Bio-Trends 2025: Diese 4 Entwicklungen sollten LEH-Kaufleute jetzt kennen

Bio-Trends 2025: Diese 4 Entwicklungen sollten LEH-Kaufleute jetzt kennen

Inhalt:

Der Bio-Markt ist zurück auf Wachstumskurs: 2024 legten die Umsätze um 5,7 Prozent auf 17 Milliarden Euro zu. Doch welche Trends stecken hinter diesen Zahlen? Und welche Entwicklungen sind für Kaufleute im Lebensmitteleinzelhandel wirklich relevant, um ihren Bio-Umsatz zu steigern? Ein Überblick von BioHandel.de – mit Praxis-Tipps.

Anzeige. Der folgende Text stammt von BioHandel.

Bio im LEH – Mehr Umsatz und mehr Kunden

 

Aus der Fachhandels-Expertise von BioHandel.de und den Gesprächen mit selbstständigen Kaufleuten haben wir vier zentrale Trends identifiziert, die jetzt Aufmerksamkeit verdienen.

🥗 Trend 1: Convenience meets Bio-Qualität – die schnelle Küche wird bio

Die Entwicklung: Branchenexpert:innen beobachten zwei klare Trends: Bei Tiefkühlprodukten wünschen sich Verbraucherinnen und Verbraucher eine schnelle und einfache Zubereitung – die Produkte sollen aber dennoch hochwertig sein und ohne unnötige Zusatzstoffe auskommen. Im Konserven-Bereich geht es darum, selbst zu kochen, aber mit guten Grundzutaten und unkomplizierter Zubereitung.

Besonders die Generation Z treibt diese Entwicklung voran. Die 14- bis 19-Jährigen sind zwar am ehesten bereit, komplett auf Fleisch zu verzichten, wollen aber praktische Lösungen. Aufgewachsen in Krisenzeiten, versuchen sie laut Marktforschungsagentur Mintel „durch bewusste Konsumentscheidungen die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen“ – aber ohne großen Aufwand.

Konkrete Beispiele: Davert erweitert die Mahlzeiten im Glas um Veggie Bauerntopf, Veggie Gulasch und Veggie Butter Chicken – alle in drei Minuten zubereitet, inklusive Beilage. Zu frisch gekochten Gerichten bietet Davert Reisalternativen wie Dinkel und Couscous in „gelingsicheren Kochbeuteln“. Bauck hat vegane Fingerfood-Mischungen entwickelt, die man nicht braten muss.

LEH-Praxis-Tipp: Richten Sie eine Convenience-Ecke mit 15-20 Bio-Produkten ein: Pfandglas-Gerichte, Kochbeutel-Lösungen, vegane Ready-to-eat-Produkte. Platzieren Sie diese bewusst in der Nähe der Tiefkühltheke oder bei den Fertiggerichten. Testen Sie vier Wochen lang die Performance und erweitern Sie das Sortiment bei Erfolg schrittweise.

Warum das funktioniert: Convenience-Bio spricht drei Zielgruppen an: die zeitgestresste Generation Z, Singles in Zeitnot und junge Familien. Ein Preisaufschlag wird eher akzeptiert, wenn Zeit gespart wird.

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Bio im LEH: Sortimentsaufbau und Umsatzsteigerung für selbstständige Kaufleute

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Der komplette Praxis-Guide für den erfolgreichen Bio-Einstieg und Sortimentsausbau im selbstständigen Lebensmitteleinzelhandel. Mit konkreten Handlungsempfehlungen, Sortimentstipps und Verkaufsstrategien für mehr Bio-Umsatz in Ihrem Markt – präsentiert von BioHandel.
🏪 Trend 2: Fachhandelsmarken erobern den LEH – Differenzierung durch Mehrwert

Die Entwicklung: Während Bio-Handelsmarken im konventionellen Handel mittlerweile 66,8 Prozent des Bio-Umsatzes dominieren, findet ein Gegentrend statt: Etablierte Fachhandelsmarken öffnen sich für den konventionellen Handel. Namen wie Rapunzel, Voelkel, Bauck oder Followfood sind zunehmend auch in klassischen Supermärkten oder Drogeriemärkten zu finden.

In 21 Prozent der deutschen Kreise gibt es keinen Biosupermarkt. Selbst in vielen Mittel- und Kleinstädten ist der Bio-Fachhandel nur vereinzelt vertreten oder gar nicht vorhanden. Fachhandelsmarken können im LEH neue Kund:innenschichten erreichen, die bislang noch keine regelmäßige Erfahrung mit dem Bio-Fachhandel haben.

Konkrete Beispiele: Der Unterschied liegt in erkennbaren Mehrwerten gegenüber Bio-Handelsmarken: bessere Rezepturen, hochwertigere Verarbeitung, besondere Herkunft oder einzigartige Zutaten. Während Bio-Handelsmarken vor allem über den Preis konkurrieren, punkten Fachhandelsmarken mit Qualitätsunterschieden, die Kund:innen schmecken können und schätzen.

LEH-Praxis-Tipp: Wählen Sie bewusst drei bis fünf Fachhandelsmarken aus, die echte Qualitätsunterschiede bieten – etwa Demeter-Produkte, handwerkliche Verarbeitung oder regionale Spezialitäten. Wichtig: Der Preisabstand zur Bio-Handelsmarke sollte durch den Mehrwert gerechtfertigt sein. Platzieren Sie diese Marken bewusst neben den günstigeren Bio-Eigenmarken, damit Kund:innen vergleichen können.

Warum das funktioniert: Fachhandelsmarken bieten echte Differenzierung. Kund:innen, die mehr als den Grundbedarf decken wollen, schätzen erkennbare Qualitätsunterschiede.

🏡 Trend 3: Regional-Bio – Lokale Partnerschaften neu entdecken

Die Entwicklung: Laut aktueller BÖLW-Studie rangiert „Unterstützung der lokalen Landwirtschaft“ auf Platz drei der wichtigsten Bio-Kaufmotive. Regional schlägt global – auch bei Bio-Produkten. Dieser Trend verstärkt sich, weil Kund:innen wieder mehr Wert auf Nähe und Vertrauen legen. Gleichzeitig bietet Regional-Bio LEH-Kaufleuten eine perfekte Differenzierungschance: Während Discounter auf überregionale Bio-Eigenmarken setzen, können selbstständige Händler:innen mit lokalen Geschichten punkten.

Konkrete Beispiele: Erfolgreiche LEH-Kaufleute arbeiten mit regionalen Bio-Höfen, lokalen Bio-Bäckereien oder Metzgereien zusammen. Manche entwickeln sogar eigene Regional-Bio-Ecken mit Produkten aus einem konkret definierten Umkreis.

LEH-Praxis-Tipp: Identifizieren Sie für den Start drei bis fünf regionale Bio-Produzent:innen in Ihrem Umkreis: Gemüsehof, Bäckerei, Imker:in. Besuchen Sie die Betriebe, machen Sie Fotos und entwickeln Sie kleine Produzent:innen-Portraits für Ihre Kundschaft. Nutzen Sie Aufsteller, Plakate oder einen Newsletter, um die regionalen Partnerschaften zu bewerben.

Warum das funktioniert: Regional-Bio erzählt Geschichten, die Discounter oft nicht bieten können. Kund:innen wollen wissen, woher die Produkte kommen und wen sie mit ihrem Kauf unterstützen.

🥒 Trend 4: Funktionale Bio-Lebensmittel – Gesundheit trifft Bio-Qualität

Die Entwicklung: Bio allein reicht vielen Kund:innen nicht mehr – sie wollen zusätzliche Gesundheitsnutzen. Dieser Trend zeigt sich in allen Kategorien.

Konkrete Beispiele: Sonnentor etwa bietet Bitterspray zur Verdauungsunterstützung und um „die innere Naschkatze zu zähmen“. Salus legt mit Krafttier-Tees eine Reihe vor, die Adaptogene-Wirkstoffe (pflanzliche Wirkstoffe) nutzt. Lavera entwickelt präbiotische Hautpflege mit Nährstoffen für die guten Bakterien der Hautflora. Funktionale Bio-Lebensmittel verbinden Bio-Qualität mit gezielten Gesundheitsversprechen: Tees für besseren Schlaf, Müslis mit extra Proteinen, Säfte mit Immun-Boost oder Snacks mit Ballaststoff-Plus.

LEH-Praxis-Tipp: Richten Sie ein kleines „Functional Food“-Regal mit 20-30 Bio-Produkten ein, die klare Zusatznutzen versprechen. Gruppieren Sie nach Themen: „Energie & Vitalität“, „Entspannung & Schlaf“, „Immunsystem“ oder „Verdauung & Wohlbefinden“. Nutzen Sie erklärende Tafeln, denn viele Kund:innen kennen Begriffe wie „Adaptogene“ vielleicht noch nicht.

Warum das funktioniert: Funktionale Bio-Produkte rechtfertigen höhere Preise durch doppelten Nutzen. Kund:innen, die bereit sind, für Bio zu zahlen, investieren oft auch in ihre Gesundheit.

✨ Umfrage für Kaufleute: Wie entwickelt sich Bio in Ihrem Geschäft?

Diese Trends sind das eine – die Praxis in den Läden das andere. Deshalb möchten wir von Ihnen wissen: Welche Bio-Entwicklungen beobachten Sie in Ihrem Geschäft? Welche Trends funktionieren bereits bei Ihnen? In unserer LEH-Umfrage 2025 sammeln wir die Praxis-Erfahrungen selbstständiger Kaufleute. Als Dankeschön für Ihre 3-minütige Teilnahme erhalten Sie zu einem späteren Zeitpunkt:

✅ Benchmark-Vergleich: Wie schneiden Sie im Vergleich zu ähnlichen Geschäften ab?
✅ Trend-Auswertung: Welche Bio-Trends funktionieren in der Praxis wirklich?

Alle Angaben werden anonymisiert erfasst. Die Ergebnisse fließen in unsere LEH-Berichterstattung ein. E-Mail-Angabe zum Erhalt des Benchmark-Vergleichs notwendig. Unter allen Teilnehmenden werden 10 kostenlose BioHandel.de-Jahresabos als Dankeschön verlost.

Das online Magazin und die Veranstaltungen der BioHandel Akademie berichten aktuell und praxisnah für mehr Umsatz und mehr Kunden mit Bio im LEH. Ihr Erfolg fängt hier mit dem Abonnement des BioHandel LEH Newsletter an.

Besuchen Sie uns auf der BioFach in Nürnberg – 10.-13. Feb. 2026:
Das Marktgespräch der BioHandel Akademie am 12. Feb. 16.30 Uhr
Der BioHandel LEH Marktplatz am 11. Feb. 15.15 Uhr

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