Rewe erweitert Abholangebot mit marktunabhängigen „Abholpunkten“ und „Abholmobil“

Rewe erweitert Abholangebot mit marktunabhängigen „Abholpunkten“ und „Abholmobil“

Foto: Rewe
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In Hamburg bietet Rewe seit kurzem die Möglichkeit, Online-Einkäufe in eigens dafür angemieteten Ladenlokalen mitzunehmen. So lassen sich neue Standorte in Innenstädten und der Nähe von Wettbewerbern erschließen.

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Während sich in deutschen Städten nach und nach neue Lebensmittel-Lieferdienste aus dem europäischen Ausland ankündigen (siehe Supermarktblog und Supermarktblog), ist der amtierende Online-Marktführer Rewe mit seinem Service bereits in zahlreichen Metropolregionen vertreten und arbeitet daran, sein Angebot mit stationären Abholkonzepten zu ergänzen und zu vernetzen.

  • Deutschlandweit gibt es inzwischen zahlreiche Abholmöglichkeiten in bzw. an Rewe-Supermärkten, wo Kund:innen ihre zuvor online ausgesuchten Lebensmittel fertig gepackt mitnehmen können.
  • In Berlin und Köln stehen seit dem vergangenen Jahr außerdem die ersten Abholstationen zur Verfügung, aus denen Einkäufe per zugesandter PIN entnommen werden können.
  • Und im Norden testet die Handelskette nun eine weitere von den Märkten unabhängige Variante: den „Abholpunkt“.

Die ersten beiden „Rewe Abholpunkte“ haben gerade in Hamburg eröffnet, westlich und östlich der Außenalster: einmal in Rotherbaum, einmal in Uhlenhorst.

Dafür wurden jeweils kleine Ladenflächen an Hauptverkehrsstraßen des jeweiligen Stadtteils (Mittelweg und Mundsburger Damm) angemietet, die mit einer Abholtheke ausgestattet sind. Dort können Kund:innen, die in der Nähe wohnen, ihre benötigten Lebensmittel unkompliziert hinbestellen und einsammeln.


Abholservice für die Innenstädte

Derzeit stehen drei Zeitfenster zur Verfügung (10 bis 14 Uhr, 14 bis 18 Uhr, 18 bis 21 Uhr). Wer bis 14 Uhr bestellt, kann den Einkauf noch am selben Tag vier Stunden später abholen. Wer sich länger Zeit lässt, muss sich bis zum nächsten Werktag gedulden.

Der Mindestbestellwert liegt wie bei den anderen Rewe-Abholgelegenheiten bei 20 Euro, dazu wird eine Servicegebühr von zwei Euro erhoben.

Rewe-Abholpunkt in Hamburg-Rotherbaum mit Lastenrad-Verleih; Foto: Rewe

Bei Rewe heißt es auf Supermarktblog-Anfrage, man wolle mit den Abholpunkten „in die nächste Entwicklungsstufe“ des bekannten Abholservices gehen:

„Ziel ist es, den REWE Abholservice noch weiter in die Innenstädte zu bringen – quasi dorthin, wo nicht genügend Fläche für einen REWE Markt mit Abholservice ist. Wir können auf kleinster Fläche die gesamte Sortimentsbreite und -tiefe in gewohnter REWE Qualität abbilden. Wir sprechen nicht nur auch junge und urbane Zielgruppen an, sondern holen sie genau dort ab, wo sie wohnen, arbeiten und ihren Lebensmittelpunkt haben.“

Bei dem „Pilotprojekt“ wolle man „das Feedback der Kundinnen und Kunden einholen und im weiteren Verlauf entsprechend der Nachfrage das Angebot skalieren“, also: ausbauen.

Ergänzung des stationären Filialnetzes

Derzeit werden die Abholpunkte vom Rewe Lieferservice dreimal am Tag mit den zuvor getätigten Einkäufen der Kund:innen beliefert (Kühl- und Tiefkühlware inklusive). Eine engmaschigere Taktung ist in Planung, heißt es aus Köln:

„Die Anzahl der verfügbaren Zeitfenster wird im Laufe des Projektes weiter ausgebaut. Ebenfalls werden Vorlaufzeiten für die Bestellungen weiter verkürzt.“

Möglich ist das, weil Rewe in Hamburg seit Ende des vergangenen Jahres über zwei Food Fulfillment Center verfügt, aus denen heraus die Direktbelieferung der Kund:innen zuhause und der neuen Abholpunkte gesteuert wird – und deren Auslastung dadurch weiter gesteigert werden kann.

Ob ein Standort für einen Abholpunkt infrage komme, hänge von unterschiedlichen Kriterien ab:

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„Hier spielen beispielsweise die Einwohnerdichte, die Kaufkraft und der Immobilienbestand eine Rolle.“

Für Rewe sind die Ladenlokale in jedem Fall eine hervorragende Möglichkeit, das bestehende Filialnetz zu ergänzen und sich in Gegenden anzusiedeln, wo sonst vor allem Wettbewerber Gelegenheit zum Lebensmitteleinkauf bieten. Der Abholpunkt in Rotherbaum liegt etwa in unmittelbarer Nähe eines Edeka-Niemerszein-Markts im Pöseldorf Center.

Tresen, Kühlmöbel, Sitzgelegenheit

In Uhlenhorst scheint sich Rewe auf den ersten Blick selbst Konkurrenz zu machen: Der dortige Abholpunkt ist nicht mal 1000 Meter entfernt von einem klassischen Rewe-City-Markt, der allerdings über eine begrenzte Verkaufsfläche verfügt – wohingegen sich online aus über 10.000 Produkten auswählen lässt, um sie zeitnah an den Abholpunkt zu bestellen.

Abholen in Uhlenhorst trotz nahe gelgenem City-Supermarkt; Foto: Rewe

Möglicherweise testet Rewe so, inwiefern sich City-Markt (für Schnelleinkäufer:innen) und Abholpunkt (für Wocheneinkäufer:innen) ergänzen können. Dazu erklärt ein Sprecher:

„Natürlich betrachten wir auch vorhandene stationäre REWE Märkte im Umfeld. Allerdings ist in dem dicht besiedelten urbanen Raum, wie es beim REWE Abholpunkt Uhlenhorst der Fall ist, die Entfernung zum nächstgelegen REWE Markt nicht ausschlaggebend.“

Aufgeräumt und schlicht: Die Abholpunkte erinnern überhaupt nicht an klassische Supermärkte; Foto: Rewe

Bislang sind die Abholpunkte rein funktional eingerichtet – Tresen, Kühlmöbel zur Aufbewahrung, Sitzgelegenheit – und verzichten darauf, Impulsartikel anzubieten. Obwohl sich das durchaus anböte, um Abholer:innen noch eine Tüte Chips, einen Schokoriegel oder ein Getränk dazu zu verkaufen. (Zumal man den Erwerb derselben ja auch bargeldlos gestalten könnte, um auf eine reguläre Kasse zu verzichten.)

Lastenrad zur Ausleihe

Ausschließen will man das in Köln nicht, erklärt aber:

„Das Projekt befindet sich noch in der frühen Startphase und wir legen zunächst einmal den Fokus auf die Resonanz der Kundinnen und Kunden.“

Die können, wenn der Einkauf mal etwas üppiger ausgefallen ist, in Rotherbaum außerdem kostenlos ein Lastenrad ausleihen, um die Lebensmittel nicht nachhause schleppen zu müssen. Außerdem wird es nicht beim Doppel(abhol)punkt bleiben:

[E]in dritter Standort in Hamburg ist in konkreter Planung und soll bis Ende April eröffnen.“

Dass man in der Hansestadt nicht wie in Berlin und Köln Abholstationen eröffne, die ohne Personal auskommen, hat laut Rewe mehrere Gründe. Zum einen sollen verschiedene Möglichkeiten getestet werden. Außerdem spiele bei der Entscheidung, ob eine Abholstation oder ein Abholpunkt wirksamer sei, u.a. die prognostizierte Nachfrage eine Rolle.

„Jeder Ansatz hat individuelle Vorteile: Während eine Abholstation eine automatisierte Übergabe erlaubt, können mit einem Abholpunkt deutlich mehr Bestellungen ausgegeben werden.“

Rewe-Abholstation in Berlin; Foto: Supermarktblog

Abholstationen gibt es bislang an sieben Standorten: zwei in Köln, fünf in Berlin (siehe Supermarktblog).

„An der Eröffnung von zwei weiteren Stationen in den kommenden Wochen arbeiten wir intensiv. Witterung, bauliche Faktoren und Vorgaben sowie die aktuelle Situation bringen mitunter leider Verzögerungen mit sich.“

Mobile Abholgelegenheit für Firmengelände

Damit scheint die Experimentierlaune in Köln aber noch nicht erschöpft zu sein. Zumindest wird nach Supermarktblog-Informationen derzeit eine weitere Möglichkeit zum Abholen fertig kommissionierter Einkäufe ausgelotet: am „Abholmobil“.

Die erste rollende Abholstation steht derzeit dienstags und donnerstags für zwei Stunden am Nachmittag in Köln-Frechen an der Zentrale der Rewe-Tochter Lekkerland. Dabei dürfte es sich vermutlich um einen bislang vornehmlich innerhalb des Unternehmens genutzten Testlauf handeln, mit dem weitere Standorte ausgelotet werden (wohl mit einem Fokus auf öffentlichen Plätzen und – rechtzeitig zum Feierabend – Firmengeländen).

Ein „Abholmobil“ könnte auch Standorte anfahren, an denen sich der Betrieb stationärer Läden oder Abholpunkte sonst nicht lohnen würde.

In Großbritannien hatte die Handelskette Asda vor sieben Jahren ein ähnliches Konzept getestet und mobile „Collection Points“ u.a. an Londoner U-Bahnhöfen etabliert (siehe Supermarktblog). Die Initiative wurde damals nach kurzer Zeit allerdings wieder aufgegeben.

Ehemaliger Asda „Collection Point“ an der Londoner Highgate Station; Foto: Smb

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