Neustart in Berlin: Wolt Market kehrt nach Deutschland zurück

Neustart in Berlin: Wolt Market kehrt nach Deutschland zurück

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Auf dem Weg zum „Alleslieferanten“ bringt Wolt den Nutzer:innen seiner App Lebensmittel bald auch wieder aus einem eigenen Store nachhause: Nach Supermarktblog-Informationen steht die Eröffnung in Berlin kurz bevor.

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Yuho! – äääh: juchu! Anderthalb Jahre nach der überraschenden Kehrtwende holt Wolt sein Konzept „Wolt Market“ zurück nach Deutschland und verkauft künftig wieder Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs über ein eigenes Format. Ein erster Store wird gerade in Berlin-Mitte vorbereitet und soll bald an den Start gehen.

Über die Wolt-App werden Nutzer:innen dann außer bei lokalen Händlern und Spätis, Flink sowie nah-&-gut-Märkten auch wieder über Wolt Market ordern können, was die zum Frühstück, Lunch oder Abendessen benötigen. Wolt-Fahrer:innen bringen die Einkäufe wie gewohnt nachhause.

Von außen ist der dafür angemietete Markt in der Berliner Markgrafenstraße bereits als Wolt Market erkennbar; in der App ist er bis zum Erscheinen dieses Texts bisher noch nicht aufgetaucht.

Der Standort liegt unweit des Checkpoint Charlie unmittelbar an der Grenze zu Kreuzberg; Kurierfahrer:innen werden durch die Eingangstür zum „Pick-up Point“ im Untergeschoss gelotst, wo die Bestellungen an einer Theke in Empfang genommen werden. Von dort aus kann Wolt Market sowohl den Bedarf der umliegenden Büros (z.B. von BMEL und BMF direkt im Haus) als auch der Wohnanlagen an der Leipziger Straße decken.

Rewe als Lieferpartner

Au Supermarktblog-Anfrage erklärt Panos Karouzos, Global Head of New Verticals bei Wolt:

„Wir bestätigen gern, dass wir diese Woche eine neue Wolt Market-Filiale im Herzen von Berlin eröffnen. Unser Ziel ist es, dass unsere Kund:innen in Deutschland Wolt noch häufiger für ihre wöchentlichen Einkäufe nutzen. Unseren Kund:innen in Berlin bieten wir mit Wolt Market dafür nun eine weitere attraktive Option an, die mit einem großen Sortiment den Lebensmitteleinkauf zeitsparend und einfach macht.“

Zum Start solle in einem Umkreis von drei bis fünf Kilometern und innerhalb von rund 30 Minuten nach Eingang der Bestellung geliefert werden, heißt es. Der zuständige Store Manager hat laut seinem LinkedIn-Profil zuvor u.a. für Flink gearbeitet und erhält zum Launch Unterstützung von einer Expansions-Spezialistin aus der finnischen Wolt-Heimat.

Als Lieferpartner hat Wolt offensichtlich Rewe gewinnen können; zumindest sind im Eingangsbereich Gitter- und Kühlwagen zur Warenanlieferung mit Rewe-Logo zwischengeparkt. Das will Wolt so aber (noch) nicht kommunizieren. Panos Karouzos sagt:

„Für die neue Wolt Market-Filiale arbeiten wir mit verschiedenen Warenzulieferern zusammen und bieten unseren Kund:innen eine Auswahl von 4000-5000 Produkten – von Frischwaren über Molkereiprodukte bis zu Haushaltsartikeln.“

Zweiter Anlauf für das Format

Es ist der zweite Anlauf des zum US-Riesen Doordash gehörenden Lieferdiensts, in deutschen Städten mit einem eigenen Darkstore-Konzept Fuß zu fassen. Im vergangenen Oktober wurde dafür laut Handelsregister eigens die 1P Market Deutschland GmbH gegründet, die den „Online-Verkauf und ggf. die Auslieferung von Lebensmitteln und anderen Produkten an Kunden in Deutschland sowie damit zusammenhängende Lagerdienstleistungen“ als Unternehmensgegenstand angibt.

Als Geschäftsführer war zunächst Ralf Tischler eingetragen, der zuvor am Aufbau von Amazon Fresh beteiligt war, bevor er Anfang 2022 zu Wolt wechselte, um dort Wolt Market aufzubauen.

Zeitgleich eröffneten damals die ersten drei Berliner Wolt Markets in Prenzlauer Berg, Mitte und Charlottenburg (siehe Supermarktblog). Doch nur wenige Monate später war wieder Schluss: Im Juli 2022 überraschte Wolt mit einer Kehrtwende und stellte Wolt Market in Deutschland schon wieder ein.

Flink geht fremd

Der erste Standort wurde anschließend ausgerechnet an den Wettbewerber Lieferando weitervermietet, der von dort aus sein eigenes Darkstore-Konzept Lieferando Express betreibt.

Von Wolt hieß es damals, man habe sich dazu entschieden, „in Deutschland das Partner-Business auf- und auszubauen“; Ende 2022 holte Wolt zudem den Quick-Commerce-Spezialisten Flink mit seinen Standorten auf seine Plattform (siehe Supermarktblog). Die Exklusivität dieser Zusammenarbeit hat sich allerdings erledigt, seitdem Flink auch in den Apps der Wolt-Konkurrenten Lieferando und Uber Eats präsent ist (siehe Supermarktblog).

Lange Zeit kooperierte Flink exklusiv mit Wolt, ist inzwischen aber auch auf anderen Plattformen aktiv; Foto: Smb

Es liegt also nahe, mit Wolt Market wieder eine eigene Marke zu etablieren, mit der sich testen lässt, wie Nutzer:innen Lebensmittel über die Plattform einkaufen, und neue Funktionen dafür auszuprobieren. Panos Karouzos von Wolt erklärt;

„Mit unserem Tech-Hub und Entwickler-Team in Berlin ermöglicht uns die hiesige Wolt Market-Filiale darüber hinaus, neue Tools, Technologien und Betriebsabläufe zu testen, von denen dann unsere Kund:innen und Einzelhändler in Deutschland und weltweit profitieren werden.“

Ob weitere Wolt Markets in Berlin oder anderen deutschen Städten geplant sind, will man im Moment noch nicht verraten. Im Moment liege der Fokus auf dem erfolgreichen Start der ersten Filiale. Da sich das lokale Team noch im Aufbau befinde, habe Matias Nordström, Head of Expansion Wolt Market, die Rolle des General Manager interimsmäßig übernommen, heißt es aus Berlin.

Die Zuständigkeit von Matias Nordström wurde im Text nachträglich ergänzt.

Nachtrag, 15. Februar: Inzwischen ist der „Wolt Market Checkpoint Charlie“ in der App live. Geöffnet ist zwischen 9 und 23.45 Uhr. Bestellungen werden ab einem Mindestbestellwert von 20 Euro ausgeliefert. Die Belieferung durch Rewe bestätigt sich: Es gibt – theoretisch – zahlreiche Rewe-Eigenmarkenartikel zu kaufen (auch von ja!), viele Artikel aus dem Sortiment sind derzeit allerdings nicht vorrätig. Frische Backwaren kommen – theoretisch – von Kamps. (Derzeit ist alles „Ausverkauft“, die Belieferung scheint noch nicht begonnen zu haben.) Ab 60 Euro ist die Lieferung kostenlos, darunter kostet sie – abhängig von der Entfernung – ab 1,79 Euro. Die Lieferzeit wird derzeit (selbst bei geringer Entfernung) mit 35 bis 45 Minuten angegeben.

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