So reagieren deutsche Supermärkte und Discounter auf den Pferdefleisch-Skandal

So reagieren deutsche Supermärkte und Discounter auf den Pferdefleisch-Skandal

Tiefkühl-Lasagne im Supermarkt
Partner:

Das Supermarktblog hat bei deutschen Handelsketten nachgefragt, welche Konsequenzen sie nach dem Pferdefleisch-Skandal bei der Produktion ihrer Eigenmarken ziehen. [Ein ausführlicher Blogeintrag zum Thema steht hier.]

Supermarkt-Logos


Aldi Nord teilt mit, zusätzliche Kontrollen zu prüfen:

„Überprüfungen finden entlang der gesamten Lieferkette statt: Von der Schlachtung und Verarbeitung über die Lagerung bis hin zum Verkauf werden Qualitätsdimensionen wie Frische, Aussehen, Inhaltsstoffe und Geschmack des Fleisches laufend kontrolliert. Diese hohen Qualitätsansprüche werden wir selbstverständlich auch weiterhin verfolgen. Des Weiteren wird zur Zeit intern geprüft, welche zusätzlichen Möglichkeiten wir in der Qualitätskontrolle umsetzen können.“

Real will die Rückverfolgbarkeit des Fleischs verbessern:

„Im Fall aus dem Februar 2013 sieht sich Real als Opfer einer vorsätzlichen Täuschung, die wir im Sinne unserer Kunden in keinster Weise akzeptieren. Wir nehmen das Thema sehr ernst.

Real hat nach wie vor ein großes Interesse daran, dass in Zusammenarbeit mit den zuständigen Überwachungsbehörden und Ministerien dieser Vorgang lückenlos aufgeklärt wird. Im Interesse unserer Kunden werden daher alle Lieferanten von Eigenmarkenartikeln zukünftig noch strenger und engmaschiger kontrolliert, so dass eine Wiederholung möglichst ausgeschlossen wird. Durch gezielte Projekte werden wir zukünftig die Rückverfolgbarkeit verbessern. Das ist aus unserer Sicht der richtige Weg.“

Ein Rewe-Sprecher konkretisiert die angekündigten Änderungen:

„Die Umstellung auf Rindfleisch aus Deutschland bezieht sich auf die Eigenmarken-Fertigprodukte der Rewe Group – also ‚ja!‘, ‚Rewe Beste Wahl‘ und ‚Penny‘. Insgesamt sind es rund 50 Produkte, die einen namhaften Rindfleisch-Anteil haben. Bereits umgestellt und in den Rewe-Märkten erhältlich sind das Chili con Carne und die Spaghetti-Bolgonese von Rewe. Auf den Produkten ist ein entsprechender Hinsweis ‚deutsches Rindfleisch‘. Bei den beiden genannten (…) Produkten blieb der Verkaufspreis mit 2,19 Euro (Chili con Carne) und 2,65 Euro (Spaghetti Bolognese) unverändert.

Wir sehen keinen Versorgungsengpass, da die Anzahl der umzustellenden Artikel vergleichsweise überschaubar ist. Gleiches gilt für die  damit verbundenen Volumina. In Deutschland ist genügend Rindfleisch in entsprechender Qualität verfügbar. Derzeit gehen wir davon aus, dass wir spätestens bis zum Jahresende die Umstellung haben abschließen können.“

Edeka erklärt, stattdessen die Prüfungen zu stärken:

„Edeka bezieht bereits heute einen hohen Anteil seines Fleischs von regionalen Erzeugern aus Deutschland. Die ausschließliche Verwendung deutschen Rindfleischs ist aber kurzfristig ausgeschlossen, und eine entsprechende Ankündigung wäre unseriös. Entscheidend ist vielmehr eine konsequente Qualitätssicherung. (…) Im Zuge der Pferdefleischfälle haben wir unsere eigenen freiwilligen Kontrollsysteme konsequent weiter ausgebaut. So haben wir bereits unsere DNA-Tests aktuell auch auf den Nachweis von Pferdefleisch (und andere Arten von Fleisch) erweitert, die Untersuchung auf Tierarzneimittel war bereits in der Vergangenheit Bestandteil unserer Prüfplanung und wird es auch bleiben.

Generell gilt: Auch die besten Qualitätssicherungssysteme können uns nie zu 100 Prozent gegen die kriminelle Energie Einzelner schützen, wie das beim Pferdefleisch der Fall war. Als Handelsunternehmen müssen wir uns immer auch bis zu einem bestimmten Grad darauf verlassen können, dass sich unsere Handelspartner, also die Produzenten und Vorlieferanten, an die gesetzlichen Vorschriften und ihre Rückverfolgbarkeits- und Dokumentationspflichten halten.“

Kaufland plant ebenfalls keine Umstellung auf deutsches Rindfleisch:

„Wir reagieren auf dieses Thema sehr aufmerksam und sensibel. Eine komplette Umstellung auf Rindfleisch aus Deutschland haben wir derzeit nicht vorgesehen, da es sich bei diesen Vorgängen [die zum Skandal geführt haben; Red.] um kriminell motivierte Falschdeklarationen handelte und [dies] aus unserer Sicht daher ein Thema der Kontrollsysteme ist. So haben wir für die Produkte unserer Eigenmarken unsere bereits sehr umfangreichen Eigenkontrollen auf die Untersuchung von Pferdefleisch ausgedehnt.“

Lidl schließt sich an:

„Zukünftig wird Lidl Deutschland die Hersteller auffordern, ihre Produkte systematisch auf Pferde-DNA zu prüfen, und auch Lidl Deutschland hat seine Routineuntersuchungen um Prüfungen auf Pferde-DNA ergänzt.“

Bei Kaiser’s Tengelmann heißt es:

„Bei dem Einsatz von ausschließlich deutschem Rindfleisch für Fertigprodukte stellt sich die Frage, ob die benötigte Menge für alle Hersteller gewährleistet werden kann. Die Herkunft des Fleisches ist und war bislang nicht das Problem, denn auch deutsches Rindfleisch kann unter Umständen Spuren von Fremd-DNA enthalten, wenn es bei der Produktion zu Kontamination durch unsorgfältiges Arbeiten kommt. Wir haben deshalb konsequente und kontinuierlich durchzuführende DNA-Tests bei der Produktion von unserer Eigenmarken-Lasagne eingeführt und werden diese Kontrollen auch auf andere Eigenmarken-Fertigprodukte ausweiten.“

Zurück zum Blogeintrag.

Fotos: Supermarktblog

Kommentieren

Datenschutzhinweis: Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Eine Freischaltung erfolgt nur unter Angabe einer validen E-Mail-Adresse (die nicht veröffentlicht wird). Mehr Informationen.

Blog-Unterstützer:innen können sich über Steady einloggen, um Support-Hinweise und Werbung im Text auszublenden:

Archiv