Edeka spart sich eigene Budni-Filialen in und um Berlin

Edeka spart sich eigene Budni-Filialen in und um Berlin

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Edekas Abschied von einstigen Ambitionen im Fachhandel dauert an und erfolgt weiter in Raten. Gerade hat die größte Regionalgesellschaft Minden-Hannover bestätigt, sämtliche Bemühungen, im Geschäft mit Drogeriemärkten Fuß zu fassen, aufzugeben.

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Von vier bislang in Eigenregie betriebenen Budni-Filialen sind bereits drei (in Berlin und Potsdam) geschlossen, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“. Übrig geblieben ist lediglich ein spärlich bespielter Instagram-Account als Mahnmal. Die letzte in Metjendorf bei Oldenburg folgt Mitte nächsten Monats. Laut „Nordwest-Zeitung“ (Abo-Text) ist am 16. Februar der letzte Verkaufstag.

Edeka Minden-Hannover hatte Neueröffnungen zuletzt parallel zum einstigen Budni-Alleingesellschafter, der Hamburger Familie Wöhlke, vorangetrieben – in Berlin öffneten neue Standorte mal unter Edeka-Regie, mal unter Wöhlke-Führung. Damit ist jetzt Schluss.

Die von Wöhlkes betriebenen Berliner Filialen (u.a. Friedrichstraße, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Wilmersdorf) sind von dem Entschluss nicht betroffen und bleiben geöffnet. Gleichzeitig ist bemerkenswert, dass der Partner keiner der bisherigen Edeka-Budnis übernimmt. Laut „LZ“ seien die Standorte im Paket ausgerechnet an den Rivalen Rossmann vermietet worden. Es sei „für uns als Unternehmen strategisch nicht länger sinnvoll (…), Kapazitäten in dieses Vertriebsformat zu investieren“, erklärte ein Sprecher.

Der Rückzug ist durchaus bedauerlich, zumal Edeka mit dem Riesen-Budni in Berlin-Wedding durchaus eine ansehnliche Alternative zu den Märkten der Konkurrenz gelungen war.

Ehemaliger Budni-Markt in Berlin-Wedding; Foto: Smb

Endgültiger Schlag gegen Edeka-Expansionspläne

Zugleich ist die Schließung der vermutlich endgültige Schlag gegen den Edeka-Plan, auf eigene Faust außerhalb des Lebensmittel-Kerngeschäfts wachsen zu können; sie ist aber insofern konsequent, als dass der Einstieg bei Budni ursprünglich vor allem als Möglichkeit für die eigenen Kaufleute angelegt war, mit einem funktionierenden Drogeriemarktkonzept in die Expansion zu gehen.

Nur wenige Edeka-Kaufleute zogen mit, die meisten haben sich aus dem Abenteuer längst wieder verabschiedet (siehe Supermarktblog).

Edeka Südwest ist damit innerhalb des Edeka-Verbunds die einzige Regionalgesellschaft, die (noch) separate Budni-Märkte betreibt. Mittelfristig dürften auch diese keine allzu große Zukunft haben. Schon seit längerem ist klar, dass man mit Budni eher als Shop-in-Shop-Konzept, der „Budni Beautybox“, weiterarbeiten will (siehe Supermarktblog). Im Zuge des geplanten Zusammenwachsens hatte Edeka u.a. Eigenmarken bei Budni und Netto (ohne Hund) vereinheitlicht, um sie formatübergreifend verkaufen zu können.

Das Drogeriemarktgeschäft folgt damit der Pleite im Naturkostfachhandel: Vor wenigen Wochen war Edekas erster Naturkind-Biomarkt in Hamburg in einen Getränkemarkt umfunktioniert worden (siehe Supermarktblog).

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