City-Supermärkte (6): Müsli für morgen, Bierchen für jetzt – Eat 17 in Hammersmith

City-Supermärkte (6): Müsli für morgen, Bierchen für jetzt – Eat 17 in Hammersmith

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Lebensmittel gibt’s bei Eat 17 in Hammersmith als Vorrat, zum Mitnehmen und für den Direktverzehr – ungewöhnliches Ladendesign inklusive. Mit klassischem Supermarkt hat das nicht mehr viel zu tun. Glücklicherweise.

Partner und Sponsoren:

Supermärkte müssen flexibel sein, um kleinere Flächen in der Stadt zu belegen. Das Supermarktblog stellt eine Auswahl interessanter Läden vor.


Offiziell haben Chris O’Connor and James Brundle ihr Londoner Minimarkt-Imperium zwar an den Handelspartner Spar angedockt; aber der eigene Name Eat 17 ist längst die viel stärkere Marke. Und von ihrer ursprünglichen Ladenheimat in Walthamstow aus erobert die gerade einen Stadtteil nach dem nächsten. Nicht bloß an ungewöhnlichen Standorten (siehe Supermarktblog), sondern auch mit großer Experimentierfreude. Zum Beispiel am Smith’s Square Market in Hammersmith, wo Eat 17 im August 2018 neu eröffnet hat.

Besonderheiten auf einen Blick

  • Der Laden ist eine Mischung aus Einkaufsgelegenheit, Bar und Gastro-Treffpunkt; der Raum mit den Sitzgelegenheiten geht nahtlos in den Markt über.
  • Mit schlichten Metallregalen, Beton-Optik und großen Farbflächen in türkis, hellblau und rosé auf dem Ladenmobiliar aus hellem Holz sieht quasi nichts mehr nach klassischem Supermarkt aus.
  • Vorrangig werden Produkte kleinerer und lokaler Hersteller, Quasi-Feinkost und fertig zubereitete Mahlzeiten aus eigener Herstellung verkauft.

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Im Detail

Gestaltet wurde der Markt von der Designagentur Fourmation, die auch für größere Marken radikal moderne Läden baut (u.a. für O2) und die nicht mehr allzu viele Gedanken daran Verschwendet haben dürfte, wie sich das klassische Supermarktkonzept modernisieren lässt (dem auch Eat 17 bei seinen ersten Märkten noch verhältnismäßig treu geblieben ist; z.B. am ersten Standort in Walthamstow); sondern einfach von vorn angefangen hat.

Um einen Ort zu bauen, an dem sich von vornherein Essen für alle Zwecke erwerben lässt: als Vorrat für daheim, zum Mitnehmen für unterwegs, für den Soforthunger.

Für letzteren holt Eat 17 Partner aus der lokalen Gastronomie zu sich, die im rechten Marktteil Pizzen backen (The Pizza Project), Burger stapeln (Knowing Meat, Knowing You), pakistanische Sandwiches belegen (Bun Kebap) oder Souvlaki grillen (It’s all Greek to Me). Dazu gibt’s Craft-Beer-Zapfhähne zum Selbstbedienen und eine Café-Theke. Fertig ist der „Indoor Street Food Market“. (Ach ja, Müsli und Milch für morgen früh kann man da natürlich auch einkaufen.)

Hier kommt niemand hin, weil er (oder sie) noch einkaufen muss, sondern weil er (oder sie) noch einkaufen will. Den selbst verpassten Titel „Not your average store“ hat sich Eat 17 damit auf jeden Fall verdient.

Warum das so gut funktioniert

„All of the sites look different to each other. It’s about keeping it local as we scale“,

hat Brundle dem „Grocer“ verraten. Jeder neue Laden solle seine eigene Marke sein und Neues ausprobieren.

In Hammermsmith stellt sich Eat 17 konsequent auf das ein, was der Nachbarschaft wichtig ist – nämlich eher nicht die größtmögliche Auswahl klassischer Industriemarken im XXL-Vorteilspack, die es anderswo ohnehin günstiger gäbe. Sondern Produkte, die es bei Tesco, Sainsbury’s, Asda & Co. seltener zu kaufen gibt.

Das bedeutet umgekehrt nicht, dass man am Smith’s Square Market nicht auch einen kompletten Einkauf erledigen könnte. Wäre bloß gut, dafür einen Schwung Behälter und Dosen mitzubringen; denn die Küchenschrank-Standards gibt es vorrangig per Refill – zum Selbstabfüllen ohne Verpackung.

Nicht nur Pasta, Nüsse und Hülsenfrüchte, sondern insgesamt 100 Artikel, darunter auch Wein und Bier.

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Das Retail Design Blog hat noch mehr Fotos parat; Eat 17 selbst natürlich auch.

Abgucken, bitte:

  • Sind das etwa – Pflanzen? Tatsächlich: Um das Gastro-Angebot dezent vom restlichen Laden abzugrenzen, rankt sich über den Tischen freundliches Grünzeug an Rahmen aus Holz und Metall entlang – und schafft damit unvermeidlich eine freundliche Atmosphäre.
  • Vergesst die authentischen Kacheln, Supermarkt-Gastronomen, euer Pizzaofen gehört in einen Fracht-Container! (Ja, das wird noch ein Trend.)
  • Das Tageslicht, das kostenlos durch die riesigen Glasfronten in den Markt fällt, ist echt eine irre LED-Alternative.


Bisher in dieser Reihe erschienen:

Fotos: Supermarktblog

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