Next Stop: Chickadilly Circus! Mit dem Tiefkühlzug durch Icelands bunte Frostwelt

Next Stop: Chickadilly Circus! Mit dem Tiefkühlzug durch Icelands bunte Frostwelt

Inhalt:

Einsteigen, bitte! Die Sightseeing-Tour durch den neu designten Laden der britischen Tiefkühlsupermarktkette Iceland geht gleich los. Und Sie wollen doch sicher keine Attraktion verpassen.

Partner und Sponsoren:

Einsteigen, bitte! Die Türen des Tiefkühlzugs schließen – nee, nicht automatisch. Wenn Sie leicht frösteln, empfiehlt es sich aber, sie geschlossen zu halten während unserer Sightseeing-Tour durch den neuen Laden der britischen Tiefkühlsupermarktkette Iceland. In dem sieht das zentrale Kühlmobiliar aus, als hätte ein Zugführer der Londoner Northern Line kurz vor Clapham Common aus Versehen eine falsche Abzweigung genommen und sei mit seiner Ready-Meal-bepackten U-Bahn mitten auf der Verkaufsfläche zum Stehen gekommen.

(Wieso auch nicht? Bei der Deutschen Bahn fährt schließlich auch ständig irgendein Zugführer an Wolfsburg vorbei.)

Sicher sind Sie ein bisschen aufgeregt, weil’s hierzulande keine reinen Tiefkühlsupermärkte gibt und Sie die schneeweißen Frostmöbelmuseen von Icelands französischem Tiefkühlschwippschwager Picard (siehe Supermarktblog) vor Augen haben. Mit denen hat der im Oktober 2016 eröffnete Laden aber glücklicherweise nicht viel gemeinsam.


Ebenso wenig wie mit den übrigen der insgesamt 860 britischen Iceland-Filialen, muss man fairerweise dazu sagen. Der Auftrag an die Kreativagentur lautete: Ändert das!

Ob sich der Aufwand gelohnt hat, wissen Sie in ein paar Haltestellen. Ticket brauchen Sie ausnahmsweise keins. Einsteigen, bitte!


Next Stop: Chickadilly Circus

„Fries & Wedges“, „Chicken Breast Steaks“, „Groceries“! In allen Farben glänzen hintergrundbeleuchtete Reklametafeln mit appetitlich angerichteten Abbildungen durch den renovierten Laden. Die aufmerksamkeitsstarke Inszenierung soll vermutlich den Nachteil ausgleichen, dass ein Großteil der Tiefkühlkomponenten unter Glas verstaut für die Kundschaft nicht direkt begrabbelbar ist. „Lifestyle Photography“ nennt die Agentur die auf Holzhintergrund gephotoshoppten Serviervorschläge.

Genügend Platz, damit sich dort bekannte Markenhersteller wie Birdseye (Iglo) in ihrer „oven crispy breadcrumb“-Panade suhlen können, ist auch.

Alles arg touristisch zwar, aber machen Sie schnell noch ein Selfie für die Lieben zuhause! Sonst glaubt Ihnen ja heutzutage keiner mehr, dass Sie wirklich da waren.

Next Stop: Tower Chill

Eine imposante Festung aus Glas und Metall, die den britischen Ready Meals mit ihren Rezepten aus aller Ex-Kolonien Länder als ständige Residenz dient und sie vor plötzlichen Temperaturschwankungen im Laden schützt: Icelands Tiefkühltower gehört zweifellos zu den größten Attraktionen unserer Rundfahrt.

Ursprünglich im Herbst 2016 für King Prawn Curry erbaut, wird der Tower längst auch als Stützpunkt für Crispy Duck und Chicken Madras genutzt.

Zahlreiche Besucher stehen freilich Schlange, um die im Komplex daneben ausgestellten Kühlkronjuwelen zu bestaunen. Die Vitrinen sind selbstverständlich mit einbruchssicherem Glas versehen, wir sind hier ja nicht im Berliner Bode-Museum. Wenn wir Glück haben, fällt unser Besuch sogar mit der Bevorratung der golden panierten, in Dinosaurierform gepressten Truthahn-Nuggets zusammen.

Aaah, ja – schauen Sie mal:

Next Stop: Fruits Court

Kurze Pause für Erfrischungen. Weil aufgetaute Tomaten im knackfrischen Beilagensalat so hässliche Matschpfützen hinterlassen, kommt der moderne Tiefkühlsupermarkt von heute keinesfalls ohne Gemüsetheke aus. Der Fruits Court ist allerdings auch die einzige Grünfläche, die Sie hier heute zu Gesicht bekommen werden.

Next Stop: Big Deals Corner

Gleich am Eingang des Ladens befindet sich der Versammlungsplatz für Herabgesetze(s): Big Deals Corner. Dort kann jedes Produkt den vorbeieilenden Kunden ungefragt seine Meinung sagen. Hauptsache, sie ist schön billig (75p, £1). Die meisten Beiträge sind jedoch tendenziell hochkalorisch vorgetragen:

Im hinteren Ladenteil gibt es eine Dependance für niedrigtemperierte Artikel, denen Iceland im Seitengang praktischerweise rote Boxen zur Verfügung stellt, auf die sie steigen könnten, um besser gesehen zu werden. (Wenn sie sich vorher mit den Aktionsprodukten arrangieren, die sich dort eingenistet haben.)

Meistens reichen freilich auch die integrierten Truhenfernseher, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen (siehe Supermarktblog).

Next Stop: Fish Finger Highstreet

„The Power of Frozen“ ist das Motto, mit dem Iceland für die Superheldenqualitäten seiner Produkte wirbt: mehr Nährstoffe und Bequemlichkeit, hohe Qualität, niedriger Preis, keine Reste zum Wegwerfen. Die dazu passenden Botschaften sind sozusagen die tragende(n) Säule(n) auf der markteigenen High Street:

„Spend less time preparing and more enjoying“
„Just the right amount“
„Freezing locks in valuable nutritients“

Ihren maritimen Flair bezieht die breite Einkaufswagenstraße von den Flagship-Truhen bekannter Tiefkühlprodukthits: Fischstäbchen, panierter Fisch, eckig frittierter Fisch, Fisch in allen Formen. Nicht vergessen: den Spritzer Zitrone obendrauf! (Also: wenn Sie den Fisch nachhause getragen, aufgetaut, zweitfrittiert und aufgetischt haben; im Laden gibt das sonst bloß Sauerei.)

Wo wir gerade schon auf der Haupteinkaufsstraße sind: Souvenir gefällig?

Süßkartoffelpommes-Emoji!

Padding-Tin

Deutlich nüchterner geht’s im angrenzenden Padding-Tin zu, wo die dollen Dosen wohnen, deren Inhalt Sie bei Bedarf zum eingekauften Kühlessen dazukippen dürfen. Außerdem künden die hohen Regale bereits von Canabeery Wharf, einem alten Hafengebiet (ohne Abb.), das Iceland mit einer ordentlichen Craft-Beer-Auswahl Hipster-stürmbereit gemacht hat. (Auf Lager-Kosten, versteht sich.)

Next Stop: Take Away Park

Damit haben wir den Teifkühlteil des Iceland-Markts endgültig hinter uns gelassen. Hungrig sind Sie jetzt sicher, nach der anstrengenden Tour. Kein Problem in Take Away Park, der vorletzten Station unserer Rundreise – noch dazu mit praktischem Direktzugang vom dahinter haltenden Tiefkühlzug.

Lassen Sie aber noch ein bisschen Platz für Nachtisch. Schließlich kommt jetzt ja noch:

Next Stop: St. Sweet’s

Seit seiner Errichtung mehrfach von Zahnarztprotesten erschüttert und einmal fast komplett zerstört, steht die monumentale St. Sweet’s direkt vor den Kassen und überragt mit den beiden eckigen Pappkuppeln am Marktende fast alle übrigen Regale. Den zu ihr pilgernden Kunden kündet sie nach dem aufzehrenden Einkaufsmarsch von süßer Erlösung. (Sofern die sich vorher nicht im angrenzenden Alcoholic Beverages District zum Hochprozentualen konvertieren haben lassen.)

Beeindruckend ist vor allem die riesige Orgel an der Front, sorgsam zusammengesetzt aus einzelnen Aero Bubbles, Lions, Maltesers, Daims, KitKats und Cadbury Heroes. Himmel!


Haben Sie sich einen kleinen Eindruck von den Sehenswürdigkeiten verschaffen können, die Icelands aufgebrezeltes Ladendesign zu bieten hat? Cool. Das britische Fachmagazin „The Grocer“ meldete kürzlich, seit der Eröffnung im Oktober seien die Umsätze in der Filiale um 40 Prozent gestiegen (bei gleichem Sortiment und gleichen Preisen wie in den übrigen.)

Kein Wunder, dass Iceland auch seine restlichen Läden damit in die Supermarkt-Gegenwart transferieren will.

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Bislang ist die Lücke zwischen Icelands alten und den neu designten Filialen nämlich: riesig. Sie ahnen deshalb sicher schon, welchen Hinweis Sie beim Verlassen des des Tiefkühlzugs beachten sollten. Mind the gap!


Mehr Tiefkühlthemen im Blog:

Fotos: Supermarktblog"

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