Lebensmittel-Logistik in der Corona-Krise: Warum es manchmal etwas dauert, bis die Regale im Supermarkt wieder aufgefüllt sind

Lebensmittel-Logistik in der Corona-Krise: Warum es manchmal etwas dauert, bis die Regale im Supermarkt wieder aufgefüllt sind

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Wie hat sich das Einkaufsverhalten der Kund:innen seit Beginn der Corona-Krise verändert? Was bedeutet das für die logistischen Prozesse der Supermärkte und Discounter? Und wie wirkt sich all das auf die Situation in den Läden aus?

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Hinweis: Dieser Text spiegelt der Stand der Dinge zu Beginn der 12. Kalenderwoche 2020. Er dient vor allem einer allgemeinen Erläuterung der Entwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel zu Beginn der Corona-Krise. Die geschilderten Prozesse werden täglich durch neue Nachrichten und Ereignisse beeinflusst und können sich deswegen auch schnell verändern. Zudem sind regionale Unterschiede möglich.


Seit dem Wochenende Tagen verbreiten sich über die sozialen Medien nicht nur Falschmeldungen zu eingeschränkten Öffnungszeiten im Lebensmitteleinzelhandel, die alle großen Ketten dementiert haben (siehe Supermarktblog). Auch Fotos von leergekauften Regalen verunsichern viele, weil dadurch der Eindruck entsteht, schnell in die Läden eilen zu müssen, um noch etwas abzubekommen. Politik und Händler versichern jedoch, dass die Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt sei.

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Um zu erklären, warum die Regale trotzdem manchmal leer sind, hab ich mich in der Handelsbranche umgehört, wie sich das Einkaufsverhalten der Kund:innen in den vergangenen zwei Wochen verändert hat, was das für die logistischen Prozesse der Supermärkte und Discounter bedeutet und wie sich all das auf die Situation in den Läden auswirkt.


Wann ging das alles eigentlich los?

Mit zunehmender Verbreitung des Coronavirus in Europa sind Ende Februar in vielen Medien Berichte über die Notfallvorsorge im Krisenfall erschienen, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – schon immer – empfohlen wird. Ab diesem Zeitpunkt stiegen Einkäufe bei den dort aufgeführten Artikeln (u.a. Reis, Konserven, Toilettenpapier) deutlich an und blieben auch weitgehend konstant, bevor bei einigen Händlern zu Beginn der vergangenen Woche ein Rückgang registriert wurde. Am Mittwoch, als die Auswirkungen der Krise auf ihren Alltag für viele greifbarer wurden, ist die Nachfrage dann jedoch wieder sprunghaft angestiegen.

Wieviel mehr wird verkauft?

So pauschal lässt sich das nicht sagen, weil es sich von Warengruppe zu Warengruppe stark unterscheidet. „Bei einigen Artikeln ist es das Drei- bis Vierfache der üblichen Menge“, berichtet ein Mitarbeiter einer großen Handelskette. Am Wochenende stieg dann auch die Nachfrage nach Obst und Gemüse. (Später mehr dazu, warum das wahrscheinlich so ist.)

Wenn die Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt ist – wieso sind dann am Wochenende wieder so viele Fotos von leeren Supermarktregalen in den sozialen Medien aufgetaucht?

Das hängt auch damit zusammen, wie Supermärkte und Discounter beliefert werden. Frisches Obst und Gemüse kommt in der Regel sechsmal pro Woche in den Läden an. Artikel mit längerem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) – also genau die, die gerade massenhaft gekauft werden – werden hingegen durchschnittlich nur alle zwei oder drei Tage geliefert. Dazu kommt Folgendes:

  • Wenn die Märkte neue Ware aus den Lagern bestellen, geschieht das in der Regel mit ein bzw. zwei Tagen Vorlauf.
  • Gleichzeitig ist der Samstag oftmals kein Anliefertag für Ware mit längerem MHD.

Das bedeutet: Die Mitte vergangener Woche bestellte Ware war teilweise schon kurz nach der Lieferung wieder ausverkauft. (Es gibt Aussagen, denen zufolge manche Händler am vergangenen Freitag fast doppelt soviel verkauft haben wie an einem regulären Freitag.) Am Samstagmorgen sind Kund:innen in die Läden gekommen und standen deshalb punktuell vor leeren Regalen. Kurz gesagt: Der Freitag hat aufgefressen, was vom Donnerstag an Ware übrig geblieben ist, und dann kam auch noch der Samstag obendrauf.

Weshalb wird nicht von vornherein viel mehr bestellt?

In der Regel übernehmen automatische Systeme die Nachbestellung für Artikel mit längerem MHD. Ein Anstieg wie zuletzt kann die Prognose aber durcheinander bringen – die Händler müssen manuell eingreifen und eigene Vorhersagen liefern, ohne zu wissen, wie lange die Nachfrage anhält und wann sie wieder absinkt. Teilweise werden die Bestellungen auch ausgesetzt und Ware wird aus der Zentrale gesteuert zugeteilt.

Ist das nicht einfach wie vor Weihnachten und Ostern?

Viele Händler sagen, dass sie sich „im Weihnachtsmodus“ befinden, ja. Das bedeutet u.a., dass es zusätzliche Samstagsbelieferung in den Lagern gibt und auch schon über Sonntagsbelieferungen diskutiert wird. Dabei hilft das derzeit gelockerte Sonntagsfahrverbot: LKWs können den Warenbedarf von Märkten und Lagern auf sieben statt sechs Tage verteilen.

Es gibt derzeit aber noch zwei Besonderheiten:

1. Die Nachfrage ist vor allem in Warengruppen gestiegen, die vom Feiertags-Boom sonst eher nicht betroffen sind. Nudeln und Toilettenpapier kaufen die allermeisten Kund:innen das Jahr über relativ gleichmäßig – immer dann halt, wenn zuhause Nudeln und Toilettenpapier alle sind.

2. Am Anfang waren die meisten Händler wohl noch davon überzeugt, dass es sich bei dem Anstieg um einen Einmaleffekt zur Bevorratung handeln würde. Die Bestände in den Lagern wurden erweitert – aber niemand hat sich vorstellen können, dass in der vergangenen Woche alles nochmal derartig zunimmt.

Dazu kommt, dass z.B. Toilettenpapier aufgrund seines Volumens in den Läden sehr viel Platz wegnimmt, den die Händler natürlich nicht mit unnötigen Paletten blockieren wollen, sondern dort lieber andere Artikel verkaufen. Deshalb wird im Normalbetrieb ständig nachgeliefert. Es ist aber auch schneller mal eine Palette leergeräumt, wenn plötzlich alle auf einmal Klopapier kaufen.

Anfangs war die Zahl der Hamsterkäufer wohl gar nicht so groß (tagesschau.de bezifferte sie im „Deutschland Trend“ Anfang März auf 11 Prozent) – aber die, die sich bevorratet haben, taten das mit enormen Mengen. Einige Händler sind deshalb dazu übergegangen, Beschränkungen einzuführen (z.B. zwei Artikel pro Warengruppe pro Einkauf).

Wie funktioniert das mit dem Nachschub im Normalfall?

Für jede Filiale wird eine individuelle Abverkaufsprognose errechnet, die berücksichtigen soll, wie Kund:innen wahrscheinlich in den nächsten Tagen einkaufen. Danach richtet sich die Marktbestellung. Eine Direktbelieferung von Produzenten an die Märkte ist inzwischen eher selten; stattdessen wird die Ware über Regional- und Zentrallager verteilt. Je nach Marktgröße und Entfernung zum Lager gibt es pro Filiale einen definierten Belieferungsrhythmus.

Ein – stark vereinfachtes – Beispiel: In Filiale X kaufen pro Tag üblicherweise drei Kund:innen eine Dose Kidneybohnen, das macht bei sechs Öffnungstagen (Mo bis Sa) 18 Dosen in der Woche. Um mindestens einen möglichen Ausfall einer Lieferung zu kompensieren, werden im Lager 36 Dosen bestellt. Wenn aber statt drei plötzlich dreißig Dosen am Tag verkauft werden, ist das, was sonst für zwei Wochen gereicht hätte, im Markt nach einem Tag schon wieder weg. Genau das ist zuletzt passiert.

Unter regulären Bedingungen halten Händler Bestände für ein bis drei Wochen in ihren Lagern vor, ohne dass Nachlieferungen vom Lieferanten nötig sind, sagt ein Mitarbeiter einer großen Handelskette.

Jetzt verzögert sich das alles?

Genau. Die Herausforderung in der aktuellen Situation ist, die Lager frühzeitig darüber zu informieren, dass es in bestimmten Warengruppen zu einer erhöhten Nachfrage kommt, damit nicht erst reagiert wird, wenn die Produkte schon alle weg sind, sondern schon vorher nachbestellt.

In der Branche heißt der Effekt, der sich jetzt ergibt, „Bullwhip“- bzw. Peitscheneffekt: Kund:innen kaufen viel mehr als gedacht, Märkte bestellen mehr (als sie evtl. benötigen), Lager laufen leer und merken: der Bedarf ist riesig, sie bestellen mehr beim Lieferanten – und der kriegt diese unerwarteten Mehrbestellungen plötzlich von allen Händlern gleichzeitig.

Welche Herausforderungen müssen die Hersteller noch bewerkstelligen?

Sie müssen die Ware so verteilen, dass nicht in den Lagern in Berlin das ganze Toilettenpapier steht, während die in München leer ausgehen. Deshalb unterstützen Händler gerade vor allem kleinere Lieferanten bei der Koordination.

Zudem haben sich viele Kund:innen mit Artikeln aus dem niedrigen Preissegment bevorratet, also Produkten zum Discount-Preis – den klassischen Eigenmarken der Handelsketten. Die werden bei Lieferanten üblicherweise nicht für alle Unternehmen gleichzeitig hergestellt, sondern nacheinander. Jetzt muss z.B. entschieden werden: Welche Eigenmarke kommt zuerst aufs Produktionsband? Das macht die Planung besonders aufwändig.

Dieses Kaufverhalten hat möglicherweise auch dafür gesorgt, dass die Regale in manchem Discounter noch ein bisschen leerer aussahen als im Supermarkt, weil Artikel aus dem niedrigen Preissegment dort sehr viel mehr Raum einnehmen (und öfter gekauft wurden).

Schaffen Hersteller und Händler das alles?

Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands Deutschlands und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, erklärt: „Die Ernährungsindustrie umfasst knapp 6.000 Betriebe! Wir haben 170.000 Produkte in den Läden stehen. Wir haben einen hohen Selbstversorgungsgrad bei den Rohstoffen.“ Sollte ein Betrieb wegen Erkrankung der Beschäftigten ausfallen, gebe es „andere Hersteller, die die Versorgung gewährleisten“. (Bislang ist dieser Fall noch nicht vorgekommen.) Außerdem arbeite die Politik daran, dass der freie Warenverkehr in Europa trotz Grenzschließungen nicht wesentlich beeinträchtigt werde.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nennt auf Twitter konkrete Beispiele für den Selbstversorgungsgrad mit ausgewählten Lebensmitteln in Deutschland.

Ernährungsministerin Julia Klöckner sagte heute in der Pressekonferenz, auch der Großhandel habe signalisiert, im Zweifel Supermärkte beliefern zu können, weil dort durch die Schließung von Kantinen und Restaurants ohnehin Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Aber die Ausnahmesituation gilt nur für sehr wenige Warengruppen, oder?

Ja – und nein. Denn das Verhalten der Kund:innen scheint sich noch einmal zu ändern. Zunächst wurden, wie gesagt, vor allem haltbare Artikel zur Bevorratung gekauft. Durch die Maßnahmen der Behörden, die eine Verbreitung des Coronavirus verlangsamen sollen, wird nun zunehmend das öffentliche Leben in den Städten eingeschränkt. Leute fahren nicht mehr zur Arbeit und essen in der Kantine, sie sitzen stattdessen im Home Office und kochen zuhause. Dafür müssen sie – ganz genau: in den Supermarkt. Gerade zeichnet sich ab, dass deshalb jetzt verstärkt frische – und auch teurere – Produkte gekauft werden, um sich, wenn man schon zuhause festsitzt, auch was zu gönnen.

Was können Kund:innen tun, um die Lage zu entspannen?

Abgesehen von den bekannten Regeln (Abstand halten, niemanden anhusten, Hände waschen!) genau das, wozu viele Händler schon seit Tagen aufrufen:

  • Nur soviel zu kaufen, wie wirklich benötigt wird, damit auch für andere genügend übrig bleibt (die sich vielleicht nicht bevorraten können).
  • Am besten nicht Freitag oder Samstag in den Laden gehen, weil dann ohnehin schon viel los ist. Aktuell überlegt die Politik, das Sonntagsverkaufsverbot auszusetzen, um die Lage zu entzerren.
  • Und, genauso wichtig: Freundlich zu Mitarbeiter:innen in den Läden sein und nicht ungehalten werden, weil ein Regal mal noch nicht wieder aufgefüllt worden ist. Stattdessen einfach mal „Danke“ sagen.

Hinweis: Dieser Text spiegelt der Stand der Dinge zu Beginn der 12. Kalenderwoche 2020. Er dient vor allem einer allgemeinen Erläuterung der Entwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel zu Beginn der Corona-Krise. Die geschilderten Prozesse werden täglich durch neue Nachrichten und Ereignisse beeinflusst und können sich deswegen auch schnell verändern. Zudem sind regionale Unterschiede möglich.

Fotos: Supermarktblog"

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34 Kommentare
  • Auch Dir sag ich mal vielen Dank für den Text 🙂

    Finde die Lage ziemlich schwer einzuschätzen, hier im Norden (Niedersachsen) lief das total in Wellen, erst gar nichts und jeden Tag dann so stundenweise Hamsterkäufe, die dann wieder abflauten (vllt weil die Regale dann auch leer waren^^). Ich glaub, wir haben hier aber einen kleinen Vorsprung, ist mir bei meinem EDEKA aufgefallen, dass die Freitags kein Klopapier hatten, Samstag war das Regal dann wieder voll und Montags dann komplett alles leer. Und irgendwann muss man ja zwangsweise mithamstern, damit man nicht plötzlich ohne Klopapier dasteht, wenn man nicht sicher sein kann, dass man es direkt nachkaufen kann. Verrückte Situation.

    Was mich interessieren würde (falls diese Kenntnisse vorhanden sind), wie läuft das mit einzelnen Artikeln/Warengruppen. Also Klopapier verbraucht man jetzt ja nicht schneller, aber Seife zb ist schwerer zu bekommen und muss ja durch mehr Verbrauch viel schneller nachgekauft werden und das wird ja sicher noch länger anhalten. Hier könnte ich mir vorstellen, dass das schwieriger wird, weil ja nicht nur die Logistik, sondern sogar die ganze Produktion hochgefahren werden muss. Und ich zb hab keine Ahnung, wer und wo Seife hergestellt wird.

    • Seife wird auch in Deutschland hergestellt. Und sollte auch in Zukunft weiter verfügbar sein. Bei mir in den SUpermärkten war die zu keinem Zeitpunkt ausverkauft obwohl ich nichtmal 100km vom Epizentrum Heinsberg entfernt wohne. Klopapier war bis ketzte Woche auch noch sehr gut verfügbar. Mittlerweile gibt es garkeins mehr, die haben sogar die Küchenrollen komplett aufgekauft, was ein Glück das ich noch gestern eine Packung ergattert hab(hätte auch 10 Kaufen können) da meine leer ist 😀

    • Klopapier ist hier komischerweise auch das größte Problem und betrifft jetzt auch Küchenrollen oder Taschentücher. Finds echt schräg, als wenn man sich bei einer Lungenkrankheit häufiger den Hintern abwischen muss.
      Also bei mir ist nur der Seifen- und Handcreme-Verbrauch massiv in die Höhe geschnellt^^

    • Es ist anscheinend immer noch nicht bei allen angekommen, dass das Virus Covid-19 auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann. Ganze 20% der Erkrankten leiden an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

  • Danke für die Erklärung, finde ich sehr interessant. Für viele Leute ist wohl wirklich der Krieg ausgebrochen. Ich finde es schrecklich, wie die Leute in Panik verfallen, anstatt einfach etwas flexibler zu reagieren. Gibt es keinen Reis mehr, esse ich eben Nudeln. Gibt es keine Konserven mehr, gibt es eben was von frosta. Denn kein Supermarkt wird komplett leergekauft.

  • Gab bzw. gibt es eigentlich in anderen Ländern Zugangskontrollen am Eingang, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Laden befinden?
    Fände das schon eine notwendige Maßnahme gegen die Ausbreitung des Virus. Im Zweifelsfall würde das den gierigen Hamstern auch etwas den Wind aus den Segeln nehmen, wenn sie erst mal eine halbe Stunde vor dem Laden warten müssten (natürlich mit ausreichend Abstand zum Vor- und Hintermann).

    • Hab heute gelesen, dass das aktuell noch sehr kleinteilig geregelt wird. Einige Supermärkte machen das auf eigene Faust, hier in Niedersachsen hat wohl ein Landkreis gerade Regeln gesetzt, also ich hoffe schon, dass die das zumindest pro Bundesland demnächst vereinheitlichen, gerade wenn man vielleicht für Seife oder Klopapier schon verschiedene Läden abklappern muss.

    • Ah, jetzt verstehe ich auch, warum im Edeka um die Ecke (Speckgürtel Berlin) jetzt jeder Kunde einen Wagen haben muss und die Wagen außerdem knapp sind und ein Security-Typ draußen das durchsetzt.

    • Einkaufswagen haben noch einen witzigen Effekt: Abstand halten. Die Dinger sind nämlich meist so 1m lang, und wenn man dem Vordermann nich in die Hacken brettert, hat man so schnell 1,5m Platz…
      Anzahl begrenzen kommt dazu, dann hat man nie mehr im Laden, als sein sollte.

  • Bei unserem dm ist das große Bio-Regal mit Getreiden, Mehlvarianten aller Art und Trockenfrüchten seit über zwei Wochen konstant leer. Da kommt mir Frau Klöckners Versicherung, dass wir keine Nachschubprobleme haben, schon unglaubwürdig vor. Am Anfang dachte ich noch, die Angestellten kommen nicht mit dem Einräumen hinterher, sie bekommen aber gar nichts geliefert.

    • Gerade im Biobereich sind die Lieferanten und Hersteller eher mittelständische Betriebe, die die erhöhte Nachfrage nicht so schnell decken können. Also dauert es etwas länger.

    • Da kann der Eindruck täuschen. Die dm-Märkte im Kölner Westen werden Mittwochs und Samstags beliefert. Wer nicht auch mal an diesen Tagen bis Mittags in den Läden ist, kann tatsächlich denken, gewisse Sortimentsbereiche wären durchgehend ausverkauft.
      Desinfektionsmittel gibt es an der Kasse – es lohnt sich, die Zettel am Regal genau zu lesen.

  • Hier fehlt noch ein wichtiger Punkt: Geldeingang auf dem Konto, schön in Berlin zu sehen.

    Der öffentliche Dienst erhält sein Geld am 15., die Zeitarbeit Ende des Monats einen Abschlag und Mitte des Monats den Rest und viele Arbeitnehmer am Monatsende.

    Ende Februar ging mit Geldeingang das vermehrte Einkaufen los, bis nach 4 Tagen das Geld verbraucht war und die Märkte deutlich leerer wurden. Zur Monatsmitte ist ähnliches zu beobachten.

    • Ihr Hinweis war korrekt. Nur nochmals zum Verständnis.

      Bitte beachten Sie beim Lohn in der Zeitarbei: Ende Monat ein Abschlag,
      am 15. des Folgemonats den Rest.

  • Im Sinne der Prävention all derer, die an den Kassen sitzen, wäre ein Spuckschutz aus Plexiglas oder ähnlichem sinnvoll und zwar vorne und hinten.

    • Das ist vielleicht schon zu aufwändig gedacht. Ich habe hier in Zentralamerika einfache Holzrahmen, die mit einer durchsichtigen Kunststofftischdecke beschirmt waren, an den Kassen gesehen. Simpel – und ungefährlich, sollten sie mal umfallen. Ich habe aber kein Foto gemacht, da ich ja dann direkt auf die Kassiererinnen hätte draufhalten müssen. Das wäre bei der momentan leicht angespannten Stimmung in den Supermärkten wahrscheinlich für beide Seiten nicht angenehm gewesen.

    • Es wäre wohl absurd, aber ggf. am einfachsten umzusetzen: Schutzmasken wie bei Schweißern oder schlicht Motorradhelm.

    • Am besten in der Bank mit Motorradhelm und dann noch fragen, ob man auf 9mm raus geben kann …. 😉

  • Richtig wäre,wenn bei den schnell ausgehenden Artikeln die gesamten Verkaufsketten an der Kasse darauf achten und natürlich vorher mit Schildern
    darauf hinweisen, daß derzeitig die schnell ausgehenden Artikel nur als
    „normale Haushaltsmenge“ pro einkaufende Person ausgegeben werden. Für die Verkaufseite dürfe auch dadurch das Geschäft nicht gemindert sein und
    dem meisten Käufer gegenüber ein positiver Eindruck entstehen lassen, der sich im zukünftigen Einkaufsverhalten auf den jeweiligen Markt auch positiv auswirken wird. Der Gedanke kam mir, als ein Kunde mit vollbepackten Einkaufswagen, nur mit Toilettenpapier an mir „vorbeizog“

    • Zumindest für Toilettenpapier habe ich eine Beschränkung auf eine Einzige Packung heute im Kaufland entdecken können, selbst zwei wären imho noch verkraftbar, und ich empfinde es auch wirklich als ein gutes Zeichen, wenn wieder neues da ist und dies auch wirklich konsequent durchgezogen wird!
      aaber.. diesen hinweis gab es ausschließlich beim Toilettenpapier.. TK Ware, Nudeln, Konservendosen, Mehl/Zucker/Salz, brot und andere sachen die auch nahezu restlos vergriffen waren hatten keinen hinweis..

  • Was bei der Knappheit mancher Warengruppen auch mitspielen dürfte:
    Die internationalen Transportwege! Manche Waren werden zwischen den diversen Produktionsschritten kreuz und quer durch Europa gekarrt, weil der ein oder andere Verarbeitungsschritt im Ausland billiger ist.
    Jetzt hängen die LKW im Stau an den meist geschlossenen Grenzen!

  • Danke für den Text. Auch außerhalb der Corona-Krise interessant.
    Meine Bio-Artikel waren alle verfügbar, außer Bio-Sonnenblumenöl.
    Mindestens diese Woche halte ich also noch durch 😀

  • Und in ein paar Wochen liegen Nudel und Toilettenpapier wie Blei in den Regalen weil jeder noch einen Vorrat zuhause hat. Kommt dann die Zeit der Sonderangebote? 😉

    • Nein, die werden dann weggeworfen, denn die sind dann ja schlecht geworden. Irgendwie müssen wir ja die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln auch in Krisenzeiten halten…

  • Im Edeka-Simmel Markt in Unterhaching muss man für mindestens EUR 25 (ohne Toilettenpapier) einkaufen um eine Packung Toilettenpapier kaufen zu dürfen.
    Nachdem wir nur für EUR 22 inklusive Toilettenpapier eingekauft hatten wurde das Toilettenpapier storniert und uns wieder weg genommen. Blöd – wenn man es dringend braucht, weil mittlerweile die Vorräte zu Neige gehen und man bisher nicht gehamstert hat…..
    Richtig krass – frech – wir kaufen seit Jahren in diesem Markt. Jetzt dann nicht mehr!

    • Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es dem Laden darum, damit Weiterverkäufe von Hortern zu vermeiden. Über die Wirksamkeit bzw. Angemessenheit einer solchen Maßnahme lässt sich natürlich streiten, vor allem, wenn Kund:innen ganz offensichtlich für den Eigenbedarf einkaufen.

  • Ja, Toilettenpapier ist hier in Hannover auch ein großes Problem.
    Seit Wochen habe ich keines mehr im Supermarkt, Discounter oder irgendeinem Drogeriemarkt gesehen. Egal, ob ich morgens vor der Arbeit, in der Mittagspause, nach der Arbeit oder am Wochenende schaue. Ob Dienstagabend, Donnerstagabend oder Samstagabend spielt da auch keine Rolle.

    Selbst bei Amazon braucht die Eigenmarke jetzt fast zwei Wochen Lieferzeit.

    Ich habe noch 3 Rollen und jetzt im Homeoffice ist der Verbrauch auch noch größer. Ich mache mir echt Sorgen deswegen. Sollte ich irgendwann doch mal was sehen, werde ich auch 2 Packen nehmen müssen, weil die Lieferketten anscheinend gerade an ihre Grenzen geraten sind.

    • Hallo Bernhard,

      wenn Du eine Packung kaufst, ist das völlig ausreichend. Sonst bekommen die Supermärkte demnächst einen Papierstau, ähnlich wie bei einem Drucker. Kleiner Tipp, Waschlappen tun es auch zur Not, anschliessend mit in die Kochwäsche (90 Grad) und man erspart sich obendrein die Maschinenpfleger (Die Waschmittel machen ja eigentlich die Kochwäsche unnötig, weshalb viele Maschinenpfleger kaufen).

  • Ich vertehe bis heute nicht, warum man wie blöde Klopapier einkaufen muss??? In der aktuellen Situation ist das das absolut unwichtigste, was mir einfällt.
    Mein Popo bekomm ich auch ohne Arschpappe sauber.

    Ich glaube ja, die sind alle RTL2 verblödet und wollen das Zeug in Kakao tunken, wenns essen alle is.

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