Pick & Go in Berlin: 11 Dinge, die Sie über Rewes Kassenlos-Test wissen müssen

Pick & Go in Berlin: 11 Dinge, die Sie über Rewes Kassenlos-Test wissen müssen

Inhalt:

Nach der Premiere in Köln eröffnet Rewe seinen nächsten Pick-&-Go-Markt in Berlin und lässt Kund:innen dort mit deutlich größerer Auswahl einkaufen, ohne an der Kasse anzustehen. Zum Auftakt macht das einen sehr guten Eindruck – und ist der Konkurrenz meilenweit voraus.

Partner und Sponsoren:

An diesem Mittwoch hat Digitalminister Volker Wissing in einer Rewe-Filiale in Berlin Prenzlauer Berg eine Packung Rewe-Bio-Haferbällchen, eine Brezel, einen Obstsalat und einen Apfel zum Mittagessen gekauft, dafür unter sieben Euro bezahlt, und zwar ohne an die Kasse zu gehen. Aber das ist wahrscheinlich gar nicht das allererste, was sie über Rewes Vorstoß in die Fast-Kassenlos-Zukunft des Lebensmitteleinkaufs wissen wollen, mit der man dem Wettbewerb derzeit meilenweit voraus ist.

Digitalminister Volker Wissing (mit Rewe-Vorstand Christoph Eltze, l.) beim Premiereneinkauf im Berliner Pick-&-Go-Markt; Foto: Smb

Also, immer der Reihe nach:

1. Das Konzept: „Ohne Kasse, ohne Wartezeit“

„Rewe Pick & Go“ heißt das Konzept des zweiten, gerade in Berlin eröffneten Testmarkts, in dem Kund:innen besonders unkompliziert einkaufen sollen, und um auch Nicht-Einzelhandelsspezialist:innen zu erklären, was sich dahinter verbirgt, wirbt die Supermarktkette mit dem Zusatz: „Ohne Kasse, ohne Wartezeit“.


Kund:innen registrieren sich einmalig online, scannen am Eingang einen QR-Code und kaufen dann ein, ohne die Ware nachher nochmal an der Kasse auspacken zu müssen. Dafür werden sämtliche Produkte bei der Entnahme aus Regalen und Kühltruhen von einer komplexen Technologie des Rewe-Technologie-Partners Trigo automatisch erkannt. Der Einkaufsbetrag wird – wie beim Vorbild Amazon Go (siehe Supermarktblog) – nach dem Verlassen des Markts vom hinterlegten Zahlmittel abgebucht. Fertig.

Für den Einkauf können eigene Taschen oder am Markteingang hängende Papiertüten (zum Preis von 20 Cent) genutzt werden („In deine Tasche oder in unsere Tüte“). Für Traditionsbewusste gibt es aber auch schiebbare Einkaufskörbe zur Zwischenlagerung.

2. Der Markt: Schnelleinkauf hinter Denkmalschutz

Einen ersten Pick-&-Go-Markt eröffnete die Handelskette vor einem Jahr am Kölner Neumarkt; Nummer zwei folgt nun in der Hauptstadt, wo eine 380 Quadratmeter große Bestandsfiliale an der Schönhauser Allee umgebaut wurde, die Rewe vor wenigen Jahren von Kaiser’s Tengelmann übernommen hat – und die bereits eine bewegte Geschichte vorweisen kann.

Eröffnung in Berlin: In Prenzlauer Berg können Rewe-Kund:innen einkaufen, ohne an die Kass gehen zu müssen; Foto: Smb

1957 öffnete am selben Ort das DDR-„Kaufhaus Fix“, das Ost-Berliner:innen mit Lebensmitteln versorgte (bzw. laut „Neues Deutschland“: „Industriewaren mit Selbstbedienung“) und mit dem Spruch „Fix zu Fix“ für sich warb. Ein Stück weit ist der gegenwärtige Betreiber der Fläche diesem Versprechen treu geblieben, bloß dass im Schaufenster jetzt halt etwas ausführlicher steht:

„Kinderleicht einkaufen & Zeit sparen“
„Reingehen, einpacken, rausgehen“
„Jetzt in neuer Bestzeit einkaufen!“

(Obwohl’s „Fix zu Rewe“ natürlich auch super auf den Punkt gebracht hätte.)

Experimente sind die Kund:innen des Markts mit der denkmalgeschützten Außenfassade (die auf den ersten Blick nicht unbedingt danach aussieht und regelmäßig von Graffiti-Übenden heimgesucht wird) gewöhnt; unter Kaiser’s-Ägide war der Laden mal 24 Stunden am Tag geöffnet. Rewe hält die Türen inzwischen immerhin von 6 Uhr morgens bis 23.30 Uhr offen.

3. Das Hybrid-Modell: Auf Wunsch auch mit Kasse

Auch diesen Testmarkt betreibt Rewe mit einem Hybridmodell. Was das bedeutet, steht gleich vorne am Eingang: „Du kannst bei uns wie gewohnt einkaufen und an der Kasse bezahlen.“ Auf der linken Seite öffnet sich die Zugangsschranke (mit den grünen Pfeilen) für alle, die normal durch den Laden gehen und später regulär bezahlen wollen. Dafür gibt es noch eine stationäre Kasse mit Förderband. Außerdem stehen drei SB-„Expresskassen“ zur Verfügung; zwei davon nehmen Bargeld und Karte, eine nur Karte.

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Wer die Kassen ganz umgehen möchte, scannt am Ladeneingang am rechten Teil der Zugangsschranke seinen per App generierten Einlass-Code – und lässt seine Bewegungen fortan vom martkteigenen System erfassen, das die entnommene Ware dem Pick-&-Go-Konto zuordnet. Gesichtserkennung gebe es nicht, beteuert Rewe; Kund:innen würden auch nicht wiedererkannt. Erfasst werden lediglich die benötigten Bewegungen, die auf anonymisiert vom System erzeugte Avatare übertragen werden.

Wer sich darauf einlässt, kann den Laden am Ausgang einfach so durch das Pick-&-Go-Gate mit dem davor auf den Boden projizierten Pfeil verlassen – und zwar ohne noch mal zusätzlich einen Code zu scannen (wie es z.B. Netto [ohne Hund] mit seinem Kassenlos-Konzept derzeit handhabt).

Um jeden Zweifel auszuräumen, hat’s Rewe nochmal gut sichtbar auf mehrere Monitore geschrieben:

„Wirklich, du kannst einfach rausgehen.“

4. Die App: Einlass-Generator und Bon-Maschine

Pick & Go benötigt (derzeit) eine separate App, die allerdings durch maximale Schlankheit besticht. Für die Anmeldung wird eine gültige Rechnungsadresse und eine Zahlart für künftige Abbuchungen benötigt. Akzeptiert werden inzwischen Kreditkarte, Google Pay, Apple Pay und Paypal. Vor dem ersten Einkauf muss man den Code in der App außerdem einmalig vom Marktpersonal freischalten lassen, das über den Ausweis die Volljährigkeit kontrolliert, um z.B. den Einkauf von Alkohol zu ermöglichen.

(So müssen, anders als bei Whole Foods in den USA oder Amazon Go in Großbritannien, auch keine zusätzlichen Ausweiskontrolleur:innen vor der Weinabteilung rumlungern.)

In den Schaufenstern werden Kund:innen zum App-Ausprobieren aufgefordert; Foto: Smb

Nach dem Einkauf werden die Kund:innen per Push benachrichtigt, dass ihr Einkaufszettel in der App bereitsteht:

„Du hast für 8,19 Euro eingekauft. Dein neuer Kassenbon liegt für dich bereit.“

Das soll in der Regel ein paar Minuten dauern; bei meinem Test am Mittwoch war’s mit knapp anderthalb Stunden deutlich länger – aber das dürfte daran gelegen haben, dass zu dieser Zeit diverse Rewe-Mitarbeiter:innen, Journalist:innen und ganz normale Kundschaft im Laden wild durcheinander liefen, und das System einiges zu rechnen hatte. (Oder ich hab zuviele Artikel wieder ins Regal zurückgelegt.)

5. Das Sortiment: Alles für die Nachbarschaft

Die Besonderheit am Berliner Pick & Go besteht vor allem darin, dass mit rund 9.500 Artikeln fast fünf mal so viele Produkte verfügbar sind wie im Kölner Testmarkt. Rewe probiert mit der neuen Filiale, ob das Hybridkonzept auch für klassische Nachbarschaftsmärkte funktioniert.

Für seine Größe ist der Laden super sortiert, und dass das Sortiment im Vergleich zu manch anderem Rewe mit vergleichbarer Verkaufsfläche so üppig ausfällt, habe auch damit zu tun, dass man die bisherige Stammkundschaft weiter wie bisher versorgen wolle, um niemanden zu vergraulen, erklärt Jonas Schächter, der sich als Innovation Manager bei Rewe Digital um Pick & Go kümmert.

Besonders auffällig ist direkt am Eingang die große Auswahl an Obst und Gemüse, die den Vergleich mit manch größerem Supermarkt nicht scheuen muss, auch wenn ein paar Bio-Artikel fehlen – und die gleichzeitig am ehesten für Komplikationen im Ablauf sorgen könnte. Denn: Je nach Artikel wird entweder als Stückware verkauft oder muss grammgenau abgewogen werden.

Obst und Gemüse, das abgewogen werden muss, ist über dem Preisschild gekennzeichnet; Foto: Smb

Das bedeutet für Pick-&-Go-Kund:innen: Die Avocado zum Stückpreis kann direkt in der Tasche verschwinden. Bananen oder Pflaumen müssen noch mal auf die bereit gestellte Waage; die Pick-&-Go-Technologie erkennt dann die exakte Grammzahl und stellt die Ware dementsprechend in Rechnung.

Ebenso beeindruckend ist die Auswahl frisch aufgebackener Brote, Brötchen, herzhafter und süßer Snacks im riesigen Brötchenknast am gegenüberliegenden Marktende: Fast 50 verschiedene Artikel lassen sich dort mit der Zange entnehmen und eintüten; um die Ecke liegen nochmal 30 aufgebackene und vorgepackte Artikel (z.B. Bio-Brote) bereit. Auch diese Ware wird komplett automatisch erkannt.

Bei mir hat’s jedenfalls im ersten Anlauf geklappt: 165 Gramm Bio-Banane für 31 Cent, 70 Gramm Bio-Pflaume für 33 Cent, nur die „Börekstange Spinat“ wurde zur „Börekstange Hackfleisch“ (gleicher Preis).

An eine Salatbar oder Sushi-Theke hat man sich schon aus Platzgründen nicht herangetraut, und auch Bedientheken dürften schwierig umzusetzen sein; aber das ist angesichts der schon ziemlich guten Auswahl egal. Und bleibt eine technologische Herausforderung für die Zukunft.

6. Die Technologie: Kamera trifft Gewichtssenor

Um die eingekauften Produkte exakt zu erkennen und den Kund:innen richtig zuzuordnen, gleichen rund 400 im Laden installierte Kameras ihren Input mit dem von 1.000 Gewichtssensoren zusammen, die in Regalböden eingelassen und hinter Haken angebracht wurden (um z.B. auch die Papiertüte zu erkennen und abzurechnen). „Sensor Fusion“ heißt das im Fachjargon.

Eine der größten Herausforderungen wird darin bestehen, Ware zu erfassen, die von Kund:innen falsch zurückgelegt wird und von anderen dann dort mitgenommen. Wie genau das System dabei arbeitet, lässt sich ab sofort ja ganz gut testen.

Zahlreiche Kameras begleiten Pick-&-Go-Kund:innen beim Einkauf durch den Markt; Foto: Smb

7. Die Mitarbeiter:innen: Altes Team, neue Aufgaben

Fast alle Journalist:innen wollten wissen, wieviel Personal Rewe mit Pick & Go jetzt einspart, und die Antwort lautete: erstmal keins. Im Berliner Testmarkt arbeiten genau so viele Mitarbeiter:innen wie vor der Umrüstung. Seltener an der Kasse, vermutlich. Aber bei genauerem Hinsehen gibt es in der Filiale auch sonst genügend zu tun.

Die ziemlich eng gestellten Produkte in den Regalen müssen regelmäßig nachgefüllt werden, Brot und Brötchen gebacken, und jede kleinste Sortimentsanpassung macht zusätzlich Arbeit, weil sie im System nachvollzogen werden muss, damit Kameras und Sensoren richtig arbeiten.

(Zumindest für Produkte des Herstellers Mars, mit dem Rewe [so wie Wettbewerber Edeka] derzeit im Preis-Clinch liegt, wollte man sich den Umräumaufwand vorerst nicht machen: An zwei Stellen im Laden bleiben die Regale vorerst leer und Rewe verweist wie überall sonst auf seine Eigenmarken, so lange man sich mit dem Hersteller nicht einig werde.)

Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es gerade keine Mars-Produkte automatisch zu erkennen; Foto: Smb

8. Der Gruppeneinkauf: Für die ganze Familie

Richtig offensiv kommuniziert Rewe das gegenüber Kund:innen bislang nicht, aber: Wer per Pick & Go einkauft, kann auch zu zweit oder mit der ganzen Familie in den Laden kommen. Das System ordnet alle Personen, die nach einem Scan durch die Einlassschranke gehen, dem aktivierten Konto zu – anschließend kann jede:r einkaufen, wie sie bzw. er will. Auf dieselbe Rechnung.

Wenn Sie also demnächst beim Einchecken den heißen Atem des bzw. der nachfolgenden Kund:in im Nacken spüren, dann will sich da jemand womöglich ein kostenloses Lunch auf Ihre Kosten erschleichen!

(Rewe sagt, die Öffnungsphase der Einlasssschranke ist so bemessen, dass das eigentlich kaum wirklich passieren kann.)

„Du kannst einfach rausgehen, wirklich“ erinnert Rewe am Marktende; Foto: Smb

9. Die Extrawürste: Gruß und Kuss ans Eichamt

Was Amazon mit Amazon Go bewerkstelligt hat, war eigentlich Kinderkram – schließlich musste sich der Handelskoloss nicht mit deutschen Besonderheiten und Vorschriften herumschlagen. Genau das dürfte die hiesigen Teststandorte für die Entwickler:innen von Trigo besonders interessant machen: Denn wenn’s hier funktioniert, klappt’s bestimmt auch überall sonst.

Eine der genannten Besonderheiten ist der gute, alte Pfandautomat. Der gibt seine Pfandbons zwar ganz gewöhnlich aus, die Entwertung passiert aber auf zwei unterschiedliche Arten. Für regulär an der Kasse bezahlende Kund:innen behält der Bon seinen Wert auch dann, wenn er nicht direkt eingelöst wird. Bei Pick-&-Go-Kund:innen wird er automatisch beim Verlassen des Markts angerechnet und entwertet. (Falls das nicht klappt, soll man sich an den Kund:innenservice wenden.)

Und das grammgenau abgerechnete, unverpackte Obst und Gemüse? Kommt auf die Waage, die ebenfalls automatisch den bekannten Klebezettel mit Barcode ausspuckt, den es für Pick & Go eigentlich gar nicht bräuchte, weil das System den Preis der gewogenen Ware automatisch erfasst. Weil sonst das Eichamt unfreundlich wird (und um der Belegausgabepflicht genüge zu tun), rattert der Klebezettel aber weiter unnötigerweise aus der Waage, die sich damit an geltendes Recht hält.

10. Die Reklamation: Da stimmt was nicht?

Reklamationen sind im Anschluss an den Einkauf direkt über die App möglich: Wer auf „Produkt(e) reklamieren“ klickt, muss sich entscheiden, ob er einen einzelnen Artikel falsch abgerechnet oder einen falschen Kassenbon bekommen hat. Per Dropdown-Menü lässt sich dann bei jedem Artikel anklicken, was nicht stimmt, z.B.: „falsche Anzahl“, „falsches Produkt“, „MHD überschritten“, „Produkt beschädigt“. (Wird höchste Zeit, dass das beim Rewe Lieferservice genauso leicht geht!)

Die In-App-Reklamation klappt bis zu 24 Stunden nach Erhalt des Bons; anschließend muss man sich an den Kund:innenservice wenden.

Rewes Pick & Go verspricht den Kund:innen unkompliziertes und schnelles Einkaufen; Foto: Smb

11. Die Nutzungsmuster: Pssst, Geheimnis

Dazu, wie Pick & Go am ersten Standort in Köln bislang angekommen ist, schweigt sich Rewe weitgehend aus, vermutlich um der Konkurrenz nicht zuviel Einblick ins Projekt zu geben. Offen bleibt deshalb u.a., bei welcher Prozentzahl an Einkäufen Reklamationen eingereicht werden, weil die Erkennung nicht so geklappt hat, wie sie sollte.

Über die Diebstahlquote sagt Rewe, sie habe sich im Kölner Pick-&-Go-Markt im Vergleich zu vorher nicht signifikant verändert, was einiges an Deutungsspielraum zulässt.

Und wieviele Kund:innen Pick & Go in Köln bislang nutzen? Ebenfalls unklar. Die Mehrheit kaufe in dem Laden aber weiterhin regulär ein und bezahle an der Kasse, heißt es, was sehr für den hybriden Ansatz der Kölner:innen spricht, um keine Kund:innen zu verschrecken.

Fazit

Rewes Pick & Go macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Anstatt es sich einfach zu machen (und z.B. nur fertig abgepackte Waren zu verkaufen), wagt man sich auch an komplexere Sortimentsbestandteile. Deshalb lassen sich freilich auch erste Schwachpunkte schon erahnen – angefangen beim Wiegeritual, das nur für einen Teil des angebotenen Obsts und Gemüses gilt, welches man am blauen Hinweis überm Preisschild erkennt: „Diesen Artikel an der Waage wiegen.“ Woran Kund:innen aber jedes Mal aufs Neue denken müssen, wenn sie nicht unfreiwillig Diebstahl begehen wollen.

(Dass ausgerechnet die im Laden verbaute Waage keine Warenerkennung besitzt, obwohl es technisch längst möglich wäre, den Kund:innen auf dem Screen zumindest Vorschläge zu machen, ist ein kleiner Schwachpunkt.)

Trotzdem ist es gut, dass sich eine deutsche Handelskette endlich traut, eine zeitgemäße Variante des Lebensmitteleinkaufs ohne die üblichen Hürden und Denkeinschränkungen zu testen. Zumal sich so dasselbe behaupten lässt, wie das früher an dieser Stelle beheimatete „Kaufhaus Fix“: nämlich „ein Gewinn für die Schönhauser Allee“ zu sein. Und wenn die Kund:innen das Konzept annehmen: sicher bald auch anderswo.

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1 Kommentar
  • Ich wurde per Rewe-Newsletter über Pick & Go informiert und eine Google-Suche verwies dann gleich auf diesen Beitrag hier. Zumindest am Anfang hatt der Markt auch noch unter Rewe 24 Stunden auf, das wurde aber dann irgendwann mangels Nachfrage eingestellt. Habe mir das ganze dann mal am Samstag Nachmittag angeschaut.

    Am Eingang steht ein Promoter, der alle Kunden begrüßt und für das neue System wirbt. Der Promoter kommt von einer externen Agentur, die sonst u. a. Payback und die Deutschland-Card bewirbt. Zumindest bei meinem Besuch entschieden sich die meisten Besucher dafür, normal einzukaufen ohne Scan und Go.

    Die Kameras sind immerhin klein und schwarz, so daß sie unter der schwarzen Decke kaum auffallen. Mein Einkauf (ohne Pick und Go) klappte ohne Probleme mit Bezahlung an der SB-Kasse.

    Paar Fragen bleiben allerdings offen:

    Warum bitte schafft Rewe die Payback-Terminals ab? Bei neueröffneten oder umgebauten Märkten gibt es kein Payback-Terminal mehr, so auch hier, Umwandeln der Punkte in Rewe-Guthaben geht nur noch per App oder über die Homepage. Bis Mitte 2023 (Quelle: diverse Payback-Promoter) werden die Terminals bundesweit abgeschafft.

    Was passiert mit Artikeln in diesem Markt, die ein kurzes MHD haben? Bislang reduziert Rewe diese mit Aufkleber um 30 %, wenn die Haltbarkeit in Kürze endet. Laut Promoter können die Kameras diesen Aufkleber aber nicht erkennen, so daß in diesem Markt nichts reduziert wird. Zahle ich hier somit für kurze Haltbarkeit den vollen Preis? Wirft Rewe hier mehr Artikel weg? Außerdem sollen in diesem Markt keine speziellen Angebotsartikel, die sonst nicht im Sortiment sind, erhältlich sein, da das System sonst überfordert ist.

    Bei Pick und Go erhalte ich erst nach dem Verlassen des Geschäftes die Rechnung, während ich bei Scan und Go immer auf einen Blick sehe, für wie viel ich gerade schon eingekauft habe. Somit mit Pick und Go ein Blindflug, zumal man sich auf die Funkpreisschilder auch nicht verlassen kann. Nimmt die Batterieleistung ab, ist sie zu schwach zum Empfang von Preisupdates. Da gibt es zwar im Marktleiterbüro eine Fehlermeldung, um die wird sich aber oft nicht gekümmert, so daß in zahlreichen Rewe-Märkten seit ewigen Zeiten andere Preise an den Funkpreisschildern angezeigt werden, als an der Kasse berechnet werden.

    Am Pick und Go Eingang muß der QR-Code zur Kundenzuordnung gescannt werden, am Pick und Go Ausgang nicht. Wie will Rewe verhindern, daß ich ohne Pick und Go durch den normalen Eingang reingehe, mir dann alle Sachen einpacke und ohne Bezahlung durch den Pick und Go Ausgang rausgehe? Eine sich öffnende Fallgrube direkt dahinter wird es nicht geben, wenn überhaupt ggf. einen Alarm? Selbes Problem stellt sich natürlich auch in allen Supermärkten, die keine Kundenvereinzelungsanlage haben am Eingang, so daß man nicht durch die Kassen raus muß.

    Was passiert, wenn ich als Pick und Go Kunde nicht den dafür vorgesehen Ausgang nutze, sondern durch den anderen Ausgang für die Nicht-Pick-und-Go-Kunden rausgehe? Erkennt das System das trotzdem und schickt mir die Rechnung per Push-Nachricht?

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