Aldi kooperiert in Großbritannien mit Deliveroo für die Sofortlieferung von Lebensmitteln

Aldi kooperiert in Großbritannien mit Deliveroo für die Sofortlieferung von Lebensmitteln

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Die Corona-Krise vergrößert die Ausprobierlaune der großen Discountketten enorm – zumindest im europäischen Ausland.

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Die Corona-Krise vergrößert die Ausprobierlaune der großen Discountketten – zumindest im europäischen Ausland – enorm. Während Lidl für Polen einen Click-&-Collect-Service nach dem Vorbild des nie umgesetzten Formats Lidl Express vorbereitet (siehe Supermarktblog), wagt sich Aldi in Großbritannien erstmals an die Lieferung von Lebensmitteln. Dafür hat sich die Handelskette mit Deliveroo zusammengetan, dessen Kurierfahrer:innen sonst vornehmlich zubereitetes Lieferessen aus Restaurants nachhause bringen. Zunehmend arbeitet das Start-up allerdings auch mit Supermarktketten zusammen, um Nutzer:innen Lebensmittel und Drogerieprodukte heim zu bringen.

Mit The Co-op und M&S ist Deliveroo bereits im Geschäft; jetzt testet auch Aldi UK den Service, derzeit aber ausschließlich in einer einzigen Filiale im nordenglischen Sneinton (Nottingham).

Über die Deliveroo-App können Kund:innen, die im näheren Umkreis wohnen, dort u.a. Obst und Gemüse, Kaffee und Tee, Butter, Milch, Käse, Fleisch und Brot, Schokolade und Chips, Softdrinks und Bier sowie Ready Meals für die Mikrowelle bestellen. Außerdem gibt’s Spülmittel, Zahnpasta, Seife und Duschgel. In der App heißt es:


„You can now get all of your Aldi essentials delivered right to your door. With a whole range of items to choose from, you’ll find everything you need and more, from fresh British meats to fruit and veg, milk, bread and even some of your favourite treats.“

Insgesamt umfasst das Angebot 150 Artikel für den Grundbedarf, die von Aldi-Mitarbeiter:innen im Laden kommissioniert und von Deliveroo-Fahrer:innen dort abgeholt werden. Bestellt werden muss für mindestens 15 Pfund, die Lieferung kostet £ 4,99. Dafür soll der Spontaneinkauf innerhalb von 30 Minuten an die Haustür kommen.

Inwiefern eine Ausweitung des Diensts auf weitere Standorte geplant ist, hat Aldi UK noch nicht kommuniziert.

Nachholbedarf im Online-Geschäft

Bislang lieferte der Discounter in Großbritannien (ähnlich wie in Deutschland) ausschließlich Wein und Nondfood-Arikel über seinen Online-Shop. Seit dem vergangenen Monat werden im Netz allerdings auch „Aldi Food Parcels“ zur Heimlieferung angeboten, dass 22 Grundbedarfsartikel für £ 23,99 frei Haus verspricht. (Andere britische Ketten beten ähnliche Boxen an; Morrisons war am schnellsten, siehe Supermarktblog.)


Screenshot: aldi.co.uk

Während Aldi den etablierten Lebensmittelhändlern im stationären Geschäft weiterhin Marktanteile streitig macht, ist der Discounter was das wichtiger werdende Online-Geschäft angeht, unter Zugzwang geraten. Die Zahl der Angebote, die eine Lebensmittel-Sofortlieferung nachhause versprechen, ist zuletzt stark gestiegen.

Nachdem Ocado seine Kapazitätsprobleme (siehe Supermarktblog) wieder in den Griff bekommen hat, pusht der Liefersupermarkt seinen in London getesteten Delivery-Dienst Zoom bei Neukund:innen:

„We have good news. We’re ready for new customers again and can now offer you your first Zoom – we’ll even pay for delivery.“

Supermärkte setzen auf Kooperationen

Für die Auslieferung arbeitet Ocado mit dem zur DPD Group gehörenden Kurierdienst Stuart zusammen. Genau den hat derweil auch der Wettbewerber Sainsbury’s ins Boot geholt, um seinen eigenen Sofortlieferdienst Chop Chop (siehe Supermarktblog) anzuschieben. Nach kurzfristiger Schließung im März, als das Verhalten vieler Brit:innen von Vorrats- und Panikkäufen geprägt war, will Sainsbury’s nun direkt in 20 britischen Städten neu durchstarten, um Chop Chop großflächig zu etablieren.

Nicht zuletzt dürfte die Aldi-UK-Initaitive aber auch eine Antwort auf die Ankündigung von Amazon sein, nach die ultraschnelle Lebensmittel-Lieferung nach dem Start in den USA (siehe Supermarktblog) auch in Großbritannien künftig zum Standard zu machen.

(Nächster Halt, irgendwann: Deutschland.)

In anderen Ländern schließen Supermarktketten ähnliche Allianzen. In Frankreich hat sich Carrefour mit UberEats zusammengetan, um schnell Lebensmittel aus Pariser Supermärkten zu liefern. In den Niederlanden kooperiert Albert Heijn bereits mit Deliveroo und dem holländischen Lieferando-Pendant Thuisbezorgd.nl und testet in Amsterdamn sogar eine eigene Lieferküche, in der frische Mahlzeiten für Lieferung und Take-away zubereitet werden.

In der Corona-Krise hatten die britischen Wettbewerbshüter die angekündigten Investitionen von Amazon in Deliveroo freigegeben; für den Fall der Nichtgenehmigung hatte Deliveroo zuvor mit der Einstellung seines Diensts gedroht, was viele Gastronom:innen zusätzlich unter Druck gesetzt hätte, weil ihnen während der Schließung ihrer Restaurants ein weiterer Geschäftszweig weggebrochen wäre.

Hierzulande hatte sich Deliveroo im vergangenen Jahr überraschend vom Markt zurückgezogen; UberEats ist – trotz Anzeichen, die dafür sprachen – gar nicht erst gestartet.

In Deutschland passiert an Lieferinnovationen deshalb derweil Folgendes:

(Nix.)

Mehr zum Thema Food & Delivery steht regelmäßig nebenan bei holyEATS.

Danke an @starflyergold!

Fotos: Supermarktblog"

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3 Kommentare
  • in der frische Mahlzeiten zubereitet für Lieferung und Take-away werden.
    Der Satz liest sich etwas schmerzhaft …

    Aber schön zu lesen, dass deutsche Ketten wieder einmal im Ausland innovativ sind und den Heimatmarkt vergessen. Da fühle ich mich als Kunde doch richtig wertgeschätzt. /s

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