Eröffnung an der Friedrichstraße: Budni macht (doch noch) Ernst mit Berlin

Eröffnung an der Friedrichstraße: Budni macht (doch noch) Ernst mit Berlin

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Eine Pandemie und eine Selbstfindungsphase sind dazwischen gekommen. Aber jetzt arbeiten die Budni-Eigentümerfamilie Wöhlke und Edeka aktiv daran, in der Hauptstadt den Grundstein für eine dritte Kraft im Drogeriemarktgeschäft zu legen. Die ersten neuen Filialen sind schon offen, weitere folgen.

Partner und Sponsoren:

Hält sich Ihre Besinnlichkeit auch in Grenzen? Macht nix, Budni geht’s genauso. In Hamburg stehen die Zeichen so kurz vorm Fest sogar eher auf Angriff. Vor drei Jahren ist die mit Edeka verbündete Drogeriemarktkette erstmals nach Berlin expandiert, eröffnete dort zwei Filialen (siehe Supermarktblog) und wollte eigentlich zügig noch ein paar mehr folgen lassen. Dann sind aber dummerweise eine Pandemie und ein erweiterter Selbstfindungsprozess dazwischen gekommen. Immerhin letzterer scheint inzwischen erfolgreich beendet worden zu sein, sodass Budni jetzt doch noch dazu kommt, die Wettbewerber stärker herauszufordern.

Ende Januar 2022 eröffnen die Hamburger eine weitere Hauptstadt-Filiale, diesmal an hochprominenter Stelle in der Friedrichstraße, schräg gegenüber des Kulturkaufhauses Dussmann und nur ein paar Schritte vom Bahnhof Friedrichstraße entfernt.

Also ziemlich genau da, wo sich Rossmann und dm schon hinplatziert haben.


Der Friedrichstraßen-Budni ist deshalb auch weniger als Besetzung einer (nicht vorhandenen) Drogeriemarktlücke zu verstehen – sondern eher als Statement, den angesagten Kampf um die Kundschaft doch noch aufnehmen zu wollen.

Drogerieartikel und Lebensmittel gibt’s an der Friedrichstraße künftig auch von Budni; Foto: Supermarktblog

Die Verkaufsfläche wurde ursprünglich von den Einrichtungsketten Depot bzw. Strauss 1902 belegt, reicht weit in die daneben gelegene Dorotheenstraße hinein und wird gerade für die Eröffnung umgebaut. Die Regale stehen schon, der komplette vordere Marktbereich ist als Kassen-Eldorado angelegt, und an den Schaufenstern lässt man die Passant:innen schon mal wissen, wann man sie gerne zum Duschgel-, Mascara- und Lebensmittel-Einkauf begrüßen würde: ab 27. Januar.

Die Filiale gehört zu einer ganzen Reihe von Märkten, die Budni für die Hauptstadt in petto hat. Bereits eröffnet sind ein Laden in einem Neubau in Friedrichshain und ein weiterer im wohlhabenderen Süden, in Friedenau (vormals Bio Company). Beide werden von der Budni-Eigentümerfamilie Wölke betrieben.

Dazu kommen Budni-Filialen, die der Partner Edeka – in Gestalt der Regionalgesellschaft Minden-Hannover bzw. als „Budni Minden-Hannover GmbH“ – selbst betreibt: einer im Stadtteil Wedding, einer in Zehlendorf und seit wenigen Tagen ein weiterer in Potsdam. Von außen ist für Kund:innen nicht erkennbar, wer als Betreiber hinter einem Budni steckt – und eigentlich ist es auch egal (obwohl sich der ein oder andere Unterschied bereits abzeichnet).

Neues Ladendesign als Standard

Fest steht bloß, dass Budni das an Drogeriemärkten eigentlich schon nicht arme Berlin – neben den Ostsee- und Nordseebädern – als Expansionsschwerpunkt identifiziert hat. Dem „Hamburger Abendblatt“ sagte Expansionsleiter Nicolas Wöhlke, bis Ende 2022 sollten sechs neue Märkte in der Stadt eröffnen. (Wobei man mit solchen Ankündigungen vorsichtig umgehen sollte – zumal unklar ist, ob das auch die von Edeka betriebenen Budnis einschließt.) Als nächstes steht definitiv noch mal Friedrichshain an, wo voraussichtlich im Frühjahr 2022 ein Budni an der Frankfurter Allee (Rigaer Passage) eröffnet.

Bis Ende nächsten Jahres wolle man in der Hauptstadt „etwa drei Millionen Euro“ investieren, hat sich das „Hamburger Abendblatt“ sagen lassen.

Voraussetzung dafür, sich – mit Verzögerung – breiter aufzustellen, war offensichtlich der erfolgreiche Test des neuen Ladenkonzepts, mit dem Budni sich erstaunlicherweise nach seiner Ankunft in Berlin in Selbstklausur begab (siehe Supermarktblog). Dabei herausgekommen ist ein durchaus stimmig wirkendes Schema, das Kund:innen gegenüber vor allem betont, sie beim möglichst nachhaltigen Drogerieartikeleinkauf unterstützen zu wollen.

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Für die Berliner Filialen, an denen überall schon das neue, rundere Budni-Logo hängt, greift man auf das Hamburger Grundsortiment zurück und ergänzt regionale Lebensmittel sowie Produkte von Berliner Start-ups.

Der große Eigenmarken-Tausch

Von seiner ursprünglichen Vorstellung, sich verstärkt als Misch-Nahversorger inklusive Café zu positionieren, scheint man allerdings (wohl nicht nur Pandemie-bedingt) ein Stück weit abgerückt zu sein. Auch die neuen Berlin-Budnis bieten zwar ein breites Spektrum an Alnatura-Bio-Lebensmitteln inklusive Kühlartikeln; die Auswahl an schnell verderblichem Obst und Gemüse und Mittagssnacks ist aber massiv eingedampft worden. Darüber hinaus setzen Wöhlkes und Edeka in ihren Filialen durchaus unterschiedliche Schwerpunkte.

Eines ist allerdings überall gleich: der Strauß neuer Eigenmarken, den sich die Drogeriemarktkette nun mit dem Discounter Netto (ohne Hund) aus der Edeka-Familie teilt, um auf ausreichende Mengen zu kommen und preislich mit dm und Rossmann mithalten zu können.

Am Regal weist Budni die Kund:innen auf seine neuen Eigenmarken hin; Foto: Smb

An den Filialen informiert Budni seine Kundschaft über den Wechsel, dem quasi alle bisherigen Eigenmarken zum Opfer gefallen sind: „BudniCare“, „BudniSun“, „BudniKids“, „BudniFem“, „BudniDent“, „BudniPlus“, „BudniBaby“ und „Budni“ sind Geschichte. Stattdessen stehen in den Regalen jetzt – wie berichtet – „Favora“, „Priva“, „Hallo Welt“, „Respekt“, „Diamant“, „Tabaluga“, „Sun D’Or“ und „Budni Joolea“ vom Edeka-Eigenmarken-Tarnabsender Euco – was vor allem im Stammgebiet Hamburg durchaus ein gewagter Wechsel sein dürfte, den Kund:innen erstmal verstehen müssen.

Vom ursprünglichen Plan, Budni als Drogeriemarktkonzept stärker für selbstständige Edeka-Kaufleute zu öffnen, ist derweil vorerst keine Rede mehr.

Wie Budni neues Filialkonzept aussieht und sich gegen die Konkurrenz schlägt, steht in wenigen Tagen hier im Blog.

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1 Kommentar
  • Die Budni Karte gilt merkwürdigerweise nur in Hamburg. Und nur in Wölke-Läden? Woanders gilt die Deutschland-Card. Das wäre für die Kunden dann ja doch wichtig.

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