaker.“

      Nur sind sehr viele Amazon-Kunden ja eh schon Prime-Kunden (Schätzungen gehen von locker 50 % aller Kunden aus, Amazon selbst schweigt darüber wie eh und je). Wenn das alles also im Rahmen der normalen Prime-Mitgliedschaft ablaufen sollte, würde das für viele Amazon-Kunden bedeuten, dass der Service keinen Aufpreis jostet.

    • Es ist nicht ganz so einfach: Die Gebühren für Prime Fresh in den USA sind deutlich höher als für Prime, insgesamt 299 Dollar im Jahr (statt 99 Dollar nur für Prime). Das wird sich hierzulande eher schwer etablieren lassen, wäre mein Tipp.
      In Großbritannien kostet Prime jährlich 79 Pfund, für Fresh kommen 7 Pfund im Monat dazu.

  • In UK haben wir den Lieferdienst von Tesco häufiger genutzt. Da wurde einem tatsächlich häufiger Gemüse gebracht, dass man im Supermakrt eher nicht sofort nimmt – aber immer noch essbar. Insofern ist die Rückgabemöglichkeit bei Rewe schon gut.

    Bei der Rückkehr nach Deutschland haben wir Rewe-Online zwar auch angeschaut, aber im Vergleich zur Option „Großeinkauf mit Car-Sharing“ ist es finanziell einfach nicht attraktiv (wahrscheinlich zu preissensibel:)). Bei Tesco gab es auch (auf 20 Flaschen begrenzt) den Billig-Sprudel und unbegrenzte Flaschen von der Mittelmarke. Bei Rewe-Online ist die ja!-Produkte-Auswahl ja eher begrenzt.

  • Also ich war letztens mit dem Car2Go beim Edeka und habe für 110€ eingekauft. Der Edeka ist vielleicht 800m entfernt, das Car2Go hat mit Wartezeit auf dem Supermarktparkplatz ca. 10€ gekostet (Smart).
    Da finde ich den Rewe-Lieferdienst sehr interessant, habe ihn aber noch nicht ausprobiert.
    Solange sich die Produktpreise im selben Rahmen bewegen wie die im Supermarkt.

  • Im Artikel und den Kommentaren wird viel gerechnet… aber letztlich doch nur um einstellige Euro-Beträge gefeilscht.

    Für Menschen die oberhalb des Durchschnittslohnes verdienen kommt es auf ein paar Euros doch eher nicht an. Da ist die Erleichterung, sich seinen Einkauf zusammenzuklicken und an den Kühlschrank geliefert zu bekommen anstatt in einen Supermarkt zu fahren, durch die Regale zu suchen, an der Schlange zu stehen und alles ein- und auszuladen doch erheblich größer. Da geht es glaube ich auch weniger um Zeitersparnis, sondern vor allem um mentale und körperliche Erleichterung. Kein Stress mehr.

    Wenn Rewe dann den gesamten Vorgang um einen oder zwei Euro teurer macht – who cares? Wer so ein enges Portemonnaie hat, kauft wohl eher bei Netto mit und ohne Hund.

    Und bei Amazon würde ich nie Frischwaren kaufen. Das ist kein Lebensmittelladen, da habe ich kein Vertrauen. Ich kaufe da mein Müsli, mehr nicht.

    • Ich stimme dem ja zu: die Liefergebühren sind im Verhältnis zur Leistung sicher nicht überzogen, auch nach der jetzigen Preisanhebung. Weswegen ich dann aber doch wieder anfange zu rechnen und zu feilschen, ist wegen der Rewe-eigenen Preis-Staffelung und der (theoretischen) Möglichkeit, bei einer riesengroßen Bestellung und einem Sieben-Stunden-Zeitfenster am Samstag eben doch um die Gebühren drumrum zu kommen. Was ja im Umkehrschluss bedeutet, dass ich mehr zahle, als ich müsste, was mich aber maßlos ärgert.
      Das ist dasselbe wie bei den Ladenpreisen: mir ist es prinzipiell egal, ob die Bio-Butter 1,49 oder 2,49 kostet. Solange sie überall dasselbe kostet. Wenn sie aber in dem wunderschönen Laden mit dem freundlichen Personal, in dem ich sonst supergern einkaufe, 2,49 Euro kostet und in dem hässlichen, verpilzten Schrabbelladen der Konkurrenz 2,39 Euro, gehe ich in den hässlichen Schrabbelladen. Nicht, weil ich mir die 10 Cent nicht leisten könnte, sondern weil ich mich Tag und Nacht darüber ärgern würde, unnötig Geld für nichts bezahlt zu haben, an dem sich jemand die Taschen füllt und mich für meine Dummheit auslacht (ich übertreibe das jetzt extra ein bisschen, um klar zu machen, auf was ich hinaus will).
      Und so ist das auch mit den Liefergebühren. Wenn bei Rewe ausnahmslos jede Lieferung immer und ohne Ausnahme von mir aus 5 Euro kosten würde, wäre für mich alles cool, alles gechillt, und ich würde nach Herzenslust entspannt bestellen. Dadurch aber, dass sie zwischen 0 und 5 Euro kostet, versuche ich alles Menschenmögliche, um nichts bezahlen zu müssen und fühle mich bei jedem Euro, den ich dann doch hinlegen muss, abgezockt. Nicht, weil ich mir den Euro nicht leisten kann oder mir der Service das nicht wert wäre, sondern weil es mich ärgert, ihn zahlen zu müssen, wenn es ja anscheinend auch kostenlos geht.

    • Hach, das kommt mir so herrlich bekannt vor. Um einmal abzudriften: ich habe unlängst sogar per Vorkasse, im Zeitfenster zwischen 0-6 Uhr nachts bestellt, per Hermes und dann auch nur an einen Hermes-Shop liefern lassen – weil ich dann bei diesem Händler keine Versandkosten zahlen musste.

      Ich komme mir – genau wie aufrechtgehn schon schreibt – abgezockt vor, wenn ich für eine Leistung zahlen muss, die ich unter gewissen Voraussetzungen (legal) umgehen kann.

    • Das sehe ich genauso. Wer bei Rewe eine Online-Bestellung macht, freut sich über die Zeitersparnis und die Stressvermeidung. Da über ein paar Euro feilschen ? Eher nicht und ich gebe gerne Trinkgeld, wenn alles gut klappt.

  • Muss meinem Vorredner Knut Recht geben in Bezug auf Relation Nutzen und Versandkosten. Wenn wir die o.g. Faktoren Fahrtweg, durch die Regale schlendern, Schlange stehen usw. betrachten und nun von wenigen € Lieferkosten sprechen und das auch noch in einem Zeitfenster ist das doch sehr fair!

  • Kaufland steht in Berlin auch in den Startlöchern mit seinem Lieferdienst. Ab heute erhalten alle Kunden bei jedem Einkauf ein Rubbellos, das neben Gewinnmöglichkeiten auch einen 10-Euro-Rabattgutschein ab 40 Euro Bestellwert im Lieferservice bietet. Unter http://www.kaufland.de/rubbeln finden sich die Teilnahmebedingungen:
    „Ab dem 08.09.2016 erhält jeder Kunde einer Kaufland-Filiale in Berlin-West und Potsdam, ab dem 22.09.2016 jeder Kunde einer Kaufland-Filiale in Berlin Ost je ein Rubbellos pro Einkauf.“
    Gewinne:
    „1. Platz: ein Audi A3
    2. und 3. Platz: je eine Vespa Primavera
    4. bis 6. Platz: je eine Apple-Watch“
    „Jeder Teilnehmer erhält bis zum 31.10.2016 einen Online-Coupon im Wert von 10 € für einen Online-Einkauf bis zum 31.12.2016 beim neuen Kaufland-Lieferservice an die angegebene E-Mail Adresse übersandt.“
    Eine Google-Suche fand keine weiteren Details zum Lieferservice, an den Kassen lagen die Rubbelkarten heute schon (Kaufland Osloer Straße), wurden aber noch nicht ausgegeben.

  • Ich muss einfach noch etwas zum neuen Layout loswerden: Es sieht schön aus, aber das System, wo denn jetzt wirklich die neuesten Artikel zu sehen sind, ist furchtbar. Oben die drei Bilder oder darunter in der Liste? Das sollten Sie dringend übersichtlicher machen.

    • Danke für die Kritik, aber ich find’s prima so. Oben kann ich Texte auch mal länger stehen lassen, wenn sie aus dem 3er-Teaser rausrutschen, dann direkt unten in die Liste. Wenn Sie wissen wollen, welche Texte neu erscheinen, können Sie sich gerne für die Newsletter-Benachrichtigung anmelden oder natürlich das RSS-Feed abonnieren, auf Facebook oder Twitter schauen.

  • Das verwirrende an den Teasern ist, dass dort eben nicht steht „Neueste Texte“. Dies erscheint erst nach den Teasern und ist somit verwirrend. Würde man das einfach nach ganz oben schieben oder ganz weglassen hilft es Neulinge auf der Seite ganz sicher.

    • Hab’s in „Weitere neue Texte“ geändert. Und nochmal: Die Teaser helfen, für eine Schwerpunktsetzung manche Texte auch mal länger oben stehen zu lassen (oder ältere wieder hochzuziehen), damit sie nicht unter neueren wegrutschen. Das ist nicht mehr streng chronologisch. Aber es gibt, wie gesagt, vier verschiedene Möglichkeiten, neu erschienene Texte chronologisch zu verfolgen, wenn das gewünscht ist.

    • Dann fände ich es am logischsten, wenn da „Weitere Texte“ steht. Dann suggeriert es einem nicht die chronologische Sortierung der gesamten Seite. Die Zeitangaben kann man ja, wenn man sich – warum auch immer – daran orientiert, über die anderen Wege bzw. die Datumsangaben der einzelnen Beiträge verschaffen. 🙂

    • Ich fürchte, Sie müssten mit dem leben, wie es jetzt aussieht. Und würde darum bitten, an dieser Stelle zum Thema des oben stehenden Eintrags weiterzudiskutieren. Danke!

  • Ich finde es hochinteressant, wie andere Leser das Thema Lieferdienst sehen. Mir scheint es eine Art Zweiteilung zu geben: Auf der einen Seite die Stadtbewohner?, die so etwas grundsätzlich gut finden und es entweder aus Bequemlichkeit nutzen würden, oder weil es einfach als Alternative zum Einkaufen mit Carsharing gesehen wird. Total nachvollziehbar.
    Auf der anderen Seite schaue ich mich bei uns in der Gegend um (Region Stuttgart, 18.000 Einwohner Städtchen mit S-Bahn-Anschluss) und nehme wahr, dass mit ganz anderen Augen auf so ein Angebot geschaut wird. Es ist eine Alternative zum wöchentlichen Einkauf, der mit dem PKW erledigt wird, nachdem der Müll zum Wertstoffhof gefahren wurde. Und bei der Gelegenheit werden auch noch der Wasservorrat aufgefüllt sowie im Baumarkt Erde und Pflanzen für den eigenen Garten geholt. Oder der Einkauf wird auf dem Heimweg von der Arbeit erledigt. Ist kein Thema, denn man hat seinen PKW immer dabei.
    In diesem Umfeld das Einkaufen durch einen Lieferdienst zu ersetzen, ist im ersten Moment keine große Erleichterung. Vor allem nicht bei den Lieferfenstern, die REWE anbietet.

  • Wie soll diese Frische-Garantie denn in der Praxis funktionieren? Der Lieferfahrer wird ja wohl kaum 10 Minuten daneben stehen und zuschauen wie man die Einkäufe auspackt und begutachtet. Der muss zügig weiter zur nächsten Lieferung.

    Außerdem ist es irgendwie peinlich eine leicht überreife Banane oder sowas zurückgehen zu lassen. Und dann steht man da und muss doch noch mal losziehen.

    • Oder Sie machen kurzen Prozess – und versenken die Banane einfach ganz schnell im Müsli anstatt nochmal loszuziehen!

    • Die Einkäufe sind in der Regel thematisch sortiert in die Tüten verpackt. Wer unter Matschobstangst leidet, für den ist es ein Leichtes, zügig die Tüte mit der Frischware herauszusuchen und ihren Inhalt einer schnellen optischen und / oder haptischen Inspektion zu unterziehen, während der Lieferfahrer noch mit dem Listenabhaken und Pfandeintippen beschäftigt ist. Und die Lieferfahrer nehmen wirklich diskussionslos alles wieder mit, was man nicht will. Hatte ich schon öfters bei Ersatzartikeln.
      Klar, für eine ausführliche Einzelbegutachtung sämtlicher Ware an der Tür ist keine Zeit, aber die braucht’s bei den Dosen, Flaschen und Packungen auch nicht. Und selbst, wenn man hinterher feststellt, dass was fehlt oder das Falsche in der Tüte war (was die absolute Ausnahme ist) – Mail an Rewe genügt, dann wird das gutgeschrieben.
      Ich lasse mir übrigens immer Bananen liefern und hatte noch nie eine (auch nur leicht) überreife. Vielleicht einfach mal ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln?

  • Die Erhöhung der Liefergebührgrenzen hat mich persönlich schon geärgert, weswegen ich eine Bestellung bei ca. 95 Euro abgebrochen habe und lieber eine kleine Bestellung bei Bringmeister augelöst habe, deren Sortiment mir deutlich besser gefällt, als das von Rewe.
    Nun bin ich inzwischen aber dennoch in den Genuss der 120 Euro kostenlos Bestellung gekommen, weil Rewe mich wieder einmal mit einem 10 Euro Gutschein bedacht hat. Der in Verbindung mit der kostenlosen Lieferung ab 120 Euro war dann ok. Dennoch ist einiges an Mist im virtuellen Einkaufswagen gewesen, den ich sonst wohl nicht bestellt hätte. Aber irgendwie musste ich natürlich auf die 120,01 Euro kommen.
    Auch wenn mich noch vieles stört – so viel, dass ich es hier alles gar nicht aufzählen will – finde ich diese Art einzukaufen praktisch, wenn man das Sortiment kennt und insbesondere für Dosenvorräte und Getränke.
    Bei frischen Produkten kann es schon einmal ernüchternd sein, zwar war die Qualität bisher immer gut, aber bei Größe und Farbe hat man manchmal doch andere Vorstellungen und hätte dann einen Artikel entweder nicht gekauft oder eine andere Stückzahl davon. Kürzlich erhielt ich ein 1kg Netz Zwiebeln, mit Zwiebeln so klein, das hätte ich nicht gekauft oder ein anderes genommen. Wie gesagt, für verpackte und bekannte Produkte ist es aber sehr bequem sich die Waren liefern zu lassen.

  • Leidet Mr.Jingles an Schizophrenie….ach nee, das ist der Andere ;-)) War nur Spaß!
    Trotzdem scheinen für Dich die Vorteile bei REWE Online zu überwiegen. Oder wie kann das gedeutet werden?

    Zwiebeln sind nun mal natürlich gewachsen und unterscheiden sich in der Größe je nach Saison, Lieferant, Preis und Herkunft. Gibt ja auch kleine und große Menschen. Soll heißen, entweder in das Bemerkungsfeld reinschreiben a la: ich brauch dicke Dinger 😉 oder gleich an der Tür ablehnen oder selbst in den Markt gehen um die Onions zu beglotzen. Übrigens ist die Strategie von Vorredner Aufrechtgehn genau die Richtige. Wer Matschobstphobie hat guckt schnell mal in die Tüte und sollte was nicht so sein wie gewollt (zu groß, zu klein, zu gelb, zu grün) einfach wieder zurück geben. Noch was: wer als Picker bei REWE „schon länger frisches “ Obst und Gemüse auf die Reise schickt, bekommt eine Nachschulung der unangenehmen Art. Habe ich mich klar ausgedrückt? REWE dokumentiert wer eingepackt sowie wer ausgeliefert hat. Wenn die Rekla dann eine Woche später kommt kann daran der Verursacher festgestellt werden. Noch was zu den Liefergrenzen: es gibt keine Strichliste – ich schätze aber das 20% aller Aufträge über 120 EUR kommt. Ich habe den Eindruck dass viele Leute kein Problem damit haben Liefergebühren zu bezahlen. Die Probleme gehen erst dann los wenn diese Gebühren durch ihr eigenes Bestellverhalten umgangen werden könnten. Dann ist Sodom und Ghomorrha. Ok, dann schlagen wir REWE vor IMMER 5 EUR zu verlangen und die Kunden werden dann nach Deckungsbeitrag betrachtet. Ist euch das lieber? Glaube nicht. Der Kunde hat die Wahl: er KANN sich mit 120 EUR kostenlos beliefern lassen. Er MUSS es aber nicht. Oder anders ausgedrückt: wer viel einkauft hilft mit den Deckungsbeitrag zu erreichen. Wer knapp die 40 EUR schafft zahlt einen kleinen Betrag, dafür kommen die 7 Wasserkisten auch in den 5.Stock gelatscht. Wer kann das sonst? Also, ich hör nix…;-) Leute, hört auf euch zu ärgern. Der Wettbewerb um den im Internet kaufenden Kunden (das seid IHR alle da draußen) wird in Zukunft härter und der rote Verein ist nur einer von vielen Spielern auf dem Feld. Es bleibt spannend.

  • Ich weiss nicht was Ihr habt. Ich finde den Rewe Lieferservice genial. Wer sonst schleppt mir meine Einkäufe in den 5. Stock ohne Fahrstuhl?

    Die Fahrer sind ausnahmslos freundlich. Auch, wenn sie mir für eine Geburtstagsfeier einige Kisten nach oben schleppen durften. Die Ware ist top. (Ersatz-)Artikel, die nicht gefallen, nimmt der Fahrer anstandslos wieder mit. Die Waren haben fast alle die gleichen Preise wie im Rewe Markt. Die gebuchten Zeitfenster werden auch immer eingehalten.

    Für diesen Lieferservice bin ich gern bereit eine kleine Gebühr zu zahlen. Wer das nicht will, lässt es halt sein.

    Euch zwingt keiner bei Rewe zu bestellen!

    Ich möchte den Rewe Lieferservice jedoch nicht mehr missen!

  • Hallo liebe Leute,

    ich habe heute meine erste Lieferung mit ca. 70 Euro erhalten. Und ich bin super-zufrieden.

    Ich wollte gar runterlaufen und helfen, die Flaschen hochzutragen (ich wohne im 3. Stockwerk); war aber nicht nötig. Klar musste ich mit der ersten Bestellung keine Liefergebühren zahlen; wohl so Art Willkommensgeschenk.

    Mit dem nächsten Einkauf (Mindestbestellwert 40 Euro) muss ich wohl zwischen 3,90 bis 5,90 Euro zahlen. Ich wohne in München, relativ zentral.

    Klar könnte ich selbst „einkaufen“ gehen und die Tüten selber tragen bzw. per Auto den Einkauf erledigen.
    Egal wie man es rechnet, als Städter*in ein tolles Angebot.
    Ich habe die ersten Schritte mit so einem Lieferservice im Jahre 2007 (Tengelmann) ausprobiert. Nun ist aber das Angebot richtig rund, auch wenn nun ReWe. Wie erwähnt, ich habe keinen Einblick mit den Bedinungen außerhalb einer Großstadt.

    Also: Wenn man wöchentlich oder zwei-wöchentlich immer wiederkehrende Artikel-Bedürfnisse/Einkäufe hat, Zeit und Möglichkeiten ala Parken/Auto vermeiden möchte und gezielt einkauft, dann wunderbar.

    Und d. Lieferpersonal ist wohl wirklich top. Auch wenn ich angeboten habe, dass ich helfen würde, die Flaschen usw. hochzuschleppen. Es war nicht nötig. Hoffentlich sind die 6 Euro als Trinkgeld ok.

    Grüße.

    PS: Zwei Fragen
    a) Trotz Liefergebühren zwischen 3,90 und 5,90. Wie kommt es, dass überhaupt so ein Service angeboten wird? Kann man so ein Angebot wirklich betriebswirtschaftlich lohnend anbieten? Vermutlich schon. Dennoch wundere ich mich.
    Ich verstehe es noch nicht, da die Preise in München per Lieferdienst (fast) identisch mit Ladenpreise sind. Gut, die Liefergebühren kommen dazu. Dennoch bin ich erstaunt.

    b) Mit dem Trinkgeld bin ich etwas unsicher. Ich habe mit einem Bestellwert ca. 70 Euro (ohne Liefergebühren), 6 Euro Trinkgeld gegeben, weil ich auch etwas „Mitgefühl“ wg. den vielen Flaschen hatte (4xWein, 4xCola und 6xWasser).

  • Hallo,

    ihr habt eine Gruppe nicht berücksichtigt, bei der Kritik am Zeitfenster. Ich habe mir REWEs Liederdienst nur deshalb angesehen weil ich etwas suche für meine Mutter, die aus gesundheitlichen Gründen in Zukunft evtl. nicht mehr immer selbst Einkaufen gehen kann.

    Die größe des Zeitfenster ist dabei egal. 7h, ok. Passt. Ist sowieso zu hause.

    • Sie müssten nächtes Mal bitte eine gültige E-Mail-Adresse angeben, um hier zu kommentieren. (Wird nicht veröffentlicht.) Danke!

  • Der Bringedienst ist doch etwas für ältere Menschen, welche nicht mehr so gut zu Fuss sind und ihre schweren Einkaufstaschen nach Hause schleppen müssen und nicht für Leute die zu faul sind.
    Das Problem ist eigentlich für viele ältere wie bei meiner Mutter 86 Jahre schlecht zu Fuss aber kein Internet.Was gibt es für Möglichkeiten für diese Menschen??

    • Ich sehe nicht, dass der Lieferservice nur etwas für Ältere sein soll. Es gibt zahlreiche individuelle Gründe, diesen Dienst zu nutzen. Nicht jeder tummelt sich gerne im Supermarkt …. 😉

  • Als Neukunde frage ich REWE seit Tagen die Kosten des Lieferdienstes. Außer eine höchst unfreundliche Dame am Kundendiensttelefon und ein nichts sagendesdes Video, habe nichts in Erfahrung bringen können. Aus diesem Kundenunfreundliches Verhalten entnehme ich, dass diese Kosten nicht nur hoch sondern auch nicht Transparent sind. REWE scheint den Moment verpassen, neue Kunden zu gewinnen und scheint nicht gemerkt zu haben, dass die Konkurrez ihnen auf die Fersen folgt.

    • Mein Vorschlag wäre, dass sie sich online über die Kosten informieren. Diese variieren nämlich von Region zu Region.

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