Tegut startet mit den ersten Teo-Märkten im Rhein-Main-Gebiet

Tegut startet mit den ersten Teo-Märkten im Rhein-Main-Gebiet

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Hanau, Aschaffenburg und Sulzbach im Taunus gehören nach Supermarktblog-Informationen zu den ersten Standorten des ohne Personal betriebenen Minisupermarkt-Formats außerhalb der Stammregion Fulda. In allen drei Fällen handelt es sich um Hochfrequenzstandorte.

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Mit ihren rund um die Uhr geöffneten Minimärkten, in denen die Kund:innen ihre Einkäufe komplett selbst scannen und bezahlen, ist die hessische Supermarktkette Tegut inzwischen nicht mehr alleine.

Rewes Convenience-Tochter Lekkerland testet ein ähnliches Konzept in zwei süddeutschen Krankenhäusern der Sana-Gruppe (München und Stuttgart), allerdings mit eingeschränktem Sortiment (230 Produkte). Und seit Ende März steht in der 2.000-Einwohner:innen-Gemeinde Pettstadt (nahe Bamberg) die erste „Josefs Box“, betrieben von den Kaufleuten eines in der Nähe gelegenen Nahkauf-Markts. Auf 39 Quadratmetern stehen rund 700 Produkte zur Verfügung (insbesondere Rewe-Eigenmarken, Bio-Produkte sowie Artikel regionaler Hersteller:innen). Bezahlt wird bargeldlos an einer SB-Kasse.

Tegut hat derweil angekündigt, sein Teo-Konzept – 950 Artikel auf 50 Quadratmetern – dieses Jahr in zahlreiche neue Städte außerhalb der bisherigen Stammregion in Fulda zu bringen. Zu den zehn bisher etablierten Teos könnten noch einmal doppelt so viele hinzu kommen. Insbesondere das Rhein-Main-Gebiet, Bayern und Baden-Württemberg stehen dabei im Fokus, wie seit längerem bekannt ist (siehe Supermarktblog).


Nun scheinen die ersten Teo-Eröffnungen bevorzustehen. Nach Supermarktblog-Informationen handelt es sich um Standorte in Hanau, Aschaffenburg und Sulzbach im Taunus.

Lebensmittelversorgung am Hauptbahnhof

In den beiden zuerst genannten Städten hat sich Tegut Hochfrequenzstandorte ausgesucht: jeweils den Hauptbahnhof. Während Teo in Hanau auf dem Vorplatz zwischen Bushaltestelle und Parkplatz aufgebaut werden könnte, wäre in Aschaffenburg theoretisch auch ein Betrieb als Ladenformat im Hauptbahnhof möglich. (Auf dem Vorplatz ist die zur Verfügung stehende Fläche begrenzt, aber vielleicht wissen das mitlesende Ascahffenburger:innen besser – gerne in die Kommentare schreiben!)

Auch in Sulzbach im Taunus zielt Teo weniger auf die Nahversorgung im ländlichen Raum, die Tegut mit dem Format ebenfalls erprobt. Der Standort im bzw. am Main-Taunus-Zentrum ist wohl eher ein Test, inwiefern der Selbstversorgungs-Supermarkt im Umfeld großer Einkaufszentren bei der Kundschaft ankommt.

Auf Supermarktblog-Anfrage bestätigt man bei Tegut die Eröffnung in Hanau – bereits zum morgigen Dienstag. Zu den anderen beiden Standorten möchte man sich derzeit nicht äußern. In der Teo-App sind die Rhein-Main-Standorte bislang noch nicht aufgeführt.

Die Warenversorgung der ersten Teos in Südhessen bzw. Unterfranken dürfte vermutlich an die jeweils in der Nähe gelegenen regulären Tegut-Märkte gekoppelt sein, von denen aus eine Betreuung der Zusatzstandorte miterfolgen kann (für Sulzbach: aus Bad Soden). Die Versorgung aus einem eigenen Lager wird sich bislang kaum lohnen. Das könnte sich allerdings ändern, wenn die Zahl der Standorte in der Region in den kommenden Monaten tatsächlich deutlich ausgeweitet werden sollte.

Behörden funken dazwischen

Der Lokalpresse ist zu entnehmen, dass auch für Johannesberg bei Aschaffenburg die Genehmigung eines Teo-Standorts vorliegt. In Darmstadt habe die Handelskette zwei Standorte vorgeschlagen, über die man mit der Stadt im Gespräch sei, berichtete das „Darmstädter Echo“ (Abo-Text) Anfang Februar. (Der Hauptbahnhof, in dem Wettbewerber Rewe bislang ein Supermarkt-Monopol genießt, dürfte auch dort sehr wahrscheinlich sein.)

Laut hr stehen außerdem Mainz, Gelnhausen (Main-Kinzig) und Seligenstadt (Offenbach) auf der Wunschliste.

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Bei Tegut sieht man generell „Potenzial für mehrere hundert [Teo-]Standorte“ in Deutschland, „gerade im ländlichen Raum, wo Unterversorgung vorhanden ist“, wie Thomas Stäb, Tegut-Leiter für Vertrieb und Expansion, gegenüber mehreren Medien erklärte.

Das setzt allerdings voraus, dass die Behörden nicht dazwischen funken – so wie bei Rewes „Josefs Box“, die auf Verlangen des Landratsamts Bamberg den Sonntagsbetrieb wieder zurücknehmen musste, weil dieser gegen das bayerische Feiertagsgesetz verstoße.

Zu wenig Flexibilität für die Einkaufszukunft

Nach verärgerten Äußerungen aus Pettstadt, wo man sich schon länger um eine bessere Nahversorgung bemüht, und der sanften Drohung von Rewe, die Sonntagsschließung könne im Zweifel das „Scheitern des Pilotprojekts“ bedeuten, scheint man im bayerischen Innenministerium aktuell zu prüfen, ob es für autonom betriebene Supermärkte im Freistaat („Weltoffenheit und Wirtschaftskraft“) auch am Tag des Herrn eine Lösung geben kann.

Die Rewe-Tochter Billa hatte zuletzt angekündigt, ihr „Billa Box“-Experiment nicht über die vier bisherigen Standorte in Kärnten hinaus ausweiten zu wollen, u.a. wegen des unflexiblen österreichischen Ladenöffnungsgesetzes.

Die Eröffnungsfotos aus Hanau wurden nachträglich ergänzt. (Danke an den Fotografen!)

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