Lidl Plus testet personalisierte Angebote und will 2020 in mehreren europäischen Ländern starten

Lidl Plus testet personalisierte Angebote und will 2020 in mehreren europäischen Ländern starten

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Lidls digitales Treueprogramm ist inzwischen von Polen bis Spanien verfügbar, als nächstes kommt Finnland dazu. In Berlin und Brandenburg herrscht weiterhin Experimentier-Durcheinander.

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Was gibt’s Neues bei Lidls digitalem Treueprogramm Lidl Plus? Hier kommt ein kleines Update:

1. Start für mehrere europäische Länder angekündigt

Lidl Plus ist inzwischen von Polen bis Spanien verfügbar. In neun europäischen Ländern können Kund:innen auf ihren Smartphones (landesspezifische) Rabatte und Vergünstigungen freischalten. Nach den Pilotländern Spanien, Österreich und Polen ist Lidl Plus seit dem vergangenen Jahr auch in den Niederlanden und in Deutschland (weiterhin nur in Berlin und Brandenburg) verfügbar, nunmehr auch in Belgien, Dänemark, Luxemburg und Slowenien. Der Start in Finnland, wo der Discounter über gerade einmal 186 Filialen verfügt, ist für dieses Frühjahr angekündigt.

In diesem Zuge hat Lidl auch bekannt gegeben, das Programm im Laufe des Jahres 2020 in „mehrere neue Lidl-Länder“ bringen zu wollen. Bislang fehlen z.B. Frankreich (rund 1.500 Filialen), Italien (630 Filialen) und natürlich der Großteil des deutschen Heimatmarkts (mit insgesamt 3.200 Filialen).


Interessant dürfte auch werden, ob Lidl Plus der Handelskette in Großbritannien (760 Filialen), wo das Wachstum auf Kosten klassischer Supermarktketten ohnehin schon groß ist (siehe Supermarktblog), noch einmal zusätzlichen Schwung beschert. (Eine entsprechende Lidl-Plus-Seite im Netz ist bereits angelegt, aber noch leer.)


Screenshots [M]: Lidl/Smb

Lidl Finnland hat zudem erklärt, dass finnische Nutzer:innen die App auch bei ihrem Urlaub im europäischen Ausland einsetzen können, um sich in ihrem Urlaubsland über lokale Angebote zu informieren. Die Kollegen vom Fachdienst IGD Retail Analysis lesen daraus, dass Lidl plane, das Programm in einer grenzfreien Version zu publizieren.

Praktisch ist eine länderübergreifende Nutzung aber bereits möglich: Mit dem einmal angelegten Lidl-Login lässt sich innerhalb der App über die Einstellungen auswählen, in welchem Land Lidl Plus genutzt werden und welche Coupons für den Einkauf aktiviert werden sollen – sofern man der jeweiligen Sprache mächtig ist.

2. Lidl Plus in Berlin und Brandenburg weiter im Experimentiermodus

Seit dem Start in Berlin und Brandenburg hat der Discounter unterschiedliche Strategien getestet, angemeldete Nutzer:innen mit Rabatten zu beglücken. Ende des vergangenen Jahres waren die bis dahin im Wochentakt ausgegebenen Vergünstigungen auf ausgewählte Produkte nicht mehr automatisch in der App verfügbar, sondern an eine konkrete App-Nutzung beim Einkauf gebunden (siehe Supermarktblog). Das hat Lidl teilweise wieder rückgängig gemacht.

Seit einem Monat stehen Nutzer:innen zumindest wieder wöchentliche Aktions-Coupons zur Verfügung, dazu kommen neue „Wochenendlich“-Coupons, die – wie der Name schon sagt – lediglich am Freitag und Samstag eingelöst werden können.

Der „Rabattsammler“ kennt aktuell nur noch vier Stufen, ab denen zusätzliche Belohnungen freigeschaltet werden (30, 75, 150 und 250 Euro); an der eingeschränkten Attraktivität dieses Angebots hat sich nichts geändert. (Wer im Monat 250 Euro ausgibt, kriegt aktuell eine Tüte Crunchips geschenkt.)

3. Personalisierung in Spanien

Wer Lidl-Plus-Nutzer:in wird, willigt ein, personalisierte Empfehlungen zu erhalten. Diese basieren auf den Daten, die Lidl zu den getätigten Einkäufen sammelt und mit dem Nutzer:innen-Profil verknüpft. Davon wird bislang aber kaum oder allenfalls punktuell Gebrauch gemacht, in der deutschen Variante (meines Wissens) noch gar nicht. Anders in Spanien: Dort werden auf der Startseite Artikel in der Rubrik „Recomendados para ti“ („für dich empfohlen“) an prominenter Stelle eingeblendet.


Screenshots [M]: Lidl/Smb

Das ist (in meiner App) noch sehr übersichtlich, „empfohlen“ werden derzeit: Bananen, Erdbeeren und Möhren. Vergünstigungen für die Empfehlungen scheint es auch (noch) nicht zu geben. Die Funktion demonstriert aber ganz gut, wo Lidl mit seinen Treueprogramm hin will: zu einem sehr viel stärker individualisierten Angebot, das die Einkaufsgewohnheiten regelmäßiger Kund:innen einbezieht und besser prognostizieren kann, welche Produkte für sie womöglich interessant sind. (Auch wenn dafür eine regelmäßige Nutzung nötig sein dürfte.)

4. Spielerischer Ansatz in den USA

Bereits seit seinem Markteintritt vor fast drei Jahren lässt Lidl Kund:innen in den USA Smartphone-Coupons an der Kasse scannen (siehe Supermarktblog). Die dafür eingesetzte App heißt aber nicht Lidl Plus, sondern „myLidl“ – auch wenn sich manche Funktionen sehr ähneln. Den „Rabattsammler“ gibt es z.B. auch in der amerikanischen Variante als „super shopper“ – die Discountkette verkauft das Feature seinen Kund:innen dort nur sehr viel stärker als Spiel („learn how to play myLidl rewards“), bei dem man einen „super shopper reward“ erhält, wenn man die jeweiligen Umsatzstufen erreicht hat. Für welche Belohnungen gespielt wird, verrät Lidl anders als in Europa vorher jedoch nicht.

Dafür sollen die Bonus-Spiele monatlich abgewechselt werden, z.B. mit dem „frequent shopper“, bei dem es darauf ankommt, drei Einkäufe in einem Monat mit einem Mindestumsatz von 20 Dollar zu tätigen, um den „frequent shopper award“ zu erhalten. „Belohnungen“ können anschließend bei einem Einkauf nach Wahl eingelöst werden.

Mehr zum Thema steht im Blog-Dossier Kundenbindung.

Fotos: Supermarktblog"

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