Antippen statt anstellen: Wie Vapiano und McDonald‘s den Bestellprozess im Schnellrestaurant umkrempeln

Antippen statt anstellen: Wie Vapiano und McDonald‘s den Bestellprozess im Schnellrestaurant umkrempeln

Inhalt:

Mit Bestell-Terminals wollen Schnellrestaurants nicht nur lange Schlangen vermeiden, sondern auch neue Gäste anlocken. Wenn sich das etabliert hat, gewinnt die Technik auch für Supermärkte an Bedeutung.

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Evolutionsbiologisch gesehen ist der Bestellschlangen-Menüaussuchverweigerer im Schnellrestaurant ein direkter Verwandter des Kleingeldabzählers an der Supermarktkasse. Während letzterer dem Zwang erliegt, unbedingt passend zahlen zu wollen, ist es Vertretern der erstgenannten Art unmöglich, sich bereits während es Anstehprozesses für ein Menü zu entscheiden, das bei Ankunft am Kassentresen zügig bestellt werden könnte, ohne noch mal ganz genau die Karte zu studieren.

Glücklicherweise gibt es für beides Lösungen, um die Zahl der in den Schlangen wartenden Skelette auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

Eine davon ist gerade dabei, den Bestellprozess in der Systemgastronomie nachhaltig umzukrempeln.

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Dabei stand ausgerechnet Fast-Food-Marktführer McDonald‘s lange Zeit ziemlich auf dem Schlauch, was den Einsatz neuer Techniken anging. Inzwischen hat die Kette jedoch verstanden, dass es nicht nur den Kunden, sondern auch dem Geschäft gut tut, wenn das Schlangestehen in den Restaurants auf ein Minimum reduziert werden kann. Deshalb installiert McDonald’s in den Restaurants seit einiger Zeit Bestellsäulen, an denen Kunden ihr Essen per Touchscreen ordern können.


Foto: McDonald’s Deutschland

Das funktioniert wie an einem riesigen Smartphone: Burger raussuchen, Pommes dazu, Getränk und Nachtisch auswählen, oder lieber doch gleich ein komplettes Menü?

Bezahlt wird direkt per Karte, anschließend spuckt das Gerät einen Abholcode aus, der auf dem Bildschirm an der Theke weiter vorn erscheint, wenn das Essen fertig auf dem Tablett steht (oder zum Mitnehmen in der Tüte verstaut wurde).

Kein Stress – oder zack-zack

„Easy Order Terminal“ heißen die Riesentablets im McDonald‘s-Denglisch, und auf Anfrage erklärt die deutsche Zentrale, dass es davon derzeit 2050 Exemplare „in etwa 500 Restaurants“ gibt, also einem Drittel von deutschlandweit 1.476. (Unter anderem verfüge jedes umgebaute bzw. neu eröffnete „Restaurant der Zukunft“ über ein oder mehrere solcher „Bestellkioske“.)

„Unsere Gäste können sich an den Terminals, gerade wenn der Andrang an den Kassen groß ist, in Ruhe das Sortiment anschauen und sich ihre ganz persönliche Auswahl zusammenstellen.“

In der Schnell- und Kettengastronomie werden die Bestellsäulen gerade zum neuen Standard: Die amerikanische Edel-Burgerkette Shake Shack hat in New York kürzlich ihr erstes Restaurant eröffnet, in dem Gäste ihre Menüs nur noch am Bildschirm ordern können.

Auch die angesichts sinkender Umsätze zur Modernisierung gezwungene Sandwichkette Subway hat eingesehen, Kunden nicht bei jedem Besuch mit siebzig Fragen zur Brotbelegung zu triezen. Zum neuen Restaurantdesign gehören auch Bestell-Tablets.

Zahlen, bitte!

Dass Deutschland der internationalen Entwicklung (wie so oft) etwas hinterher hinkt, dürfte auch daran liegen, dass die Bestellsäulen dort, wo sie schon stehen, häufig noch auf Skepsis stoßen – selbst wenn die Schlangen am Bestelltresen zu Stoßzeiten besonders lange sind. In vielen europäischen Nachbarländern sieht das ganz anders aus.

Als McDonald‘s-Rivale Burger King 2012 nach anderthalb Jahrzehnten Abwesenheit sein erstes (neues) Restaurant in Frankreich eröffnete, war das auch eine Gelegenheit, die Flächen so zu konstruieren, dass sie zum veränderten Nutzungsverhalten der Gäste passen. So wie im vor zwei Jahren eröffneten Flagship-Restaurant im Shopping-Center Les 4 Temps im Pariser Stadtteil La Défense.

Wer dort hungrig hinkommt, steuert nicht zuerst auf die (immer noch) acht klassischen Bestelltresen mit Mitarbeitern zu – sondern auf zwölf Bestellsäulen („Self-Order Kiosks“).

So sieht das dort zur Mittagszeit aus:

Restaurants profitieren von der Säulenbestellung nicht nur, indem sie lange Anstehzeiten vermeiden.

Bei McDonald‘s Deutschland heißt es:

„Durch die Terminals bieten sich auch für uns ganz andere Möglichkeiten, unsere Gäste auf bestimme Features, wie beispielsweise Tischservice oder bargeldloses Bezahlen, und Aktionen aufmerksam zu machen.“

„Aufmerksam machen“ ist eine schöne Umschreibung für: lenken. Wer seinen Burger an der Säule ordert, wird danach gefragt: „Wo möchten Sie bezahlen?“ Die Option „Gleich hier mit Karte – Gebührenfrei und einfach“ ist deutlich hervorgehoben; in winziger Schrift erscheint daneben die klitzekleine Alternative: „Bar an einer Kasse (ggf. mit Wartezeit“).

Die Bestellsäulen sind für die Restaurantketten die ideale Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass weniger Bargeld in der Kasse landet, das nachher aufwändig gezählt werden muss und geklaut werden kann.

Bildschirmbestellen als Standard

In den „Restaurants der Zukunft“ fragt die Säule zudem, ob man sich nicht auch noch das Warten am Abholtresen sparen möchte und stattdessen einen an der Seite entnehmbaren Funksender scannen möchte. Mit dem setzt man sich anschließend an einen Tisch seiner Wahl, das fertige Essen wird vorbeigebracht.

„Grundsätzlich ist es so, dass unsere Gäste die neuen Möglichkeiten des digitalen Bestellens positiv aufnehmen und [wir] verzeichnen steigende Nutzerzahlen und vermehrt Bestellungen an den ‚Easy Order Terminals‘“,

erklärt McDonald‘s auf Anfrage. Konkrete Zahlen zum Anteil der Touchscreen-Bestellungen will man hingegen nicht nennen.

Nicht nur Fast-Food-Ketten haben die zunehmende Bedeutung der Bestellsäulen für ihr Geschäft erkannt. Auch die deutsche Pasta-Systemgastronomie Vapiano experimentiert seit einiger Zeit damit, zunächst in zwei so genannten „Mini-Vapianos“, die in Ingolstadt und Wien eröffnet haben.

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Die „Mini-Vapianos“ sind kleiner als gewohnt und funktionieren als „Satelliten“, die mit Zutaten aus einem regulären Restaurant in der Nähe versorgt werden.

Das bedeutet auch: weniger Platz, um dabei zuzusehen, wie die Köche das bestellte Gericht vor den Augen des Gasts zubereitet, wie es bisher unverzichtbarer Bestandteil des Vapiano-Konzepts war.

Endlich mal zusammen essen

Mit dem (inzwischen weit verbreiteten) „Front Cooking“ wollte sich die Fast-Casual-Kette ursprünglich von Fast-Food-Wettbewerbern abheben, die ihre Gerichte im Verborgenen zurecht frittierten. Bei Vapiano sollte dagegen jeder sehen, was auf dem Teller landet: frische Zutaten, für die viele Gäste bereit waren, auch mal ein oder zwei Euro mehr pro Gericht zu zahlen.

Dieses Prinzip hebelt Vapiano durch die Installation von „Order Points“ nun aus: Wer sich seine Pasta am Bildschirm aussucht, kriegt nichts mehr vorgekocht. Allerdings kann das Unternehmen damit einen schwer wiegenden Nachteil seines sonst so erfolgreichen Konzepts ausgleichen.

Eine Vapiano-Sprecherin erklärt:

„Gerade, wenn Familien oder größere Gruppen zusammenkommen und gemeinsam essen wollen, können sie ihre Speisen zusammen bestellen und bekommen diese dann zeitgleich an den Tisch gebracht. So können unsere Gäste gemeinsam essen und mehr Zeit miteinander verbringen.“

Bislang war es eher Glückssache, wenn Arbeitskollegen in der Mittagspause zur gleichen Zeit von den diversen Kochtresen zurückkehrten; im Zweifel war der eine schon halb verhungert – und der andere schon nachtischbereit.

„Das Front Cooking bleibt“

Das mag praktisch für alle sein, die ihren Büronachbarn ohnehin nicht ausstehen können; alle anderen überlegen es sich zweimal, ob sie sich diese Ungemütlichkeit noch mal antun wollen.

Insofern ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Vapiano die „Order Points“ auch in die regulären Filialen holt: Im gerade eröffneten Flagship-Restaurant am neuen Firmensitz im Kölner Rheinauhafen kann ebenfalls am Bildschirm bestellt werden. Zugleich versichert das Unternehmen jedoch:

„Das Front Cooking bleibt und wenn ein Gast lieber beim ‚live Kochen‘ zusieht, kann er dies auch weiterhin.“

Und zwar auch in den „Mini-Vapianos“. Mit deren Entwicklung gibt sich das Unternehmen in der bisherigen Testphase „sehr zufrieden“: „[Wir] gehen davon aus, dass wir das Konzept ausweiten.“ Weitere Standorte seien aber „noch nicht final verabschiedet“.

McDonald‘s betont ebenfalls, mit den Bestellsäulen nicht nur „Gäste der jüngeren Generation“ ansprechen zu wollen, die „digitale Elemente intuitiv“ bedienen:

„Insbesondere Familien nehmen die Möglichkeit, in Ruhe zu bestellen, gerne an.“

Weil‘s dann keinen Stress mehr an der Kasse gibt, welches Happy Meal der Papa bestellen soll. (Und die Säulen ideale Zwischenlösungen für künftige Bestellungen per App sind; mehr dazu ein andermal.)

Erst ordern, dann bummeln

Handelsketten und Supermarktbetreiber sollten ganz genau hinsehen, was sich da in der gastronomischen Nachbarschaft tut – nicht nur, weil die Konkurrenz zwischen den Anbietern zunehmend größer wird (siehe Supermarktblog). Sondern auch, weil sich die Kunden mittelfristig daran gewöhnen werden, ihr Essen in der Mittagspause stressfrei per Touchscreen zu bestellen – und das auch anderswo erwarten werden.

Die von Amazon übernommene amerikanische Biomarktkette Whole Foods hat in ihrem neuen Markt mitten in New York nicht viel, viel Platz für gastronomische Angebote gelassen (siehe Supermarktblog), sondern lässt Mittagesser ihr Wunschessen auch per Tablet im Laden bestellen.

Bis das abholbereit in der Durchreiche steht, bleibt noch genügend Zeit für einen kleinen Bummel durch den Laden – und ein paar ungeplante Zusatzeinkäufe fürs spätere Abendessen.

Die Touchscreen-Bestellung zieht sich konsequenterweise durch den ganzen Laden: Im für eilige Pendler eingerichteten Kaffee- und Snack-Shop im Erdgeschoss gibt es die Möglichkeit, den Baristas schon mal anzukündigen, welches Heißgetränk man sich gleich in der rappelvollen Subway über den Mantel zu kippen wünscht; während man sich das passende Croissant dazu aussucht, kann die Milch schon mal zu schäumen anfangen.

Damit die Bestellabkürzung klappt, muss die Technik natürlich auch funktionieren. Anstatt Kunden mit laminierten „Techniker ist informiert“-Ersatzhinweisen zu ärgern.

Ein reibungsloser Bestellablauf ist auch im Burgerrestaurant längst noch nicht selbstverständlich. Die hochmodernen Riesentablets von McDonald‘s schmieren gerne mal vor deren Augen hungriger Gäste ab; und z.B. am Berliner Hauptbahnhof sind die Bildschirme zu bestimmten Zeiten (wahrscheinlich in schwächer besetzten Schichten) gar nicht erst funktionsfähig:

„Der Kiosk ist momentan nicht in Betrieb.“

Vielleicht ja, damit die Menschen in frühmorgendlich langen Schlangen an der McCafé-Theke auch mal wieder zueinander finden und gemeinschaftlich Erinnerungen austauschen können: Wissen Sie noch, früher war das immer so ätzend?

Titelfoto: Vapiano, Fotos: Supermarktblog"


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28 Kommentare
  • Frankreich scheint überhaupt voran zu gehen, ich könnte schon vor ein paar Jahren bei McDonalds in der Innenstadt von Nizza nur an den Terminals bestellen. Was ich im Ausland sowieso mache.
    Aber der aus Early-Adopter-Sicht größte Vorteil geht natürlich verloren: Nicht in der Schlange stehen zu müssen hinter der Familie, die sich gerade ihr Happy-Meal aussucht. Die steht nämlich jetzt an der Säule vor einem. Und danach nochmal an der Ausgabe-Schlange.
    Und das Personal wird zu einem reinen Hallo-Tschüs-Laufjob degradiert, fühlt sich irgendwie auch etwas seltsam an.

    Außerdem muss ich noch etwas eingeschnappt anmerken, dass ich an der Kasse schneller mein Kleingeld abzähle, als sich die Wechselgeld-Fans über die vielen Münzen im Portemonnaie beschweren können 😉

  • „sondern lässt Mittagessen ihr Wunschessen auch per Tablet im Laden bestellen.“
    Ich ahnte es schon lange: Meine Essen sind auch manchmal einfach ZU selbstständig… 😉

  • Ein weiterer Vorteil gerade an Flughäfen und Bahnhöfen ist, dass die Riesentablets bei ausreichendem Budget des Betreibers etliche Sprachen mehr können als die durchschnittlichen Bedingungen hinter der Theke, vom währungs-unabhängigen Bezahlen („hab noch nichts getauscht“) ganz zu schweigen… Äußerst praktisch, und zieht damit weniger abenteuerlich gestimmten Kunden magisch an!

  • Leider häufig bei McD die Erfahrung gemacht, dass die Bestellterminals außer Betrieb waren. Weiterer Nachteil, die Rabattcoupons könnten darauf nicht eingelöst werden.
    Außerdem fände ich es praktischer, auf meinem Smartphone per App in der Filiale zu bestellen anstatt mich durch ein fremdes Tablet zu fuchsen.

    • Doch, man kann an den Terminals Coupons einlösen. Es gibt einen «Ich habe einen Coupon»-Knopf, und wenn man den gedrückt hat, kann man die Nummer eingeben, die auf dem Coupon steht.

  • Bei Mc Donald’s im Berliner Hauptbahnhof gibt es die Terminals schon länger. Nach 0 Uhr sind die Terminals für circa 30 Minuten außer Betrieb, übrigens auch die personenbedienten Kassen. In dieser Zeit findet der tägliche Kassenabschluß statt. Quelle: ein Mc Donald’s-Mitarbeiter im Berliner Hauptbahnhof, der auf einem Zettel meine Bestellung handschriftlich vermerkte, den Betrag mit einem Taschenrechner ermittelte und mir erklärte, er müsse später in einer ruhigen Minute alle diese Bestellungen in der Kasse nachträglich erfassen.

  • Ich finde die Terminals super! Wenn alle an den Kassen stehen, kann man in Ruhe am Terminal sein Essen aussuchen und bereits bezahlen.
    Hygienischer finde ich es auch, da hinter den Kassen nur mit Essen und nicht mehr mit Geld hantiert wird (allerdings natürlich nur, wenn nur mehr am Terminal bezahlt werden würde).
    Es wäre aber auch vieles stressfreier, wenn es nur eine Schlange zum Anstellen gäbe und sich diese dann auf die Kassen verteilt. So steht man gerade bei Mac Doof ewig an der falschen Schlange an.
    Leider habe ich die Terminals bisher nur vereinzelt in Filialen vorgefunden.

  • Da ist Deutschland wohl wieder etwas hinterher. Allerdings verständlich, da es häufig wohl an der im Vergleich geringeren Kartenzahl-Akzeptanz liegt.
    Hier in Belgien ist man sogar neben den Terminals testweise schon noch einen Schritt weiter gegangen. Das nach dem am Terminal bestellen zur Abholung schlurfen, entfällt jetzt ebenso. Am Terminal hängen „Tisch-Warte-Aufsteller“. Man bestellt also, zahlt, nimmt sich eine Nummer und setzt sich in. Einzige Mitarbeiter-Interaktion ist damit ein müdes: „Ihr Essen. Mahlzeit!“ und „Danke“
    Ob das gefällt ist selbstverständlich jedem überlassen……

    • Geht bei McDonald’s ja in einigen Filialen auch schon, wie im Text steht. Und wenn man freundlich lächelt, wenn man sein Essen (erstaunlich schnell) gebracht kriegt, lächelt der Mitarbeiter freundlich zurück (Eigenerfahrung).

    • Die meisten Bundesbürger sagen „in Deutschland“ wenn sie eigentlich „in meiner Region“ sagen sollten. McDo setzt seit jeher auf Franchisepartner und es hängt auch stark davon ab, ob der lokale Franchisenehmer eher zu den early adoptern gehört – oder eben nicht. Da unterscheidet sich der deutsche Markt auch nicht vom Ausland. So ist der McDonalds am Times Square in New York City einer der altmodischsten und renovierungsbedürftigsten Läden dieser Kette in der ich jemals war. Umgekehrt gibt es in der bayerischen Provinz viele Restaurants die immer die neueste Ausstattung haben, der Raum Augsburg ist da zB solch ein Pilotmarkt (Franchisenehmer Hendrikx Systemgastronomie).

      Ähnliche Probleme haben auch andere Franchiseketten bzgl. Modernisierung, der Kunde aus Stadt X, wo er bereits einen anderen Service gewohnt ist, hat wenig Verständnis, wenn er in Stadt Y auf einmal auf das ältere Servicekonzept trifft – oder eben umgekehrt. Das wirkt dann auf die Endkunden, die heutzutage ja sehr mobil sind und Vergleiche anstellen, etwas unausgegoren.

  • Die McD-Terminals sind super, abgesehen davon, dass sie bestimmte Gutscheine (Feedback- und McVIP-Voucher) nicht akzeptieren. Man sollte erwähnen, dass im Zuge der Umstellung auch der ganze Prozess geändert wurde, die Burger also immer frisch zubereitet werden und viel mehr als bisher konfigurierbar sind (wenn auch immer noch nicht genug meines Erachtens). Man muss also für einen frischen Burger nicht mehr zwingend eine Spezialbestellung machen, zumal das beliebte „ohne Gurken“ nicht bei jedem Burger funktioniert. Die Wartezeit für den Tischservice kommt mir lang vor, aber das mag subjektiv täuschen. Die Burger wirken weniger warm, aber das liegt nur an der fehlenden Warterunde über den Warmhaltebereich. Das Beste an den Terminals ist aber, dass sie nach meinen inzwischen häufigen Beobachtungen von 90 Prozent der Kunden ignoriert werden und damit immer frei sind. Auch das kontaktlose Bezahlen ist prima, das können längst nicht alle McD-Kassen.

    • Warum ist das so erstaunlich? Der Mensch lebt nicht von in diesem Blog beschriebenen To-go-Speisen und Kochtüten allein.

    • Lässt das nicht den Schluss zu, dass Packstationen/Locker und McDonalds hervorragend zueinander passen würden? 🙂

  • Grüße aus Österreich. Hier kann man in einigen Filialen (nur) an den Terminals selbst einen Burger zusammenstellen. Damit kann McDonald’s auch Wünsche wie z.B. Low Carb (Salat statt Burgerbun) und Veggie (Gemüselaibchen) erfüllen

  • in München gibts noch einige Filialen mit den alten Terminals (mit den kleinen Bildschirmen). Dort musste man zuerst die Kreditkarte, etc. einführen, ehe man bestellen konnte. Hat sich wohl eher nicht bewährt. Inzwischen haben sie das umgestellt. Erst bestellen, dann bezahlen …

  • Ich kann mich nur wundern, dass diese Bestellsäulen wie Pilze aus dem Boden schießen, Bestellungen über Smartphone / App aber immer noch nicht möglich sind. Wo liegt die Hürde?

    Auf das „mehr dazu ein andermal“ warte ich also gespannt 🙂

    • „Wieder“ indiziert, dass in der Vergangenheit in irgend einer Form im Franchise-Bereich durch Neuerungen Personal eingespart wurde (um etwas „wieder“ zu machen muss man es bereits zuvor einmal so oder so ähnlich gemacht haben – logische Sache, das).

      Es geht hier um besseren Service.

      Statt die wertvolle Arbeitszeit der Mitarbeiter damit zu vergeuden die Kassenschlange abzuarbeiten, auf einer Kasse herumzutippen und die Kunden warten zu lassen stellt man einfach 6 solche Bestellscreens auf, wo es vorher vielleicht 3 Kassen im Restaurant gab. So können alle ihre Bestellungen schneller abgeben, da es weniger bzw. üblicherweise gar keine Wartezeiten am Screen mehr gibt und der Burger wird schon auf Bestellung hergestellt, während man früher noch in der Kassenschlange gestanden wäre und dann am Ende, nach der Bezahlung, auch nur alte Ware aus der Warmhaltung erhalten hätte.

      Jetzt wird nicht mehr auf Vorrat produziert sondern nur auf Bestellung frisch zubereitet (Fleisch auf den Grill, Semmel auf den Toaster, etc.). So gibt es keine lauwarmen, durchgewichten, pappigen Burger mehr. Das geht betriebswirtschaftlich nur, ohne die Preise massiv zu erhöhen, wenn man Personalstunden aus dem Kassenbereich umschichten kann. Denn das Zubereiten auf Bestellung, statt fließbandartig auf Vorrat, ist deutlich ineffizienter/zeitaufwändiger pro Burger und braucht somit pro verzehrfertigem Burger schlicht mehr Arbeitszeit. Vereinfacht gesagt brauchen die so umgestellten Restaurants ein paar Kassenkräfte weniger, dafür ein paar Küchenkräfte mehr.

      Der Service wird sogar vorne im Restaurant besser, denn man kann sich die Bestellung, sobald man sie am Screen bezahlt hat, dann von einem Mitarbeiter an den Platz bringen lassen. Dazu nimmt man sich ein Zahlenmärkchen aus einem Spender am Screen, scannt das Märkchen kurz ab um es mit der Bestellung zu verknüpfen und der „Kellner“ sucht dann einfach nach diesem Märkchen, was man vor sich auf den Tisch gelegt hat.

      Selbst die Küchenkräfte sind damit glücklicher, denn die Arbeit wird weniger monoton – statt blechweise Big Macs, dann Cheeseburger, dann… herzustellen ist die Abwechslung wesentlich größer, kaum zwei Kunden nacheinander ordern ein identisches Menü.

      Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie alle davon profitieren können, wenn sich Handel und Gastronomie für digitale Neuerungen öffnen.

    • Ein herrliches Beispiel für eine theoretische Betrachtung. Nichts davon hat sich in der Praxis bewahrheitet. Die Wartezeiten sind ewig, Personal und Kunden genervt, niemand ist für irgendwas zuständig oder verantwortlich zu machen. Ich mache inzwischen einen weiten Bogen um McD, hauptsächlich wegen des neuen Systems, das zudem noch kaltes Essen als Neuerung brachte..

    • Leider wird es wahrscheinlich schon bald keine Alternativen mehr dazu geben, da sich die Dinger zunehmend auch schon bei Burger King breit machen. Ich bestelle auch weiterhin konsequent am Schalter, ist bequemer und diese Dinger sind mir nicht geheuer. Das einzig wirklich Gute an den Neuerungen bei Mcd. in den letzten Jahren ist, dass das Essen von Mitarbeitern zum Tisch gebracht wird, dadurch kann man sich schneller hinsetzen, anstatt zwischen den Kassenschlangen im Weg rumzustehen, wenn man noch auf was warten muss.

    • Soviel zur verträumten Theorie, die leider in der Praxis nicht mal ansatzweise so abläuft.

      * Besserer Service: Davon kann man weder bei McDonalds noch bei BurgerKing etwas bemerken. Die Angestellten stehen nur mit noch gelangweilteren Gesichtern herum, und bekommen die Zähne gar nicht mehr auseinander. Alles ist noch unpersönlicher geworden. Nein Danke !

      * alte Ware aus der Warmhaltung contra nun angeblich „frischere Ware“: Seit die Terminals zum bestellen vor Ort stehen, sind die Burger belegt, als würden die Zutaten im Weitwurf darauf platziert. Keine Spur von frischer….im Gegenteil. Zudem nervt es, wenn man sich sein Essen erst mal „zurecht basteln“ muss, um es überhaupt essen zu können. Auch passiert es in meinen Augen viel öfter, dass Zutaten fehlen. Cheeseburger ohne Cheese ist „unlustig“.

      * „Der Service wird sogar vorne im Restaurant besser“: Ich weiss ja nicht, welche verklärenden Produkte sie vor dem verfassen des Beitrages verzehrt haben….Burger waren das eindeutig nicht !

      * „Selbst die Küchenkräfte sind damit glücklicher“ Mal in die Gesichter der Mitarbeiter dort geschaut? Mit „glücklich“ hatte das in meinen Augen rein gar nichts zu tun.

      *denn die Arbeit wird weniger monoton* Ja sicher….es macht natürlich mehr Spass, wenn im Sekundentankt verschiedene Zutaten zusammen gemanscht werden dürfen, anstatt immer nur die gleichen, wobei ja die Arbeitsschritte gleich bleiben. So…Ironie off: Wer durch die Maßnahme der installierten Bestellterminals wirklich eine Verbesserung für die Angestellten sieht, hat entweder den Schuss verpasst, oder gehört zum Management die von der Praxis keine Ahnung haben, oder bekommt für das verfassen solch geschönter- und völlig realitätsfremder Beiträge Geld.

      Und auch als Kunde fühle ich mich bei einer Bestellannahme Auge in Auge mit einem MENSCHEN viel wohler, als wenn ich auf einem verdreckten, unhygienischen Screen herumdrücken muss. Den Mächten sei Dank gibt es ja noch Lokale die das verstanden haben, auch wenn das Fastfood dort vielleicht eine Eurone mehr kostet.

    • Ich würde es begrüßen, wenn wir in gemäßigtem Tonfall ohne Unterstellungen diskutieren könnten. Danke.

  • Nutze ich auch sehr gerne. Besonders im Ausland sehr zu empfehlen.
    Besser wäre aber, ich könnte schon unterwegs in der App auswählen und bezahlen.
    So ähnlich, wie es auch Apple mit seinen Stores macht.

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